90PLUS
·1. Oktober 2026
Klopp nimmt Woltemade die Last – treffen muss er selbst

In partnership with
Yahoo sports90PLUS
·1. Oktober 2026

Ein verkorkstes Jahr in Newcastle, ein verschossener Elfmeter gegen Paraguay, Kritik nach wenigen Wochen bei Juventus – Nick Woltemade schleppt einiges mit sich herum. Jürgen Klopp räumt es mit einem Satz beiseite. Das Toreschießen kann er ihm nicht abnehmen.
„Es gibt andere Probleme im Leben“, sagte der Bundestrainer vor dem Spiel gegen Serbien, wie der Sport-Informations-Dienst von der Pressekonferenz berichtet. Gemeint war das gesamte Paket der vergangenen Monate, vom Fehlschuss beim WM-Aus im Sechzehntelfinale bis zur frühen Medienschelte in Turin. Klopp machte daraus keine Krise, sondern eine Randnotiz. Der Stürmer wirke fröhlich, man sei froh, ihn dabeizuhaben.
So redet ein Trainer, der weiß, was ein Angreifer mit angeknackstem Selbstverständnis zuerst braucht: Ruhe. Erst danach kommen Laufwege.
Bemerkenswerter als der Trost ist der Plan. In England habe Woltemade am Ende praktisch überall gespielt, stellte Klopp fest – beim DFB solle er so weit vorne wie möglich auflaufen. Das darf man als höfliche Kritik an Newcastle verstehen, wo der 1,98-Meter-Mann zeitweise tief im Mittelfeld Bälle schleppte. Dazu das Lob für die Technik: Der Junge könne richtig gut kicken und müsste Gegner damit eigentlich Woche für Woche überraschen.
Zwölf Länderspiele, vier Tore – die Quote des 24-Jährigen ist ordentlich. Was fehlte, war eine Rolle. Die hat er jetzt, zumindest auf dem Papier.
Die Pointe: Die meisten Prognosen sehen Jonathan Burkardt in der Startelf, nicht Woltemade. Klopp kann sich Experimente kaum leisten. Nach dem 1:1 in den Niederlanden und dem 0:1 gegen Griechenland wartet er auf seinen ersten Sieg, mit seinem zweiten Kader, den er laut kicker für das Serbien-Spiel auf 23 Mann reduziert hat. Die Serben haben beide Auftaktpartien 1:2 verloren. Im Tor debütiert Jonas Urbig.
Klopps Stärke war immer, Spieler größer zu machen, als sie sich selbst gerade fühlen. Bei Woltemade fängt er damit früh an, und das ist klug. Nur hat der Bundestrainer selbst gerade wenig Kredit zu verteilen. Vertrauen in einen Stürmer zeigt sich nicht im Presseraum, sondern in der Aufstellung.
Ein Trainer kann einem Angreifer den Rucksack abnehmen. Den Ball über die Linie drücken muss der schon allein.







































