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Philipp Overhoff·9. August 2026
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Philipp Overhoff·9. August 2026
Es gibt Transfers, die passen rein sportlich wie die Faust aufs Auge. Und dann gibt es Transfers, die lassen das Herz eines jeden Fußball-Romantikers höher schlagen. Leonardo Bittencourts Wechsel zu Energie Cottbus gehört definitiv in letztere Kategorie.
Mit schmalen fünf Jahren begann er in der Lausitz mit dem organisierten Kicken. Von dort an durchlief er sämtliche Jugendteam des Vereins, debütierte mit 17 Jahren in der 2. Bundesliga und galt schnell als eines der größten Talente, die Energie in den 2000er-Jahren hervorgebracht hatte. Fast schon folgerichtig wechselte er 2012 zu Borussia Dortmund, damals niemand geringeres als der amtierende Doublesieger. Stationen bei Hannover 96, dem 1. FC Köln, der TSG Hoffenheim und sieben prägende Jahre bei Werder Bremen kamen hinzu. Die Bilanz: 304 Bundesliga-Spiele, 32 Tore, 36 Vorlagen.
Und trotzdem führt ihn sein Weg nun zurück nach Hause. Dabei hätte der inzwischen 32-Jährige durchaus andere Optionen gehabt. "Ich hatte im Sommer sechs, sieben Angebote auf dem Tisch, auch aus dem Ausland", verriet Bittencourt kürzlich im Gespräch mit '11Freunde'. Die Möglichkeiten waren also da. Doch dann klingelte plötzlich das Telefon.
Am anderen Ende der Leitung meldete sich Energie-Trainer Claus-Dieter "Pele" Wollitz. „Pele hat sieben Minuten gebraucht – dann hatte er mich", erzählte Bittencourt. Der Coach habe ihn lediglich gebeten, vor einer Entscheidung zumindest einmal über Energie Cottbus nachzudenken. Mehr brauchte es offenbar nicht. „Ich habe mich sofort an das Gefühl erinnert. An die Leidenschaft, an die Lust am Kicken. Für mich war klar: Ich will noch mal unter Pele spielen."
📸 Christof Koepsel - 2011 Getty Images
Das verwundert kaum. Zwischen beiden besteht eine Verbindung, die weit über das übliche Verhältnis zwischen Trainer und Spieler hinausgeht. Wollitz war es einst, der den Teenager ins Profitraining holte und ihm 2011 das Debüt ermöglichte. "Der kam vom ersten Tag an auf den Platz und hatte eine Aura", erinnert sich der Coach. "Wir spielen alle gerne Fußball, aber Leo vermittelte das Gefühl von Liebe."
Vielleicht ist genau das der Kern dieser Geschichte. Bittencourt geht nicht zurück, weil Cottbus die glamouröseste sportliche Perspektive bietet. Ganz im Gegenteil: Nach zwölfjähriger Zweitliga-Abstinenz wird es für die Ostdeutschen einzig und allein um den Klassenerhalt gehen. Bittencourt geht auch nicht zurück, um einen letzten großen Vertrag abzustauben.
Er geht zurück wegen eines Gefühls. Als er seinem Vater Franklin, ebenfalls eine Energie-Legende, von den Rückkehrplänen erzählte, "musste er weinen", berichtet Bittencourt. Mehr Fußball-Romantik geht gar nicht.
Passend dazu beginnt die zweite Cottbus-Reise übrigens mit einem Duell gegen Hannover 96. Einem Klub, für den der Mittelfeldmann ebenfalls zwei Jahre lang spielte. Diesmal aber schließt sich ein Kreis. Unglaubliche 14 Jahre nach seinem Abschied ist der verlorene Sohn zurück in in der Lausitz.
📸 2011 Getty Images







































