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·19. Mai 2026
Klassenerhalt und Saisonziel sind erreicht, doch im Sommer muss einiges passieren, sonst wir es schwer – Ein Kommentar

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Simon Bartsch
19 Mai, 2026
„Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ könnte die abschließende Beurteilung der Spielzeit 25/26 für die Geißböcke lauten. Denn trotz des erreichten Klassenerhalts zeigten sich bei den Kölnern zu häufig eklatante Schwächen, die in der anstehenden Saison kompensiert werden müssen.
Die Spieler des 1. FC Köln (Foto: Stuart Franklin/ Getty Images)
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Thomas Kessler wirkte nach der 1:5-Niederlage gegen den FC Bayern München nicht dramatisch geknickt. Gegen den Rekordmeister darf man nun mal verlieren und wenn der Klassenerhalt schon sicher in trockenen Tüchern ist, vielleicht dann auch in der Deutlichkeit wie am 34. Spieltag. Der Geschäftsführer Sport erklärte, dass es für einen Verein wie den 1. FC Köln nicht selbstverständlich sei, bereits am 32. Spieltag die Klasse gehalten zu haben. Und damit hat der Ex-Keeper der Geißböcke durchaus recht. Nach einem Aufstieg, zudem noch in einer Spielzeit, in der eine Transfersperre aus der Vorsaison noch ein wenig nachwirkt, ist der direkte Wiederabstieg durchaus ein realistisches Szenario. Kessler hat im vergangenen Sommer einen gewaltigen Umbruch vollzogen, eine neue Mannschaft musste sich finden. Eine Mannschaft, in der Spieler einen Stammplatz bekamen, die bislang noch nicht so wirklich Bundesliga-Erfahrung gesammelt hatten.
Insofern war der Klassenerhalt für den FC sicher kein Selbstläufer. Geschäftsführer, die beiden Trainer, Teile der Mannschaft wurden nicht müde zu betonen, dass Auf und Abs zu einer Aufstiegs-Saison dazu gehören. Zudem gehört zur Wahrheit, dass Kesslers Transfer-Investitionen im Sommer gepaart mit dem fulminanten Saisonstart zum einen die Erwartungen massiv angehoben, zum anderen spielerische Probleme kaschiert haben, die bereits im Pokal gegen Regensburg, aber auch gegen Mainz deutlich sichtbar waren. Es entstand eine Euphorie, die mit der ersten kleinen ergebnistechnischen Delle wie ein Kartenhaus zusammenfiel und sich ins Gegenteil verkehrte. Und dann ist man schneller beim „Aber“ zu Kesslers Klassenerhalts-Erleichterung als Said El Mala der Bayern-Hintermannschaft die Hacken zeigen kann. Es wäre zu leicht, sich mit dem Erreichten Saisonziel zufrieden zu geben, es abzuhaken, Mund abputzen und weiter.
Die Zeiten, in denen man 40 Punkte brauchte, um die Klasse zu halten sind lange vorbei, hat es eigentlich so auch nie wirklich gegeben. Im Schnitt waren es 33 Zähler, die zum Verbleib ausreichten. In dieser Saison hätten dem FC 30, angesichts der für einen Abstiegskandidaten überragenden Tordifferenz sogar 29 Punkte gereicht – ein erstaunlich schwacher Wert. Und ein – tja vielleicht kurioser, wenn man bedenkt, dass Lukas Kwasniok 26 dieser 29 Zähler nach dem 27. Spieltag eingefahren hatte. Ein Sieg oder drei Unentschieden in den verbleibenden sieben Partien hätten dem Ex-Coach zum erklärten Saisonziel gereicht. Das war zum damaligen Zeitpunkt nicht abzusehen. Und demnach ist es falsch, aus dem reinen Punkteschnitt abzuleiten, dass die Trainer-Entlassung voreilig gewesen sei. Genauso falsch fühlt es sich jetzt aber an, René Wagner den Klassenerhalt als Beförderungs-Grundlage auszulegen. Zumindest bekommt die offensichtliche Schnell-Analyse, die Richtung Wagner läuft, ein Geschmäckle.
Rein ergebnistechnisch hat der 37-Jährige weniger Punkte eingefahren als Kwasniok, die Mannschaft in den Spielen nicht mehr überzeugt als unter dem Vorgänger und für eine erkennbare Entwicklung der Spieler fehlte die Zeit. Es wird noch andere Komponenten geben, die die Verantwortlichen in dem jungen Trainer sehen, eine Zukunft, großes Potenzial, eine Expertise. Doch zum Trainer gehört eben auch eine Mannschaft und deren Zusammenstellung. Und auch wenn zu Beginn viel als perfekt passend erschien, sieht die Realität an einigen Stellen anders aus. Im Spiel mit dem Ball fehlte dem FC zu oft das Kreative, die Idee, in der Defensive unterliefen zu viele Patzer, kleine Fehler, die eklatante Folgen hatten. So gut die Tordifferenz für den FC auch war, verdeutlicht sie auf der anderen Seite ein Ungleichgewicht zwischen Angriff und Abwehr. Mit 49 Toren gehörte Köln zur oberen Tabellenhälfte, nur drei Teams kassierten mehr Gegentreffer.
Ja, der FC hat den Klassenerhalt und damit das Saisonziel erreicht. Das war wichtig. Aber Kessler hat sich zur Maxime gemacht, dass er eine Mannschaft inklusive Trainer zusammenstellen will, die ähnliches erreicht. Dabei werden mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Punkte nötig sein als in dieser Spielzeit. Potenzielle Abgänge von Said El Mala, Jakub Kaminski oder Jahmai Simpson-Pusey würden nur schwer zu kompensieren sein. Schon jetzt scheint klar, damit das Saisonziel auch in der kommenden Saison erreicht wird, müssen nicht nur Mannschaft und Trainer noch eine Schippe drauflegen. Die angekündigte Analyse muss also eine besonders gründliche werden.







































