dieblaue24
·13. Februar 2026
Jetzt spricht Babak Rafati bei db24: "Ausbildung versus Millionen-Geschäft! Der DFB wird den Vereinen in der Dritten Liga einfach nicht gerecht!"

In partnership with
Yahoo sportsdieblaue24
·13. Februar 2026

Wird 1860 München von den Schiedsrichtern in der Dritten Liga benachteligt oder nicht? Nein, behauptet Schiri-Kommunikationschef Alexander Feuerherdt vor dem Löwen-Gastspiel beim TSV Havelse (Samstag, 14 Uhr, db24-Ticker) gegenüber der TZ. "Es liegt in der Natur der Sache, dass Entscheidungen der Schiedsrichter von Vereinsvertretern und Medien bisweilen anders bewertet werden als von uns." Der Fußball kenne „Ermessensspielräume und Graubereiche“, bewertet werde nicht nur in „richtig“ oder „falsch“, sondern auch in den Nuancen „vertretbar, besser oder schlechter“. Zu den beiden strittigen Elfmeterszenen, die laut Experte Babak Rafati (liga3-online.de) zu Ungunsten von 1860 ausgelegt wurden, stellt der DFB klar: Die Entscheidung, weiterspielen zu lassen, sei „jeweils vertretbar, weil kein eindeutiges Foulspiel vorlag“.
Eine Beschwerde seitens 1860, wie Präsident Gernot Mang in der TZ angekündigt hatte, sei weiterhin nicht eingegangen. Hat es sich der Ober-Löwe anders überlegt?

Wir haben uns jedenfalls mit dem Mann unterhalten, der Woche für Woche für das Portal liga3-online.de die strittigen Situationen in der Dritten Liga analysiert: Ex-Fifa-Schiedsrichter Babak Rafati. Das db24-Interview mit dem 55-Jährigen:
db24: Herr Rafati: Wie sehen Sie generell die Qualität der Schiedsrichter in Liga 3?
BABAK RAFATI: Dadurch, dass der DFB die 3.Liga für die Schiedsrichter als Ausbildungsliga einordnet, wird man den Vereinen in der 3.Liga einfach nicht gerecht. Für die Vereine geht es um Auf-/Abstiege und um Millionen. Das ist eine riesengroße Diskrepanz. Ausbildung versus Millionen-Geschäft. Das System im Schiedsrichterwesen ist komplett falsch durchdacht. Junge Schiedsrichter können mit ihrer Persönlichkeit einfach nicht mithalten. Dadurch leidet die Qualität und in Konfliktsituationen wird eine Eskalationsstufe erreicht, die dann zu derartigen Akzeptanzproblemen führt. Die Vereine sind dann nur noch am Schimpfen, wie wir es aktuell bei 1860 München erleben. Man sollte beim DFB im Schiedsrichterbereich nicht bedingungslos auf Jugendwahn setzen und fast durchweg Schiedsrichter zwischen 24 und 28 Jahren einsetzen, die sich selbst bezüglich der Persönlichkeit erst finden müssen. Führung kommt von Selbstführung und da gibt es erhebliche Defizite aus meiner Sicht. Man müsste auch älteren eine Chance geben. Dann hätten wir wieder Persönlichkeiten, die allein durch Kommunikation und Empathie vieles deeskalieren können, selbst bei Fehlern. Auffällig ist, dass den Vereinen nicht nur die Fehler sehr negativ aufstoßen, sondern insbesondere der Umgang.
db24: Kann man aus Ihrer Sicht eine Systematik gegen 1860 erkennen oder ist das reiner Zufall?
Ich kann das weder bestätigen noch dementieren. Fakt ist, dass bisher in der laufenden Saison bei 1860 München auffällig viele Fehlentscheidungen getroffen wurden. Natürlich kann sich m.E. ein Schiedsrichter profilieren und für höhere Aufgaben empfehlen, wenn er beweist, dass er gerade bei großen Vereinen oder Traditionsvereinen keine Scheu hat. Gerade in den drei Profiligen, wozu die 3.Liga auch gehört, müsste die Ausbildung für die Schiedsrichter aber neu ausgerichtet werden. Mit dem Kopf durch die Wand, darf sich ein Schiedsrichter nicht „hocharbeiten.“ Wir brauchen „Spielmanager“ mit Geschick und Kommunikation-Skills und weniger konsequente „Regelhüter.“
db24: 1860-Präsident Gernot Mang wollte beim DFB Beschwerde einlegen. Wie wird aus Ihrer Sicht der Verband mit dieser Beschwerde umgehen?
Aus meiner Zeit beim DFB weiß ich, dass es keinen interessieren wird. Empfehlenswert wäre, dass die Vereinsvertreter mit den DFB-Verantwortlichen zusammenkommen und sich nicht wie bisher auf ein Handshake-Dialog vor dem Spiel einlassen – auch wenn es wieder auf Wunsch der Vereine abgeschafft wurde -, vielmehr konkrete Szenen mit Fehlentscheidungen vorführen und die Schiedsrichter-Verantwortlichen nach ihnen Meinungen fragen. Dann wäre der DFB sicherlich in Erklärungsnot. Natürlich muss so etwas fachlich gut durchdacht und professionell vorbereitet sein.









































