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·23. Juni 2026

Hwyl fawr, Fin!

Artikelbild:Hwyl fawr, Fin!

Nach zwei Jahren, in denen er fast gar keine Pflichtspielminuten sammelte, verlässt Fin Stevens den FC St. Pauli und es ist zu hoffen, dass er bei Leyton Orient nun mehr Spielzeit sammeln wird.(Titelfoto: Stefan Groenveld)

Wow, einfach wow. Da lief etwas gründlich schief. Entweder bei der Einschätzung oder zwischen dem FC St. Pauli und Fin Stevens. Im Sommer 2024, als der Transfer des damals 21-jährigen verkündet wurde, veröffentlichten wir ein Spielerprofil, das nur so strotzte vor positiven Einschätzungen. Das Global Soccer Network attestierte ihm bereits gutes Bundesliganiveau mit der Perspektive in die internationale Klasse aufzusteigen. Die Daten sahen ebenfalls vielversprechend aus und entsprechend fand sich sogar das Wort „Königstransfer“ in seinem Spielerprofil. Wow.Rund 23 Monate später lese ich etwas verschämt und stark verwundert das damals angefertigte Profil von Fin Stevens und frage mich: Was ist hier bloß so schiefgegangen?


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Der Start von Fin Stevens war eigentlich gar nicht so schlecht. Zumindest was die Spielzeit angeht. Denn zum Pflichtspielauftakt der Saison 24/25, beim Pokalspiel in Halle, stand er in der Startelf. Überzeugen konnte er dabei aber leider nicht (wie auch alle seine Teamkollegen). Vielmehr wurde sehr deutlich, dass er in einigen Bereichen noch zulegen muss, aber eben auch, dass er dem Team weiterhelfen kann (Primärziel erreicht). Was damals noch überhaupt nicht absehbar war: Fin Stevens sollte im weiteren Saisonverlauf so gut wie keine Rolle mehr spielen. In der Bundesliga kam er im Rückspiel gegen Union Berlin zu einem Kurzeinsatz, ansonsten pendelte er jedes Wochenende zwischen Bank- und Tribünenplatz (14 mal im Kader, 19 mal auf der Tribüne). Eine Entwicklung oder Verbesserung der Situation war nicht zu erkennen. Für einen jungen Spieler sicher alles andere als optimal.

Entsprechend gab es durchaus das Interesse an einer Veränderung, spätestens seit letztem Sommer. Denn erschwerend kam hinzu, dass Stevens durch den Brexit als Nicht-EU-Ausländer nicht für die U23 spielberechtigt ist, dort also keine Spielpraxis sammeln konnte. Als sich dann letzten Sommer nach der Ankunft von Arek Pyrka abzeichnete, dass sich an der sportlichen Hackordnung für Stevens wenig bis gar nichts ändern wird, wurde auch versucht eine Leihe zu realisieren. Allerdings, so berichtete es das Abendblatt (€), zerschlug sich am letzten Tag des offenen Transferfensters die einzige echte Option aufgrund der zeitlich nicht zu realisierenden Umsetzung. Stevens blieb also beim FC St. Pauli und pendelte dort auch weiterhin nur zwischen Bank und Tribüne (insgesamt stand er in der letzten Saison nur elfmal im Kader). Auch im Winter kam ein eigentlich bereits als mehr oder weniger fixer Wechsel von Stevens nach England doch nicht zustande (MOPO).

Fin Stevens blieb also trotz sportlicher Aussichtslosigkeit beim FC St. Pauli – und kam dort kurz vor Saisonende tatsächlich doch nochmal zum Einsatz: Am 33. Spieltag in Leipzig wurde er in der 64. Minute eingewechselt. Der Grund, warum er davor mehr als ein Jahr lang gar nicht zum Einsatz kam, wurde in diesen rund 30 Minuten Spielzeit jedenfalls nicht ersichtlich. Ähnlich wie bei seinem Einsatz in Halle war auffällig, dass Stevens Abstimmungsprobleme mit seinen Mitspielern hat. Aber dass er leistungsmäßig so weit hinter den anderen Außenverteidigern des Kaders zurück ist und damit eine Erklärung liefert, warum er so wenig beim FCSP spielte, wurde nicht ersichtlich bei diesem Einsatz. Dass er es in den zwei Jahren, in denen der FC St. Pauli ein paar Mal durchaus kritisch dünn auf den Außenverteidiger-Positionen besetzt war, aber nicht schaffte, sich nachhaltiger ins Rampenlicht zu spielen und auch nie so wirklich eine Option gewesen zu sein schien, ist jedenfalls auffällig.

Entsprechend dieser nicht vorhandenen Entwicklung ist es nur logisch, dass Fin Stevens sich auch diesen Sommer nach Veränderung sehnte. Und nachdem es nun mehrere Male nicht klappte mit einem Wechsel, ist es nun gelungen. „Endlich!“ möchte man dazu schreiben. Schließlich schien es nun fast zwei Jahre lang so, dass Stevens nicht vorankommt und ihm ein Transfer weiterhelfen könnte. Denn manchmal mag ein Spieler zwar individuell vieles mitbringen, aber mit dem Club passt es einfach nicht. Weil der Spieler irgendwie in einer Position gelandet ist, aus der es nicht schafft, wieder herauszukommen, warum auch immer. In solchen Fällen ist alles andere als eine Luftveränderung selten hilfreich.

Entsprechend ist der nun vollzogene Wechsel zu Leyton Orient in die 3. Liga Englands der einzig richtige Schritt. Wer weiß, vielleicht wird aus ihm dann ja doch noch der vielversprechende Spieler, der er bei seinem Wechsel zum FCSP war. Vielleicht befand sich Fin Stevens nun einfach zwei Jahre in einer äußerst unglücklichen Position und kann nun endlich wieder andere Entwicklungsschritte gehen. Vielleicht hat er aus der Zeit beim FC St. Pauli ja auch einiges gelernt, was ihm auf seinem weiteren Weg hilft. Das alles ist ihm von ganzem Herzen zu wünschen.

Lieber Fin, alles Gute und viel Erfolg für Deine sportliche und persönliche Zukunft!You’ll Never Walk Alone!// Tim

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