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·1. März 2026
„Ich bewege mich auf einem schmalen Seil“: Buruk spricht Klartext – Liverpool-Fokus, Osimhen-Gerüchte beendet, Derby-Botschaft

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Galatasaray gewann am 24. Spieltag der Trendyol Süper Lig mit 3:1 gegen Corendon Alanyaspor und setzte die Tabellenführung fort. Auf der Pressekonferenz betonte Okan Buruk, wie wertvoll die drei Punkte nach einem emotional und körperlich extrem belastenden Europaspiel waren.
Buruk verwies auf die taktische Ausgangslage: „Wir haben gegen eines der am besten organisierten Teams der Liga gespielt. Sie haben effektiv im 3-4-3 gespielt. Die Änderungen haben uns zu Beginn verwirrt, weil wir es anders erwartet hatten.“ Im Verlauf habe sein Team besser Lösungen gefunden. „In der zweiten Halbzeit haben wir uns mehr ins Spiel hineingelebt. Am Ende waren das für uns sehr wertvolle drei Punkte“, sagte der Coach.
Besonders hob er die mentale Komponente hervor: „Nach dem 120-minütigen Spiel war es für die Spieler schwierig, sich mental zu erholen. Ich habe den Start des Spiels so erwartet, aber wir haben es gut beendet.“ Dazu komme, dass die Mannschaft parallel in mehreren Wettbewerben gefordert sei: „In diesem intensiven Tempo ist es für uns angenehm, in Europa ins Achtelfinale einzuziehen und unsere Führungsrolle in der Liga fortzusetzen.“
In der Runde der letzten 16 Teams in der UEFA Champions League wartet auf Galatasaray der englische Vertreter FC Liverpool. Buruk erklärte, warum die Vorbereitung klar strukturiert sei: „Sie spielen mit demselben Kader, denselben Spielern, demselben System. Wir werden den Gegner gut erkennen und wissen, was zu tun ist.“
Seine Mannschaft gehe dennoch als Außenseiter in die Duelle. „Liverpool wird der Favorit der Paarung sein. Besonders das erste Spiel zu Hause ist sehr wichtig. Wir werden unser Bestes geben. Auf dieser Ebene sollten Sie keine Fehler machen“, sagte Buruk und erinnerte an die Erfahrungen aus dem Juventus-Spiel: „Wo man im Match die Konzentration verloren hat, haben wir das erlebt. Sie bestrafen einen, wenn man nicht an die Bedeutung des Gegners denkt.“
Der Coach machte klar, dass Galatasaray mehr als nur Teilnehmer sein will: „Wir sind unter den letzten 16, unser Ziel ist nicht, hier zu stoppen. Wir wollen unser Bestes geben und ins Viertelfinale einziehen.“
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Zur Situation um Sacha Boey sagte Buruk, der Spieler versuche, die Spiele durchzuziehen und dem Team zu helfen. Er betonte zugleich, dass Entscheidungen über Prämien und Boni nach Saisonende bewertet würden: „Die Leistungen der Spieler werden gesehen, dann wird über den Bonus entschieden.“ Priorität hätten die Titelziele und Europa: „Worauf wir uns konzentrieren müssen, ist die Meisterschaft, der türkische Pokal und unser Erfolg in der Champions League.“
Auch Wilfried Singo sprach Buruk an und nannte ihn einen vielseitigen Spieler. Es sei für ihn erfreulich, einen solchen Akteur im Kader zu haben. Zum anstehenden Derby bei Besiktas stellte Buruk klar, dass es keine Forderungen nach einer Spielverlegung gebe.
Auf die angesprochene Szene um Victor Osimhen antwortete Buruk differenziert. Er habe sich die Situation erneut angesehen und ordnete sie als Ermessensentscheidung ein: „Das liegt im Ermessen des VAR-Schiedsrichters. Er könnte hier einen Elfmeter geben.“ Gleichzeitig betonte er, dass es keine klare, zwingende Entscheidung sei: „Es war eine hundertprozentige Strafe, keine hundertprozentige Strafe. Sowohl der Ball als auch der Gegner waren eingefroren.“
Buruk erklärte zudem, welche Rolle Osimhen im System einnimmt. „Osimhen ist ein Spieler, der in der Nähe des Strafraums spielt und kein Spieler, der an Aufbauspielen teilnimmt“, sagte er. Genau diese Fixierung im Zentrum erschwere es Gegenspielern, ihn konstant zu kontrollieren: Wenn er gebunden werde, entstünden Räume für andere Offensivspieler.
Gleichzeitig gab Buruk Einblick in die Belastungssteuerung: „Wir hatten seit Anfang Januar keine Woche mehr. Mit sehr kurzem, taktischem Training ruhen wir die Spieler aus und gehen zum Spiel. Wir versuchen, sie mit Analysen zu unterstützen.“ Seine Erwartung sei klar: „Je mehr Bälle Osimhen dort treffen kann, desto mehr Tore wird er erzielen.“
Buruk informierte auch über die Spieler, die gegen Alanyaspor fehlten. Yunus Akgün habe Schmerzen gehabt und deshalb pausiert. Er sprach dabei auch die Opferbereitschaft an: „Er bringt große Opfer.“ Roland Sallai habe im Abschlusstraining eine Blessur erlitten. Buruks Prognose: „Ich denke, beide werden für das Besiktas-Spiel bereit sein.“
Sehr deutlich wurde Buruk beim Thema Erwartungsdruck. „Wer in einem Team arbeitet, in dem man jede Woche erfolgreich sein muss, läuft auf einem schmalen Seil“, sagte er. Er nehme Kritik an, warne aber vor einer Verschiebung ins Persönliche: „Es gibt Situationen, in denen Kritik zunehmend von Beleidigungen beeinflusst wird.“
Seine zentrale Botschaft: „Für mich ist der Erfolg von Galatasaray das Wichtigste. Wenn ich einen Fehler mache, mache ich ihn für Galatasaray.“ Und er richtete einen Appell an die Fans: „Unterstützen Sie unsere Spieler. Es ist nur noch sehr wenig übrig. Wir sind Tabellenführer, wir sind im Pokal vorn, wir sind unter den letzten 16 in Europa. Wenn Sie den Erfolg dieser Mannschaft wirklich wollen, müssen wir alle diese Spieler unterstützen.“
Victor Osimhen äußerte sich nach dem Spiel auch selbst zu Spekulationen über Unzufriedenheit. Seine Antwort fiel klar aus: „Ich bin hier glücklich und habe mit niemandem ein Problem. Ich liebe meinen Verein, meinen Lehrer, meine Fans, meinen Präsidenten. Wir führen unsere Angelegenheiten auch im Rahmen gegenseitiger Liebe und Respekts aus.“
Er erklärte zudem, warum seine Emotionen auf dem Platz schwanken können: „Jeder Spieler ist emotional. Ich feiere oft, aber es gibt Zeiten, in denen ich es nicht tue. Im letzten Spiel hatte ich einen sehr emotionalen Moment, ich hatte meine Gründe.“ Für ihn und seine Familie sei die Zeit in Istanbul sehr positiv: „Seit ich angekommen bin, haben sowohl ich als auch meine Familie eine tolle Zeit. Sie machen uns alles so einfach.“
Zum Derby bei Besiktas kündigte Osimhen einen klaren Anspruch an: „Es ist ein entscheidendes Spiel. Wir werden zum Spiel gehen, um drei Punkte zu holen.“ Er betonte die Qualität beider Teams und verwies zugleich auf den vollen Kalender: Zuerst stünden andere Aufgaben an, danach das Derby.
Außerdem erklärte Osimhen, warum er eine Kapitänsbinde nicht annahm, die ihm Ilkay Gündogan anbieten wollte. „Ilkay ist jemand, den ich sehr respektiere“, sagte Osimhen und beschrieb ihn als ruhigen, motivierten und visionären Spieler. Deshalb habe es sich für ihn „seltsam“ angefühlt, die Binde zu übernehmen: Er gab sie zurück, „weil er uns führen sollte“.
Galatasaray richtet den Blick nach dem Ligaspiel sofort wieder auf Europa. Buruk sprach von einem großen Spiel für den türkischen Fußball, Osimhen von einem Team, das als Familie auftrete. Die Botschaft nach dem 3:1: Der Fokus bleibt auf Titeln und einem langen Champions-League-Weg – und die Mannschaft will diesen Weg mit maximaler Unterstützung gehen.
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