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·27. September 2026
Irlands Torwart sagt beide Israel-Spiele ab – 24 Stunden nachdem sein Verband entschieden hatte, anzutreten

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Debrecen. Rund 24 Stunden vor dem Anpfiff hatte der irische Verband nach langen internen Diskussionen entschieden: Die beiden Nations-League-Partien gegen Israel finden wie geplant statt. Kurz darauf meldete sich der Torhüter der Mannschaft auf Instagram – und erklärte, dass er nicht dabei sein wird.
Gavin Bazunu, 24, Profi des englischen Zweitligisten Bolton Wanderers, verzichtet auf beide Spiele. Das erste steigt an diesem Sonntag um 20.45 Uhr im ungarischen Debrecen, das Rückspiel am 4. Oktober im serbischen Bačka Topola.
Er sei „ein tiefgläubiger Mensch“ und versuche sein Bestes, „ein Mensch mit Charakter und Prinzipien zu sein“, schrieb der Torhüter. „Daher halte ich es für falsch, an den bevorstehenden Spielen gegen Israel teilzunehmen.“
Die Entscheidung habe er sich „nicht leicht gemacht“: „Meine Entscheidung beruht ausschließlich auf meiner persönlichen Überzeugung, dass das Töten unschuldiger Menschen falsch ist.“ Ausdrücklich stellte er klar, seine Haltung sei „nicht gegen das israelische Volk oder die jüdische Gemeinschaft gerichtet, sondern gegen die Gräueltaten in der Region“.
Und: „Es gibt nur wenige Momente im Leben, in denen man die Chance hat, für etwas Größeres einzustehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies einer davon ist.“
In Irland hatte es im Vorfeld Forderungen nach einem Boykott gegeben – wegen des militärischen Vorgehens Israels im Gazastreifen als Reaktion auf den Überfall der Hamas. Der Verband entschied sich dagegen und ließ die Spiele ansetzen.
Zusätzlich angeheizt hatte die Debatte Nationaltrainer Heimir Hallgrímsson mit einer Formulierung, die er später selbst als „dumm“ bezeichnete: „Wir spielen nicht mit Völkermord, wir spielen gegen Völkermord. Wir spielen gegen Israel, wir spielen nicht mit Israel.“
Die Republik Irland gehört seit Beginn der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen im Oktober 2023 zu den europäischen Ländern, die ihre Unterstützung für die Palästinenser besonders deutlich zum Ausdruck gebracht haben. Israels Existenzrecht wird dabei ausdrücklich betont; zugleich hat Dublin 2024 den Staat Palästina offiziell anerkannt.
Dass beide Begegnungen auf neutralem Boden stattfinden – in Ungarn und in Serbien –, hat einen anderen Grund: Israel trägt seine Heimspiele seit Längerem außerhalb des Landes aus.
Bazunus Schritt ist ungewöhnlich, weil er nicht aus einer Verbandsentscheidung folgt, sondern ihr widerspricht. Der Verband spielt, der Spieler nicht. Sportlich bedeutet das für Irland den Verzicht auf die etatmäßige Nummer eins in zwei Gruppenspielen; Konsequenzen für Bazunu wurden bislang nicht bekannt.
Es ist nicht der einzige Vorgang dieser Länderspielperiode, in dem der Nahostkonflikt in den Fußball hineinreicht. Beim 1:3 Israels in Österreich am Donnerstag war der Torschütze Sayed Abu Farkhi nach seinem Jubel an der Eckfahne mit Gelb-Rot vom Platz gestellt worden – sein Trainer sagte, so feiere er immer, international wurde die Geste anders gelesen.
Beide Fälle zeigen dasselbe: Der Wettbewerb läuft weiter, die Fragen drumherum werden lauter. Für Irland stellt sich eine davon am Sonntagabend um 20.45 Uhr – mit einem anderen Torwart.







































