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·27. März 2026

Klub-Überblick: Basketballer und Jugend brillieren, Blancas scheitern erneut

Artikelbild:Klub-Überblick: Basketballer und Jugend brillieren, Blancas scheitern erneut
Artikelbild:Klub-Überblick: Basketballer und Jugend brillieren, Blancas scheitern erneut

Real Madrids Basketballer marschieren zu neuen Titeln, aber auch beim Fußball-Nachwuchs sieht es aktuell rosig aus – Fotos: realmadrid.com

Basketballer zurück in der Elite

Zu Beginn erinnerte die Saison 2025/26 in vielerlei Hinsicht an die vergangene Spielzeit, in der Real Madrid Baloncesto zwar den nationalen Titel souverän verteidigt, in der EuroLeague aber enttäuschend abgeschnitten hatte, was primär an fehlender Konstanz in beinahe allen Belangen lag. Nach holprigem Neubeginn unter Trainerlegende und Rückkehrer Sergio Scariolo und mit einem an mehreren Positionen erneuertem Kader nahmen die Königlichen ab Dezember immer mehr an Fahrt auf und haben sich inzwischen – kurz vor der entscheidenden Phase der Spielzeit – eindrucksvoll in der europäischen Spitze zurückgemeldet.


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Nach 33 von 38 Spieltagen der Ligaphase der EuroLeague liegen die Königlichen mit 21 Siegen und zwölf Niederlagen auf dem dritten Tabellenplatz, nur zwei Siege hinter Spitzenreiter und Titelverteidiger Fenerbahce. Damit ist die direkte Qualifikation in die Playoffs respektive ins Viertelfinale, wofür einer ersten sechs Ränge nötig wäre, realistisch und absehbar, noch wichtiger wäre es jedoch, am Ende unter die ersten vier Teams zu kommen, denn so hätten die Madrilenen im Viertelfinale Heimrecht in einem potenziellen entscheidenden, fünften Spiel. Was wiederum angesichts der enormen Heimstärke in der aktuellen Saison ein echter Wettbewerbsvorteil wäre – bisher verloren Sergio Llull und Co. nur ein einziges Spiel in der heimischen Movistar Arena, in der sie fast schon unantastbar wirken. Für jedes andere Team wäre es eine gewaltige Aufgabe, den EL-Rekordmeister mindestens einmal auf dessen Parkett schlagen zu müssen.

Scariolo hat innerhalb relativ kurzer Zeit ein gut geöltes, stimmiges Kollektiv entwickelt: Etablierte Leistungsträger wie Mario Hezonja, Facundo Campazzo oder Eddy Tavares performen konstant und stabil auf höchstem Niveau, ohne dass die Mannschaft aber  von ihnen zu abhängig ist, denn auch Neuzugänge (Chuma Okeke, Teo Maledon, Trey Lyles, David Kramer), Rückkehrer (Gabriel Deck) und bisherige Ergänzungsspieler (Alberto Albalde, Andrés Feliz) haben sich erstaunlich schnell eingefügt und zu wichtigen Säulen entwickelt, sodass Real nun auch in der Breite exzellent funktioniert. Und dann ist da immer noch Kapitän Llull, dessen Klasse gerade in besonderen und entscheidenden Momenten unvergänglich zu sein scheint.

Derweil ist die Dominanz der Madrilenen in der heimischen Liga ACB so eindeutig und furchteinflößend, dass jedes Szenario, in dem Real nicht zum dritten Mal in Folge spanischer Meister wird, kaum noch vorstellbar ist. Bis dato stehen bei nur zwei Niederlagen 21 Siege zu Buche – sechs mehr als der erste Verfolger Valencia –, womit die Pole-Position und das Heimrecht für die Playoffs praktisch schon gesichert sind. Und zu guter Letzt nimmt die Dominanz der Blancos gegenüber dem Erzrivalen aus Barcelona mittlerweile historische Ausmaße an: Real gewann wettbewerbsübergreifend elf der letzten zwölf Clásicos, teilweise mit vernichtenden Ergebnissen, so auch zuletzt am vergangenen Sonntag in Barcelona, als man die Katalanen mit 96:75 deklassierte.

Nicht nur eine Frage der Qualität: Blancas und ihr Trauma

Auch Real Madrids Frauenabteilung vollzog vor der Saison einen umfassenden Umbruch, den größten seit der Gründung im Jahr 2000. Mit Pau Quesada übernahm ein neuer Übungsleiter die Geschicke in Valdebebas, dazu wurde der Kader erheblich aufgefrischt und auch verbessert. Unter anderem mit Merle Frohms und Sara Däbritz aus Deutschland, die sich auf Anhieb etablieren und durchsetzen konnten – Frohms fällt nach einem Kreuzbandriss allerdings seit Monaten aus. Und tatsächlich machten die Blancas den nächsten Schritt: In der spanischen Liga F lässt man aktuell in Spielen gegen schwächere Gegner deutlich seltener Punkte liegen als in den Vorjahren, vor allem aber in der Women’s Champions setzten die Madrileninnen einige eindrucksvolle Ausrufezeichen: Mit Siegen gegen Paris Saint-Germain, Paris FC, AS Rom und den VfL Wolfsburg in der Ligaphase qualifizierte man sich recht souverän für die K.o.-Phase, und mit Paris FC wurde auch dort die erste Hürde mit Bravour genommen. Wie im Vorjahr wurde erneut das Viertelfinale erreicht, doch bereits nach dem Hinspiel ist der Traum vom nächsten, historischen Schritt unter die besten vier in Europa nach faktisch zerplatzt – am Mittwochabend unterlagen Reals Frauen im Estadio Alfredo Di Stéfano dem Erzrivalen Barcelona mit 2:6, womit das Rückspiel eine reine Formalie wird. Wie schon zuvor in der Copa del Rey, wie schon seit Jahren und in allen Wettbewerben ist der Serienmeister aus Katalonien für die Blancas der ultimative Albtraum auf dem Weg zum ersten Titel überhaupt.

Kaum etwas spiegelt das Dilemma der Blancas wider wie das 2:6 vom Mittwoch oder das 0:4 in der Copa Anfang Februar gegen Barcelonas Frauenteam. Bei allen sichtbaren Fortschritten, die Reals jüngste Abteilung seit Jahren macht, bleibt eines bis heute unverändert: Die erschreckende und fatale Unterlegenheit und Hilflosigkeit in direkten Duellen gegen FC Barcelona Femeni. Die mittlerweile nicht nur mit sportlichen Argumenten zu erklären ist, denn bei aller immer noch vorhandenen qualitativen Überlegenheit Barcelonas sind die Unterschiede längst nicht mehr so eindeutig wie die Ergebnisse. Gegen ein immer noch besseres, ja das beste Team Europas in der Regel zu verlieren, ist logisch, doch fast jedes Mal regelrecht zerlegt zu werden, entspricht nicht mehr dem tatsächlichen sportlichen Niveau.

Offenbar hat Real Madrid Femenino im Laufe der Zeit einen gewissen Komplex gegenüber dem Rivalen aus Katalonien entwickelt, der fast schon einem Trauma ähnelt und mittelfristig nicht nur mit reinen sportlichen Maßnahmen zu überwinden sein wird. So wird man auch psychologische, mentale Aspekten analysieren müssen, um daraus entsprechende Schlüsse und Maßnahmen zu ergreifen. Anderenfalls drohen alle sportlichen Entwicklungsschritte wieder und wieder im entscheidenden Moment zu verpuffen.  So wie auch dieses Mal in der nationalen Liga, in der Däbritz und Co. mühelos den zweiten Rang belegen, ohne jedoch den Hauch einer Chance, an Barcelonas Thron zu kratzen.

Castilla trotzt Widerständen und Umwälzungen

Als Álvaro Arbeloa Mitte Januar plötzlich zum Trainer der ersten Mannschaft Real Madrids berufen wurde, setzte man beim Reserveteam der Königlichen auf Kontinuität – wie schon zuvor im Sommer bei der A-Jugend übernahm Julián López de Lerma das Ruder und auch diesmal trat er ein gut bestelltes Feld an: Bei Arbeloas Abgang lag Real Madrid Castilla auf Tabellenplatz drei der Primera Federación (3. Liga) und mischte ordentlich im Kampf um die Aufstiegs-Playoffs mit.

Gut zwei Monate später hat sich am Tabellenbild wenig verändert – aktuell liegen die Blancos zwar auf Rang sieben, bis zum Drittplatzierten ist ein allerdings nur ein einziger Zähler. In zehn Partien unter López de Lerma verlor die Castilla nur zweimal, darunter beim unangefochtenen Spitzenreiter Tenerife, konnte aber auch nur zwei Partien für sich entscheiden. Angesichts der Umstände, die den neuen Coachs aber begleiten, sind die sechs Remis durchaus respektabel. Im Gegensatz zu Xabi Alonso setzt Arbeloa nämlich auf Canteranos im ersten Team und beruft regelmäßig auch bis zu sieben Castilla-Spieler in den Profikader. Damit fehlen der Reserve auch im Training immer wieder die wichtigsten Säulen, was meist durch den Nachwuchs aus der Juvenil A aufgefangen wird. Trotzdem gehört Real Madrid Castilla aber unverändert zur Gruppe mehrerer Aufstiegskandidaten, wobei sich die Grundsatzfrage stellt, ob und inwieweit ein Aufstieg in die Segunda División überhaupt erstrebenswert und sinnvoll wäre. Zumindest hat sich die dritte Spielklasse in den letzten Jahren als passendes Umfeld für den eigentlichen und wichtigsten Auftrag des Teams erwiesen – als finale Station für Talente auf dem Weg in den Profibereich. Raúl Asencio, Gonzalo García, Nico Paz, Jacobo Ramón und Chema Andrés sind schon längst bekannte Namen, aber Fußball-Europa hat mittlerweile auch Thiago Pitarch, Jorge Cestero, Manuel Ángel oder César Palasios auf großen Bühnen gesehen und kennengelernt. Ob diese Entwicklung auch in der zweiten Liga, einem ganz anderem, knallharten Profi-Umfeld ungestört weiterginge, ist jedenfalls fraglich.

Aktuell ist die Castilla aber eindeutig auf einem sehr guten Weg, auch im internationalen Vergleich: Bei der ersten Teilnahme am Premier League International Cup in England steht die Truppe aus Valdebebas nach zwei Siegen und zwei Remis in der Gruppenphase gegen englische Nachwuchsteams nämlich im Viertelfinale und wird dort am 7. April auf die U19 von Manchester United treffen – im legendären Old Trafford.

Juvenil A marschiert weiter

National wie international noch erfolgreicher, beinahe schon dominant, präsentiert sich Real Madrids A-Jugend. In der regionalen Liga División de Honor mit neun Punkten vor Atlético Madrid sechs Spieltage vor Schluss ohnehin unangefochten und auf dem besten Weg zur Titelverteidigung, marschierte Reals U19 gleichzeitig zunächst durch die Ligaphase der UEFA Youth League – sieben Siege und nur eine Niederlage bedeuteten das problemlose Erreichen der K.o.-Phase.

Und obwohl die Kettenreaktion nach dem Trainerwechsel bei den Profis auch die A-Jugend betraf, machte Álvaro López genau dort weiter, wo López de Lerma vor dem Aufstieg zum Castilla-Coach aufgehört hatte: Real Madrids Nachwuchs schaltete erst in den Playoffs das gleichaltrige Team von Olympique Marseille aus (5:2), im Achtelfinale folgte der FC Chelsea (1:0) und zuletzt wurde auch Sporting aus Lissabon mit 2:1 bezwungen, was gleichbedeutend mit der Teilnahme am Final-Four-Turnier in Nyon (Schweiz) ist. Am 17. April trifft die Juvenil A im YL-Halbfinale auf die U19 von Paris Saint-Germain und würde bei einem weiteren Erfolg zwei Tage später gegen den Gewinner des Duells zwischen Benfica und Club Brügge im Finale um die europäische Nachwuchs-Krone spielen. Nach 2019/20 wäre es der zweite Youth-League-Titel für Reals A-Junioren.

Ungeachtet dessen bereitet die Nachwuchsarbeit in Valdebebas auch in der Gesamtbetrachtung allen Anlass zur Freude. Talente wie Jorge Cestero, Diego Aguado oder Daniel Yáñez haben nicht nur längst den parallelen Sprung in die Castilla geschafft, sondern machen unterdessen auch bei den Profis auf sich aufmerksam. Und dahinter lauern bereits die nächsten Youngstars auf ihren nächsten Schritt.

Real Madrid C zwischen Abstiegskampf und Zweckerfüllung

Während es in Reals Unterbau also insgesamt sehr erfreulich läuft, bleibt die 2023 wieder gegründete dritte Mannschaft der Königlichen, die jungen Talenten ein Sprungbrett zum Reserve-Team bietet, weiterhin das einzige Sorgenkind, zumindest hinsichtlich der reinen Ergebnisse. Wie schon in der Vorsaison steckt das Team erneut mitten im Abstiegsstrudel, und nach einer Niederlagenserie nach dem Jahreswechsel schien die Lage fast hoffnungslos zu sein. Doch zuletzt konnte man sich mit drei Siegen in Folge wieder etwas Luft verschaffen: Bei noch sechs ausstehenden Spielen belegt Real Madrid C aktuell den 14. Tabellenplatz in der 18-köpfigen vierthöchsten spanischen Spieklasse, also nur eine Liga unter der Castilla, was am Ende zum direkten Abstieg führen würde. Zum 13. Platz und dem Playout sowie zum nächsten Rang und dem rettenden Ufer sind es allerdings nur jeweils zwei Punkte. In der letzten Saison musste man den Weg zum knappen Klassenerhalt durch das Playout gehen, und auch diesmal wird es wohl ähnlich spannend.

Erschwerend kommt für die Dritte der Umstand, dass aufgrund der personellen Situation sowie der Doppelbelastung bei der Castilla immer wieder Spieler beim Reserveteam aushelfen müssen – vor allem Stürmer Jacobo Ortega und Mittelfeld-Mann Roberto Martín wurden immer wieder schmerzlich vermisst, konnten aber gleichzeitig eine Spielklasse höher durchaus Potenzial erkennen lassen. Parallel dazu dient die dritte Mannschaft jungen Talenten auch als Wiedereinstiegsbühne nach schweren Verletzungen, so wie im Fall von Daniel Mesonero. 2024 zog sich der damalige A-Junior einen Kreuzbandriss zu, woraufhin er die gesamte Saison 2024/25 verpasst hatte. Im Oktober 2025 kehrte der 20-Jährige über Einsätze bei Real Madrid C, die ihn einige Wochen später zur Castilla führten, und am 20. Januar gab Mesonero sogar sein Profidebüt – gegen Monaco wurde der Canterano in der 83.Minute eingewechselt und sammelte damit innerhalb kürzester Zeit Einsätze in der vierten und dritten spanischen Liga sowie in der Champions League. Medial und sportlich zwar eine Randerscheinung, zieht die Mannschaft aus der genannten Funktion durchaus ihre Daseinsberechtigung und Relevanz für das Gesamtkonstrukt Real Madrid.

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