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·6. Juli 2026
Joker Merino entscheidet Krimi: Spanien bezwingt Portugal spät und steht im WM-Viertelfinale

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·6. Juli 2026

Am Montagabend kam es zum wohl prestigeträchtigsten Duell im bisherigen WM-Turnierverlauf. Im fünften Achtelfinale traf Europameister Spanien auf Nations-League-Sieger Portugal, ein Titelkandidat würde sich also in jedem Fall enttäuschend früh aus dem Wettbewerb verabschieden. Spanien ging auch aufgrund des souveränen Auftritts gegen Österreich als Favorit ins Spiel. Portugal blieb die Rolle des Underdogs, hatte aber beim dramatischen 2:1-Sieg über Kroatien durchaus überzeugt.
Auch Spaniens Trainer Luis de la Fuente hatte die Darbietung seines Teams im Sechzehntelfinale gefallen. Dementsprechend verzichtete der 65-Jährige auf Wechsel in der Startelf, allerdings fehlte Flügelflitzer Nico Williams weiterhin verletzungsbedingt. Auch Portugal-Trainer Roberto Martinez drehte wenig am Personalrad und brachte lediglich Joao Felix für Rafael Leao von Beginn an.
Das letzte WM-Aufeinandertreffen beider Teams gab es in der Gruppenphase 2018, damals trennte man sich mit einem spektakulären 3:3-Unentschieden. Auch in Dallas begannen beide Teams durchaus offensivfreudig, nach schneller Umschaltaktion prüfte Torjäger Mikel Oyarzabal Portugal-Keeper Diogo Costa ein erstes Mal (3.).
Es war der Startschuss in eine unterhaltsame Anfangsphase. Joao Cancelo verzog aus spitzem Winkel (7.), kurz darauf stellte Spanien zum ersten Mal seine Extraklasse unter Beweis. Nach einer wunderbaren Kombination über Alex Baena und Dani Olmo stand Oyarzabal auf einmal frei vor Costa, schob den Ball aber knapp rechts am Kasten vorbei (8.).
Auch Cristiano Ronaldo hatte wenig später seinen ersten Auftritt. Ebenfalls aus spitzem Winkel zwang CR7 Unai Simon im spanischen Tor zu einer Sicherheitsabwehr zur Ecke (12.). Das Spiel wogte hin und her, ein Tor lag förmlich in der Luft. Lamine Yamal und Alex Baena verzeichneten eine Doppelchance, Costa verhinderte vor allem gegen Baena den Rückstand durch eine überragende Parade (16.). Der Schuss des Linksaußen wäre im rechten Innennetz eingeschlagen, Costa lenkte den Schuss mit den Fingerspitzen um den Pfosten herum.
Die Trinkpause beruhigte das Spiel zunächst, dann drängte Portugal nochmal auf den Führungstreffer. Eine Flanke auf den zweiten Pfosten machte Joao Felix scharf, Ronaldos artistischen Versuch fing Simon sicher (37.). Wenige Minuten später wäre der Schlussmann machtlos gewesen, konnte sich allerdings bei der Latte bedanken, dass der von Pedro Porro abgefälschte wuchtige Distanzversuch von Nuno Mendes nicht im Netz landete (44.). Eine unterhaltsame erste Halbzeit auf Augenhöhe lieferte zwar noch keine Tore, aber dennoch hohes Niveau und vor allem viel Spannung für den zweiten Durchgang.
Der bot jedoch zunächst einmal ein Lowlight. Linksverteidiger Nuno Mendes, bis dato einer der besten Portugiesen auf dem Platz, musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden, für ihm kam Nelson Semedo (55.). Der machte seine Sache ordentlich, Superstar Yamal blieb abgemeldet. Dafür gehörte Baena die erste richtige Chance des zweiten Durchgangs, Costa gab sich keine Blöße (65.).
Bis zu Trinkpause wartete man vergeblich auf große Möglichkeiten, Martinez wollte neue Impulse setzen und brachte Diogo Dalot und Rafael Leao. Auch de la Fuente wechselte mit Ferran Torres für Baena seinen ersten Joker ein. Wirklich viel Veränderung kam dadurch aber nicht wirklich ins Spiel. Beide Teams agierten deutlich vorsichtiger als im ersten Durchgang, das Spiel plätscherte in Richtung Verlängerung, nur Bruno Fernandes traf zwischenzeitlich per Volley von halbrechts das Außennetz (76.).
Als gedanklich eigentlich alle schon in der Verlängerung waren, schlug Spanien dann doch noch eiskalt zu. Im Anschluss an einen schnell ausgeführten Freistoß steckte Ferran Torres in einer Joker-Co-Produktion auf Mikel Merino durch, freistehend vor Costa schloss der ehemalige Dortmunder flach links unten zur spanischen Führung ab (90+1). Nach dem Siegtreffer gegen Deutschland im EM-Viertelfinale 2024 war Merino erneut spät als Matchwinner zur Stelle.

Foto: Getty Images
Portugal schaffte es im Anschluss nicht mehr zurückzuschlagen, Bernardo Silva setzte einen Kopfball spät in der Nachspielzeit knapp über die Latte. Die Selecao scheidet damit enttäuschend bereits im WM-Achtelfinale aus. Der Traum von Cristiano Ronaldo, seine große Karriere mit dem Titel zu vergolden, ist somit geplatzt. La Furia Roja hingegen steht zum ersten Mal seit 2010 wieder im WM-Viertelfinale und trifft dort auf den Sieger des Duells zwischen Belgien und den USA.







































