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·29. Juni 2026

„Kein Entwicklungsprojekt, sondern Stabilitätsgewinn“

Artikelbild:„Kein Entwicklungsprojekt, sondern Stabilitätsgewinn“

Mit Marcus Mathisen hat der FC St. Pauli einen zweikampfstarken Defensivstabilisator verpflichtet, der im Team eine Führungsrolle übernehmen kann, erklärt das Global Soccer Network.(Titelfoto: FC St. Pauli)

Marcus Mathisen ist 30 Jahre alt und war in seiner Karriere lange in Schweden aktiv, ehe es ihn in die zweite Bundesliga zog. Dort stieg er mit Wiesbaden ab, konnte einen weiteren persönlichen Abstieg aber mit dem 1. FC Magdeburg nun zwei Mal in Folge verhindern.Das klingt nicht nach dem Profil eines Spielers, für den sich in diesem Sommer dem Vernehmen nach gleich mehrere Zweitligisten mit Aufstiegsambitionen interessiert haben. Aber die Tatsache, dass das Interesse an Mathisen so groß gewesen ist, sollte bereits deutlich machen, dass er eben nicht „nur“ ein durchschnittlicher Zweitliga-Innenverteidiger ist. Mathisen kann für Teams in der zweiten Liga ein extrem wichtiger Spieler sein. Das zeigen auch die Daten und Einschätzungen des Global Soccer Network.


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Positionsprofil: Innenverteidiger mit Doppelrolle

Laut GSN ist Marcus Mathisen ein Spielertyp, der gegen den Ball seine größte Stärke hat. Im Stellen von Gegenspielern und in direkten Duellen habe er seine größte Wirkung. Zudem interessant für Teams, die mit einer Dreierkette agieren: Mathisen verteidige sehr aktiv, sichere nicht nur ab, sondern rücke auch gerne aus der Kette raus, um Druck auf den ballführenden Spieler zu erzeugen.Zudem sei er auch ein Verteidiger, der „den Ball kontrolliert in die nächste Linie bringen kann, ohne dabei übermäßig riskant zu werden.“ Allerdings schränkt GSN hier etwas ein, betont, dass Mathisen kein kreativer Aufbauspieler sei, sondern jemand, der mit sauberen und verlässlichen Pässen am Aufbauspiel beteiligt.Zwar kann Marcus Mathisen auch im defensiven Mittelfeld agieren, aber die Stärken von ihm als Innenverteidiger werden vom Global Soccer Network derart hervorgehoben, dass völlig klar ist, welche Position nun besser zu Mathisen passt.

Stärken, Entwicklungsfelder & Spielstil

Passend zum Positionsprofil hebt das Global Soccer Network den Defensivzweikampf als Stärke von Marcus Mathisen hervor. Hierbei helfen ihm seine Robustheit und die „hohe Schärfe und Präsenz“, mit denen er verteidige. Er agiere dabei nicht als abwartender Verteidiger, sondern suche die Zweikämpfe proaktiv. Das hänge auch damit zusammen, dass er Situationen gut antizipieren kann, er „erkennt Spielsituationen früh, liest Pässe und Bewegungen gut und reagiert schnell auf zweite Bälle.“

Zudem zählt das Global Soccer Network neben dem Passspiel noch das Positionsspiel von Marcus Mathisen zu seinen Stärken, weil es ihm gelinge, die Abstände zu den Mitspielern zu halten und er so für Kompaktheit sorgen könne. Ganz allgemein sei das taktische Verhalten eine der Stärken von Mathisen, weil es ihm gelinge, diszipliniert zu agieren und er seine Position und Rolle gut einschätze und ausfülle. Diese von GSN beschriebenen Eigenschaften und Stärken passen sehr gut zu der Einschätzung von Marcel Rapp: „Er kombiniert Aggressivität mit cleverem Stellungsspiel und Antizipationsvermögen.“

Führungsspieler mit stabilem Zweikampfverhalten

Eine weitere Stärke zählt das Global Soccer Network noch auf: Seine Qualitäten als Führungsspieler. Marcus Mathisen sei „kein junger Entwicklungsspieler, sondern ein erfahrener Verteidiger, der einer Kette Orientierung geben kann – gerade in hektischen Phasen oder bei Standards.“ Er übernehme auf dem Platz Verantwortung, gebe Struktur, bringe Präsenz in der letzten Linie. Gerade in der aktuellen Situation des FC St. Pauli, in der gerade mindestens ein signifikanter Teil der Führungsspieler wegbricht, darf nicht unterschätzt werden, wie wichtig es ist, Spieler im Team zu haben, die eine Führungsrolle einnehmen und auch bereits gezeigt haben, dass ihnen diese Rolle passt.

Zwar zählt das Passspiel zu den Stärken von Marcus Mathisen, allerdings laut GSN nur in einem gewissen Rahmen. Es sei stabil genug, „um den Aufbau nicht zu bremsen.“ Allerdings fehle es ihm an Kreativität, um Pressingstrukturen des Gegners aufzubrechen.Diese Einschätzung ist insofern interessant, da Mathisen in den letzten beiden Spielzeiten durchaus auch schon mit gelungenen Diagonalbällen oder Schnittstellenpässen erfolgreich gewesen ist. Auch die Einschätzung des Zweikampfverhaltens ist unterschiedlich: Die Zahlen zeigen eine eher unterdurchschnittliche Erfolgsquote von Mathisen in Zweikämpfen. Aber das Videoscouting hatte mich schon einschätzen lassen, dass er eigentlich etwas besser in den direkten Duellen ist, als es die Zahlen vermuten lassen. Nun hebt GSN sein Zweikampfverhalten sogar explizit als große Stärke hervor.

Übrigens erklärt das Global Soccer Network auch, dass Marcus Mathisen auf engen Räumen und bei schnellen Richtungswechseln Probleme bekommen kann, weil er selbst nicht so beweglich ist wie zum Beispiel dribbelstarke Gegenspieler. Das Grundtempo an sich zählt aber nicht zu seinen Entwicklungsfeldern, sondern vielmehr zu seinen Stärken. Entsprechend bekäme er nicht „sofort Probleme, wenn die Kette etwas höher steht,“ so das Global Soccer Network. Auch hier dürfte es widersprüchliche Einschätzungen geben.

Wie passt Mathisen zum FC St. Pauli?

Das Global Soccer Network bezeichnet Marcus Mathisen als „Startelf- oder engen Rotationsspieler“. Er besitze ein Profil, das sofort konkurrenzfähig sei und er könne auf allen Positionen in der Innenverteidigung (egal, ob Dreier- oder Viererkette) eingesetzt werden. Damit passe er vor allem dann zum FC St. Pauli, „wenn die Mannschaft eine kontrollierte, stabile letzte Linie braucht.“ Dem Team könne er besonders in Phasen helfen, in denen Druck verwaltet oder ein enges Spiele kontrolliert werden müsse. Dabei habe er vor allem seine Stärken in den direkten Duellen, aber auch in Sachen Antizipation und taktischer Disziplin. Mit dem Ball sei er zwar „kein kreativer Innenverteidiger“, aber er habe genug Qualität, „um den Ball sauber in die nächste Linie zu bringen.“

Marcus Mathisen kann für den FC St. Pauli also ein Stabilisator sein, in dreifacher Hinsicht: Im Offensivspiel, weil er sehr sicher im Passspiel ist. Im Defensivspiel, weil er zweikampfstark und taktisch smart ist. Und dann wäre da noch die Rolle als Führungsspieler. Eine Rolle, die sicher nicht nur ihm zusagt, sondern die die Verantwortlichen von ihm auch einfordern. Dass Mathisen so eine Rolle übernimmt, ist vermutlich ein ziemlich entscheidener Punkt, warum er verpflichtet wurde. Was der FCSP von ihm erwartet, ließ Andreas Bornemann bei der Verkündung des Transfers durcklingen: Jemanden, der dem Team mit seiner Erfahrung sofort helfen kann und diesem Stabilität gibt: „Wir haben nach einem erfahrenen Innenverteidiger gesucht, der die 2. Liga bereits kennt und entsprechend keine lange Anlaufzeit brauchen wird. Marcus erfüllt dieses Profil absolut und kann unserer Hintermannschaft in der Defensivarbeit aber auch mit dem Ball Stabilität verleihen.“

Laut Global Soccer Network stehen die Chancen ziemlich gut, dass Marcus Mathisen der vom FC St. Pauli gesuchte und benötigte Spieler sein kann. GSN bescheinigt Marcus Mathisen auf jeden Fall ein hohes Niveau: Sein aktueller GSN-Index liegt bei 66,4. Dieser kann noch auf 67,3 ansteigen – beides ist Bundesliganiveau.Das Fazit des Global Soccer Network:„In der 2. Bundesliga kann er ein klarer Startelfkandidat sein, weil sein aktuelles Niveau über dem Ligadurchschnitt liegt und seine Defensivqualitäten sofort greifen. Seine Grenzen liegen in Kreativität, Beweglichkeit, Dribbling und offensiver Unterstützung ohne Ball. Erwartet man von ihm einen dominanten Balltreiber aus der Kette, wäre das Profil falsch genutzt. Setzt man ihn als strukturgebenden, robusten Innenverteidiger mit sauberem ersten Pass ein, ist Mathisen ein sehr sinnvoller Baustein für eine Mannschaft, die defensive Verlässlichkeit und Aufstiegsfähigkeit verbinden will.“

// Tim

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