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·10. Juni 2026

Justin Diehl geht nun den Weg, den er so vielleicht nicht gehen wollte

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Justin Diehl geht nun den Weg, den er so vielleicht nicht gehen wollte

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Redaktion

10 Juni, 2026

Dem Vernehmen nach wollte Justin Diehl den Weg über Leihclubs und die 2. Bundesliga nicht mit den Geißböcken gehen. Nun deutet sich eine Wechsel im Dienste des VfB Stuttgarts an. Justin Diehl: Warum die Leihe kein Rückschritt sein muss.

Als Justin Diehl im Januar 2023 beim 7:1-Heimsieg gegen Werder Bremen sein Debüt für seinen Jugendklub gab, schien die Welt noch in Ordnung. Der damals 19-Jährige galt als eins der größten Talente der Geißböcke, der FC hatte in der Vorsaison einen starken siebten Platz belegt und Diehl selbst äußerte sich in den sozialen Medien extrem dankbar gegenüber dem Verein. Doch dieses positive Verhältnis hielt nicht lange. Es folgte aber eine Geschichte, die anders hätten enden können, vielleicht sogar sollen.

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Justin Diehl bei einem seiner wenigen Auftritte bei den Profis

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Von Erik Stalleicken

Diehl durchlief ab der U8 jede Jugendmannschaft beim 1. FC Köln. Nach starken Leistungen in der U19 verdiente sich der Linksaußen sein Bundesligadebüt, der Profikader schien für die folgende Spielzeit möglich. Doch Diehl verlängerte seinen auslaufenden Vertrag nicht. Das Verhältnis zwischen Spieler und Verein bröckelte dem Vernehmen nach, der Youngster wurde in die U21 versetzt und kam in der Hinrunde der Saison 2023/24 in der Regionalliga West zum Einsatz. Da der FC zur Winterpause tief im Abstiegskampf steckte und Diehl währenddessen in 19 Spielen 21 Torbeteiligungen beisteuerte, holte man den damals 20-Jährigen schließlich doch in die erste Mannschaft. In seinen sieben Spielen konnte der Flügelflitzer keinen Scorerpunkt beisteuern und die Domstädter stiegen mit einem desaströsen 1:4 in Heidenheim ab. Das Eigengewächs wurde für dieses Spiel suspendiert.

Leihen können durchaus sinnvoll sein

Den Weg in Liga zwei wollte der Shootingstar mitzugehen, wechselte ablösefrei zum VfB Stuttgart. Aber auch dort wollte der endgültige Durchbruch nicht gelingen. Zwar erzielte er im November 2024 sein erstes Bundesligator, ein weiteres sollte jedoch nicht folgen. Immer wieder wurde der Youngster von Verletzungen zurückgeworfen. So auch in seiner ersten Saison bei den Schwaben. In dieser verpasste er 20 Spiele aufgrund von drei Verletzungen und absolvierte mehr Spiele für die zweite Mannschaft des VfB als für die erste Auswahl. Folglich gehörte der 21-Jährige in dieser Saison fest zum Kader der zweiten Mannschaft. In der 3. Liga kam er in 21 Einsätzen auf drei Tore und vier Assists. Auch in dieser Saison verpasste er somit fast die Hälfte aller Spiele verletzungsbedingt. Nun plant der VfB eine Leihe in die Zweite Liga. Magdeburg und Hannover sollen konkrete Interessenten sein. Genau der Schritt, den Diehl einst offenbar vermeiden wollte.

Dabei zeigt die Vergangenheit gerade auch von Ex-FC-Profis, dass der Weg über ein Leihkonstrukt kein schlechter sein muss. Jonas Urbig und Tim Lemperle waren in der Spielzeit 2023/24 Akteure des 1. FC Köln, allerdings an Fürth ausgeliehen. Beide erhielten Spielzeit, machten ihren Weg. Der eine ist mittlerweile Stammspieler bei der TSG Hoffenheim, hatte bis zuletzt Hoffnungen, die Champions League erreichen zu können. Der andere weilt gerade in den USA – wenn auch als inoffizieller vierter Torwart der deutschen Nationalmannschaft. Urbig spielt mittlerweile für die Bayern, wird als Nachfolger von Manuel Neuer gehandelt. Zwei Karrieren, denen der Umweg über Leihen jedenfalls nicht geschadet hat.

Ein Rückschritt ist manchmal ein Schritt nach vorne

Kompliziert wird die Lage bei Yann Bisseck. Wie schon vor Wochen berichtet, beschäftigt sich der FC Bayern München mit dem Ex-Abwehrspieler der Kölner. Vier Leihen absolvierte der Innenverteidiger als Kölner Spieler — Kiel, Roda, Guimarães, Aarhus. Keine davon führte bei dem Talent zu dem erhofften Durchbruch – zumindest bei den Geißböcken. Am Ende wurde der gebürtige Kölner für knapp zwei Millionen Euro verkauft. Ein Preis, der damals für wenig Furore sorgte. Die 40 Millionen, die nun im Gespräch sind, klingen schon deutlich spannender.

Die Frage, ob Diehls Karriere über eine Leihe oder den Weg beim FC eine andere Wendung genommen hätte, lässt sich heute natürlich nicht mehr sagen. Doch es gibt genug Beispiele, die zeigen, dass ein Rückschritt manchmal auch ein Schritt nach vorne bedeutet. Beim FC dürfte man die Entwicklung des Spielers mit gemischten Gefühlen verfolgen.


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