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·29. Juli 2026
Italien holt Mancini zurück – nach dem Pirlo-Veto

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·29. Juli 2026

Vier Tage, ein Wunschkandidat, ein Veto, zwei Rücktritte – und am Ende steht ein Mann auf dem Podium, der Italien vor drei Jahren mitten in der Amtszeit sitzen ließ. Roberto Mancini ist wieder Commissario Tecnico.
Der Posten war seit Anfang April frei, seit Gennaro Gattuso gehen musste. Der viermalige Weltmeister hatte zum dritten Mal nacheinander die WM verpasst, ausgerechnet an Bosnien-Herzegowina und ausgerechnet im Elfmeterschießen. Danach suchte der Verband monatelang – und verlor in der Schlussphase die Kontrolle.
Pep Guardiola sagte ab. Andrea Pirlo rückte nach, bis Verbandspräsident Giovanni Malagò sein Veto einlegte: zu enge Verbindungen nach Russland. Pirlo trainiert in Dubai den United FC, der einem russischen Milliardär gehört, hat Werbeverträge mit einem russischen Anbieter und gab mitten im Ukraine-Krieg Autogrammstunden in Moskau. Aus der italienischen Politik kam massiver Druck.
Pirlo reagierte knapp und bitter: Er sei kein Kandidat mehr, Malagòs Entscheidung empfinde er als schmerzhaft. Daraufhin legten Paolo Maldini, gut zwei Wochen zuvor als Technischer Direktor installiert, und sein Berater Leonardo ihre Ämter nieder. Beide hätten Pirlo gewollt.
Also Mancini. 61 Jahre alt, Europameister 2021 im Elfmeterschießen gegen England, zwischen 2018 und 2023 schon einmal im Amt – und in Italien bis heute belastet durch die Art seines Abgangs. Er verabschiedete sich trotz laufenden Vertrags nach Saudi-Arabien, kolportiert wurden 25 Millionen Euro pro Saison. Zurück kommt er nun als persönlicher Freund des Präsidenten, der ihn holt.
Zur Seite gestellt bekommt er Claudio Ranieri, 74, zuletzt bei der AS Rom, künftig Technischer Direktor. Ein Verband, der binnen weniger Tage Maldini verliert und Ranieri gewinnt, hat kein Personalproblem gelöst, sondern eine Lücke gefüllt.
Mancinis Bilanz aus der ersten Amtszeit liest sich gut: 61 Spiele, 39 Siege, neun Niederlagen, ein Titel. Sie enthält allerdings auch das verpasste WM-Turnier 2022. Genau diese Doppelnatur macht ihn zur passenden Besetzung für ein Italien, das seit Jahren zwischen Europameisterschaft und Qualifikations-Fiasko pendelt.
Die nächste Chance auf ein großes Turnier ist die EM 2028. Bis dahin muss ein Verband, der binnen einer Woche einen Wunschtrainer, einen Ersatzkandidaten und seinen Sportchef verloren hat, erst einmal beweisen, dass er überhaupt regierbar ist.
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