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·25. März 2026

Interimscoach mit Innenblick: Kann René Wagner die Balance wiederfinden?

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Interimscoach mit Innenblick: Kann René Wagner die Balance wiederfinden?

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Hendrik Broschart

25 März, 2026

Ein neuer Impuls mit bekanntem Gesicht: Kann Co-Trainer René Wagner den 1. FC Köln im Abstiegskampf wachrütteln? Hat Geschäftsführer Thomas Kessler mit seiner Entscheidung das richtige Gespür bewiesen – oder pokert er zu hoch beim 1. FC Köln: Kann René Wagner Chefcoach?

Nach Lukas Kwasnioks Entlassung übernimmt Co-Trainer René Wagner beim 1. FC Köln. Thomas Kessler setzt auf dessen Nähe zur Mannschaft und hofft auf frische Energie im Kampf um den Klassenerhalt. Ob Wagner die Wende schafft, wird man sehen müssen.

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Soll mit frischem Impuls die Wende einleiten: Interims-Trainer René Wagner. (Foto: Herbert Bucco)

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Geschäftsführer Thomas Kessler kann die Länderspielpause gut gebrauchen. Hinter dem 40-Jährigen liegt ein Wochenende voller belastender Entscheidungen. So musste er sich nicht nur dazu durchringen, seinen Cheftrainer vor die Tür zu setzen und damit auch eine erste persönliche Niederlage in seiner strategischen Funktion einzugestehen. Zudem musste er schnell einen Nachfolger finden, der den Club aus dem Abwärtsstrudel der letzten Wochen wieder auf Kurs Klassenerhalt führen kann. Seine Wahl fiel auf den bisherigen Co-Trainer Kwasnioks, René Wagner. Eine Entscheidung, die nicht allzu naheliegend war. Kessler begründete die Entlassung Kwasnioks mit dem Bedürfnis nach einem frischen Impuls für das Saisonfinale. Doch ist der ehemalige Co-Trainer, der noch nie eine Partie als Cheftrainer auf Bundesliganiveau an der Seitenlinie stand, wirklich die richtige Wahl?

Neuer Impuls durch gleiches Personal?

Diese Entscheidung lässt sich nachvollziehen, wenn man den Begriff „Impuls“ genauer betrachtet. Die Geißböcke spielten unter Kwasniok keinen schlechten Fußball. Die ausbleibenden Erfolge sind vielmehr eine Folge unglücklicher Verkettungen von Umständen, auf die der geschasste Coach wenig Einfluss hatte. Verletzungen und individuelle Fehler haben den Kölnern wohl mehr Punkte gekostet als fragwürdige Trainerentscheidungen. Der gewünschte Impuls bezieht sich daher weniger auf das Sportliche.

Kessler setzt auf Wagner, weil dieser innerhalb der Mannschaft und des Vereins ein hohes Ansehen genießt. „Ich nehme die Jungs auch so wahr, dass sie es sehr wohlwollend empfunden haben, in den letzten Monaten mit René zusammenzuarbeiten. Daher hoffe ich natürlich auch, dass der ein oder andere Spieler einen engeren Zugang zu den Jungs hat.“ Der Haussegen am Geißbockheim hing unter Vorgänger Kwasniok zuletzt schief. Vielleicht traf der 44-Jährige ein oder zwei unpopuläre Entscheidungen zu viel und unterschätzte den Effekt der Ausbootung langjähriger FC-Profis wie Luca Waldschmidt oder Florian Kainz.

Wagenburgmentalität adé

Auf einer Medienrunde am Dienstagmittag erklärte Wagner, er wolle ein offenes Ohr für Sorgen und Zweifel seiner Spieler haben: „Es gibt immer Spieler, die mit der aktuellen Situation unzufrieden sind“, so der 37-Jährige. Missverständnisse will Wagner nicht nur bei Spielern aus der zweiten oder dritten Reihe ausräumen. Er wolle für alle da sein, machte der Interimscoach deutlich: „Aber genauso gibt es Spieler, die mit der Situation super zufrieden waren. Die gilt es aufzufangen. Die Spieler, die in den letzten Spielen eine tragende Rolle gespielt haben, denen geht es vielleicht jetzt nicht so gut mit dem Trainerwechsel, weil sie nicht wissen, was in den nächsten Tagen und Wochen passiert, ob sie noch die gleiche Position haben wie zuvor.“

Gelingt es Wagner, den Störfaktor Unzufriedenheit bis zum Spiel gegen Frankfurt auszumerzen, hätte er eine große Baustelle geschlossen. Denn Unzufriedenheit und Grüppchenbildung haben nachweislich gravierende Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit einer Mannschaft. Solche Spannungen hemmen insbesondere in entscheidenden Zweikämpfen die letzte Überzeugung. Eine neue Gesprächskultur, wie Wagner sie pflegt, kann diesen negativen Emotionen entgegenwirken. Offenheit, Vertrauen und weniger Stress in Trainings- und Spielsituationen fördern Motivation und Zusammenhalt – die Grundlagen für sportlichen Erfolg.

Kann Wagner Chefcoach?

Ob Kessler mit Wagner als Interimscoach zu viel riskiert, lässt sich womöglich mit einem Blick nach Wales beantworten. Forscher der Universität Cardiff haben in einer groß angelegten Studie untersucht, wie sich ein Trainerwechsel auf die Leistung einer Mannschaft auswirkt. Das Ergebnis: Der Erfolg nach einem Wechsel hängt nicht von der bisherigen Trainererfahrung ab. Weder fehlende Erfahrung noch der Status als ehemaliger Spitzenspieler schmälern laut den Forschern die Wirkung eines Trainerwechsels. Entscheidend scheint vor allem der Effekt der Veränderung selbst, nicht die Eigenschaften des neuen Trainers.

Die Länderspielpause verschafft den Geißböcken nun etwas Zeit für die fußballerische Feinjustierung. Dabei komme es vor allem darauf an, trotz der Tabellensituation einen kühlen Kopf zu bewahren, so Wagner: „Ich glaube, dass wir jetzt einfach fokussiert und ein bisschen locker bleiben wollen. Durch meine Erfahrung beim 1. FC Köln kenne ich die Leute und ihre Macken. Ich versuche vor allem im Staff, so zu kommunizieren, dass alle das Gefühl haben, dass wir es gemeinsam schaffen können.“

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