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·10. September 2026
Klopps Kalender: Vier Spiele in elf Tagen

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Am 17. September nominiert Jürgen Klopp seinen ersten Kader als Bundestrainer. Vier Tage später beginnt das Trainingslager, drei Tage darauf das Debüt in Amsterdam. Dann folgen drei weitere Länderspiele. Ausgerechnet der Mann, der den vollgestopften Fußballkalender jahrelang öffentlich attackiert hat, startet in dessen Extremvariante.
Die Zahlen des Einstands sind bemerkenswert. Nations-League-Auftakt am 24. September gegen die Niederlande, drei Tage später Griechenland in Augsburg, am 1. Oktober Serbien in München, am 4. Oktober das Rückspiel in Griechenland. Vier Pflichtspiele in elf Tagen – und bis zum ersten davon stehen dem Bundestrainer nach Angaben des DFB gerade zwei Trainingseinheiten zur Verfügung.
Für die Spieler ist es der Anschluss an einen Sommer, den es faktisch nicht gab. Die WM in Nordamerika endete im Juli, die Bundesliga läuft seit Ende August, die Champions League hat diese Woche begonnen. Wer bei allen drei Wettbewerben dabei ist, hat in zwölf Monaten kaum drei zusammenhängende freie Wochen gehabt.
Klopps Haltung zu diesem Kalender ist dokumentiert. Als Global Head of Soccer bei Red Bull nannte er die aufgeblähte Klub-WM „die schlechteste Idee, die jemals im Fußball umgesetzt wurde“ und warnte vor einer Verletzungswelle in der Folgesaison. Sein Argument damals: 70 bis 75 Spiele im Jahr liegen deutlich über dem, was ein Körper aushält, und wer keine Pausen bekommt, liefert irgendwann keine Topleistung mehr.
Er hat diese Sätze nicht als Bundestrainer gesagt, sondern als Externer. Interessant werden sie jetzt trotzdem – weil er in der neuen Rolle zu denen gehört, die den Terminplan nicht nur kommentieren, sondern mit ihren Nominierungen füllen.
Die unangenehme Wahrheit dieser Debatte: Es gibt kaum einen Beteiligten ohne Eigeninteresse. Die UEFA hat die Ligaphase auf 36 Klubs und acht Partien pro Team ausgeweitet, die FIFA hat den Sommer besetzt, die Verbände haben Länderspielfenster mit vier statt zwei Partien, die Klubs kassieren an jeder zusätzlichen Runde mit. Kritik kommt fast immer von denen, die gerade nicht profitieren.
Genau deshalb ist Klopps Position jetzt spannender als vorher. Ein Bundestrainer kann Spieler schonen, rotieren, auf Vorbelastungen Rücksicht nehmen – oder er kann in einem Debütmonat mit vier Spielen versuchen, sofort Ergebnisse zu liefern. Beides gleichzeitig geht nicht.
Die Mannschaft kommt nach einem WM-Aus im Sechzehntelfinale und einem Trainerwechsel. Sie braucht Punkte, sie braucht ein Gesicht, sie braucht schnelle Erfolgserlebnisse. Und sie bekommt vier Spiele in elf Tagen, um beides zu beweisen.
Man wird an den Aufstellungen im Oktober ablesen können, wie ernst dieser Bundestrainer seine eigenen Sätze nimmt. Wer den Terminplan für zu voll hält, darf ihn nicht mit denselben elf Namen bespielen.







































