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·19. September 2026

Kane und Olise drehen auf – war Schalke nur ein Betriebsunfall?

Artikelbild:Kane und Olise drehen auf – war Schalke nur ein Betriebsunfall?

Was für ein Wiesn-Geschenk! 🍺 Pünktlich zum Start des Oktoberfests hat der FC Bayern gegen Union Berlin ordentlich einen rausgehauen. 7:0, Harry Kane mit seinen Bundesliga-Toren 100 und 101, Michael Olise mit einem Dreierpack – viel mehr Bayern geht eigentlich nicht.

Vincent Kompany durfte sich nach der Partie entsprechend entspannt zeigen. „Jetzt geht es für die Fans auf die Wiesn und das ist ein gutes Geschenk“, sagte der Bayern-Coach. Und Harry Kane hatte ebenfalls das Gefühl, dass auf dieses Spiel gewartet worden war.


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Nur: War das wirklich nur ein Geschenk zum Wiesn-Start? Oder hat Bayern damit auch eine kleine Frage beantwortet, die sich seit dem 0:0 auf Schalke gestellt hatte?

Kane knackt die 100 – Olise übernimmt die Wiesn

Zunächst einmal durfte Harry Kane Geschichte schreiben.

Der Engländer erzielte gegen Union sein 100. Bundesliga-Tor – und brauchte dafür gerade einmal 98 Spiele. 🎯 Dieter Müller hatte für die Marke 129 Einsätze benötigt. Kane legte nach der Pause sogar noch seinen 101. Treffer nach.

Besonders schön: Sein 100. Tor fiel natürlich vom Punkt. Kane verwandelte damit seinen 25. Bundesliga-Elfmeter bei 26 Versuchen. Einen einzigen Strafstoß hat der Engländer in der Bundesliga bislang verschossen.

Doch eigentlich gehörte dieser Abend Michael Olise. Der Franzose traf dreimal und war zudem an beiden Kane-Toren maßgeblich beteiligt. Beim ersten holte er den Elfmeter heraus, beim zweiten servierte er Kane den Ball per Flanke auf dem Silbertablett.

Drei Tore, eine Vorlage – und folgerichtig wurde Olise mit 88 Prozent der Stimmen zum Spieler des Spiels gewählt.

Bayern hatte also wieder seine beiden Offensivmaschinen am Laufen. Und Union bekam zu spüren, was passiert, wenn Kane und Olise gleichzeitig richtig Lust auf Fußball haben.

Schalke war allerdings kein Hirngespinst

Denn knapp zwei Wochen zuvor sah das alles noch ziemlich anders aus.

Beim 0:0 auf Schalke fehlten Kane und Olise von Beginn an. Bayern hatte zwar viel Ballbesitz, fand aber kaum Lösungen gegen die kompakte Defensive der Gastgeber. 14:2 Torschüsse lautete die Bilanz – und trotzdem blieb die Partie torlos.

Vor allem der zweite Anzug um Spieler wie Lennart Karl und Ismael Saibari wirkte damals noch nicht wirklich eingespielt. Das war kein Weltuntergang. Aber es war ein kleiner Warnhinweis.

Denn Bayern kann natürlich nicht jedes Spiel mit Kane, Olise und der kompletten ersten Garde lösen. Irgendwann kommen Verletzungen, Sperren, Rotation oder schlicht Gegner, die den Münchnern das Leben schwer machen.

Und genau deshalb lohnt sich ein Blick auf das Spiel dazwischen.

Elversberg zeigte, dass Bayern auch arbeiten muss

Denn beim Aufsteiger Elversberg bekam Bayern ebenfalls keinen gemütlichen Nachmittag serviert.

Die Saarländer waren mit zwei Siegen aus den ersten beiden Spielen gestartet und gingen auch gegen den Rekordmeister mutig zu Werke. Nach Lennart Karls Führung glich Maurice Krattenmacher aus – ausgerechnet ein Spieler, der erst im Sommer aus München nach Elversberg gewechselt war.

Am Ende gewann Bayern 2:1. Harry Kane erzielte in der 72. Minute den entscheidenden Treffer. Aber der Weg dorthin war deutlich mühsamer, als das Ergebnis vermuten lässt.

Elversberg suchte selbst den Weg nach vorne und stellte Bayern mit einer klaren eigenen Idee immer wieder vor Probleme. Nach dem Ausgleich reagierte Vincent Kompany und brachte unter anderem Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Luis Díaz und Alphonso Davies.

Der Unterschied zu Schalke lag dabei vor allem in der Herangehensweise: Schalke machte die Räume konsequent eng und zwang Bayern in ein Geduldsspiel. Elversberg suchte deutlich häufiger den Weg nach vorne – und zeigte damit auf eine andere Art, wie man den Rekordmeister beschäftigen kann.

Und ausgerechnet Krattenmacher lieferte dabei die perfekte Pointe: drei Saisontore nach drei Spieltagen – allesamt als Joker. Eines davon gegen seinen Ex-Klub.

Und dann kam Union

Gegen Union war von all diesen Problemen plötzlich nichts mehr zu sehen.

Musiala eröffnete den Abend, Kane erhöhte vom Punkt, Olise stellte noch vor der Pause auf 3:0. Nach dem Seitenwechsel ging es einfach weiter: Kane, Saibari, Olise, Olise.

7:0. 😬

Bayern hörte dabei nicht einmal auf, als das Spiel längst entschieden war. Genau das war vielleicht das Bemerkenswerteste an diesem Abend. Die Münchner verwalteten nicht, sie spielten weiter nach vorne.

Olise wollte offenbar unbedingt seinen Dreierpack. Kane wollte den nächsten Rekordtreffer. Saibari wollte endlich sein erstes Bundesliga-Tor für Bayern. Und Union wollte irgendwann vermutlich einfach nur noch, dass jemand den Schlusspfiff findet.

Der fiel schließlich beim Stand von 7:0.

Drei Spiele, drei ziemlich unterschiedliche Bayern

Und genau deshalb ist die kleine Serie seit Schalke eigentlich spannender, als es das 7:0 vermuten lässt.

Schalke: Bayern findet gegen einen tief stehenden Gegner kaum Lösungen und bleibt torlos.

Elversberg: Bayern gewinnt zwar, wird aber vom Aufsteiger ernsthaft gefordert und muss nach dem Ausgleich noch einmal nachlegen.

Union: Bayern zerlegt den Gegner mit Tempo, Qualität und einer Offensive, die plötzlich wieder alles zu können scheint.

Was davon ist nun die Wahrheit? Wahrscheinlich ein bisschen von allem.

Das 0:0 auf Schalke war sicher kein Beweis dafür, dass Bayern plötzlich ein grundsätzliches Problem hat. Aber es war eben auch nicht völlig bedeutungslos. Elversberg zeigte anschließend, dass selbst ein mutiger Aufsteiger Bayern aus der Komfortzone bringen kann.

Und Union? Union zeigte, wie es aussieht, wenn bei Bayern alles zusammenpasst.

Der eigentliche Test kommt erst noch

Deshalb wäre es auch zu einfach, nach dem 7:0 jetzt den Schalke-Abend komplett abzuhaken.

Bayern hat eindrucksvoll reagiert. Das steht außer Frage. Auf das 0:0 folgten ein 2:1 und ein 7:0. Neun Tore in zwei Spielen. Kane trifft, Olise trifft sogar noch häufiger, und auch die zweite Reihe beginnt, Argumente zu sammeln.

Aber die Hinrunde ist lang.

Nach der Länderspielpause geht es zunächst nach Augsburg. Danach warten unter anderem Leipzig, Freiburg und Dortmund. Dazwischen liegen weitere Aufgaben in Champions League und DFB-Pokal. Die Belastung wird also zunehmen – und damit auch die Bedeutung der Breite im Kader.

Dann wird sich noch viel besser zeigen, wie belastbar diese Entwicklung ist.

Denn die entscheidende Frage lautet nicht, ob Bayern einen Gegner mit 7:0 aus dem Stadion schießen kann. Das können die Münchner – gerade wenn Kane und Olise gemeinsam aufdrehen.

Spannender wird, was passiert, wenn ein Gegner wieder tief steht. Wenn Kane oder Olise fehlen. Wenn ein Spiel nach 60 Minuten immer noch 0:0 steht. Oder wenn Bayern nach einem Gegentor plötzlich selbst unter Druck gerät.

Schalke war also vielleicht tatsächlich nur ein Betriebsunfall. Elversberg war die Erinnerung daran, dass Bayern trotzdem arbeiten muss. Und Union? Das war dann erst einmal die ziemlich laute Antwort darauf.

Oder, um es mit Kompany zu sagen: ein Geschenk. 🎁

Und was für eins.

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