come-on-fc.com
·31. August 2026
Kommentar: Die neue Euphorie muss man genießen, der FC darf nur nicht ihr Opfer werden

In partnership with
Yahoo sportscome-on-fc.com
·31. August 2026


Simon Bartsch
31 August, 2026
Kollektives Aufatmen bei den Geißböcken nach dem zweiten Sieg im zweiten Pflichtspiel. Doch der mahnende Finger muss auch in der Stunde des Genießens erlaubt sein. Die Vorsaison ist noch in bester Erinnerung – ein Kommentar.
Jubel bei den Spielern des 1. FC Köln
Ihr wollt immer aktuell informiert sein? Folgt dem WhatsApp-Kanal von come-on-fc.com.



Thomas Kessler brachte es nach dem Spiel gegen die TSG Hoffenheim am Samstagabend in den frisch gestylten Katakomben des Kölner Stadions auf den Punkt. Der Geschäftsführer Sport erklärte, dass so ein Sieg wie das 3:2 über die Sinsheimer beim FC einfach jedem gut tun würde – den Spielern, dem Trainer, allen anderen und am Ende dann auch ihm selbst. Was ziemlich banal und schon von der Natur der Sache absolut stimmig klingt, hat dann auch viel von Erleichterung. Natürlich können die Kölner Verantwortlichen öffentlich erklären, der Kader sei absolut bundesligatauglich. Man sei sich sicher, dass dieses Team die Qualität habe, die Klasse zu halten. Sie können es nicht nur, sie müssen es sogar. Es wäre schließlich ziemlich fatal, sich schon vor dem ersten Anpfiff, ein Scheitern einzugestehen. Nur Hand aufs Herz: Verursacht das Wort „bundesligatauglich“ während der Transferphase, kurz vorm Deadline Day und auf kommunizierter Spieler-Suche nicht dann doch so etwas wie ein hysterisches Schrillen der Alarmglocken?
Mehr zum Thema:>> Said El Mala macht es besonders cool>> Stimmen zum Spiel
De facto sind die Kölner nicht in dem Wissen in die Saison gestartet, dass dieser Kader die Qualität für die Bundesliga hat. Wie auch? Viele Teile haben sich erst in den vergangenen Wochen zusammengefügt und die Vorbereitung hatte viel von einem provisorischem Auffüllen sowie jede Menge „Wenn“ und „Aber“. Auch jetzt stehen da bekanntlich noch einige Fragezeichen und es sind Fragezeichen, die durch die beiden bisherigen Pflichtspiele nicht beantwortet wurden. Das knappe 2:1 gegen Würzburg ließ beispielsweise viel Spielerisches vermissen, der 3:2-Erfolg über Hoffenheim offenbarte noch die ein oder andere Unstimmigkeit – gerade im Abwehrverbund. Der Kader hat ebenfalls noch Lücken, die man eigentlich auffüllen will oder wollte. Aber: Die beiden ersten Ergebnisse haben dem FC schon einmal einen guten Saisonstart und damit auch ein wenig Luft verschafft. Der Druck ist für den Moment vom Kessel.
Nicht nur das: Der 3:2-Erfolg über – immerhin den Europa-League-Teilnehmer – Hoffenheim hat aufgrund der Art und Weise des Zustandekommens sogar viel von einem Brandbeschleuniger. Der Doppelpack von Stürmer Thijs Dallinga, der zuletzt weder treffsicher noch glücklich erschien, das Tor von Said El Mala, bei dem man nicht sicher war, wie er mit dem Druck im Rahmen der Vertragsverlängerung umgehen würde und das goldene Händchen von René Wagner, der bewies, dass er eben auch kurz vor Spielende die richtigen In-Game-Entscheidungen treffen kann, haben eine kölsche Euphorie ausgelöst. Das sollte man weder kritisieren noch überheblich belächeln. Wie René Wagner es wohl sagen würde, soll man diese nun einfach mal genießen. Richtig. Die drei Punkte gegen Hoffenheim sind Zähler, die man in der Endabrechnung vielleicht nicht eingeplant hat. Die zweite Runde im Pokal war natürlich Pflicht, sie bringt dennoch Geld ein. Der Saisonstart ist geglückt, man fährt ohne Druck nach Stuttgart. Kölner Euphorie? Haken dran!
Und dann ist man schnell bei der Euphorie des Vorjahrs. Schwacher Auftritt im Pokal, aber zweite Runde. Zittersieg gegen Mainz, aber drei Punkte. Starker Auftritt gegen Freiburg, Unentschieden gegen Wolfsburg und auf der Tribüne wurde die vermeintlich bevorstehende Europa League besungen. Immer mit einem Augenzwinkern. Aber auch mit dem Gefühl, der Umbruch im Sommer hat geklappt. Marius Bülter und Co. schlagen wir erhofft ein, Don Kess kocht das Klassenerhalt-Süppchen und vielleicht geht nach oben ja wirklich was. Der graue Liga-Alltag kam schneller als gewünscht, nicht alle Transfers wurden den Erwartungen gerecht, Verletzungspech, fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen und… Und plötzlich das Gefühl von Abstiegskampf. Man kann nicht oft genug betonen, dass der Aufsteiger Köln in der vergangenen Spielzeit nicht ein einziges Mal unterm Strich gestanden hat.
Tatsächlich haben sich die Geißböcke nach dem fulminanten Start lange in genau den Gewässern aufgehalten, die man vor der Spielzeit auf der Bundesliga-Karte als das mögliche FC-Gebiet ausgemacht hatte. Das Gefühl vollkommen abzustürzen, sportlich von Misserfolg zu Misserfolg zu tingeln, hatte also vielleicht auch viel von der Fallhöhe der Anfangseuphorie. Dieses Bild kann und soll auch nicht über sportliche Missstände, über schwache Leistungen und vielleicht auch sportliche Fehlentscheidungen hinwegtäuschen. Es kann aber verdeutlichen, dass sich die Wahrnehmung des Anspruchs dann auch schon mal verschieben kann. Der Maßstab einer Saison sollte sich nicht durch einen starken Auftakt verschieben. Das sollte man in dieser Saison vermeiden. Nicht, indem man die Euphorie bremst, vielmehr indem man erkennt, was die zwei Siege sind: Ein Grund für ein sehr gutes Gefühl, aber noch lange kein neuer Anspruch.
Skhiri spielte von 2019 bis 2023 für den FC und bestritt in dieser Zeit 118 Spiele für den Club. Zudem erzielte er 17 Tore unter anderem in der UEFA Conference League.
Nein. Während seiner ersten Zeit in Köln trug Skhiri die Rückennummer 28. Diese ist seit der Saison 2025/26 jedoch an Sebastian Sebulonsen vergeben. Deswegen trägt Skhiri nun, passend zu seiner Position, die Nummer 6 auf dem Rücken.
Laut verschiedener Quellen hat der FC eine Ablöse in Höhe von ungefähr 1,5 Millionen Euro an Eintracht Frankfurt bezahlt. Sein Marktwert liegt jedoch bei rund 5 Millionen Euro.







































