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·3. Februar 2026
Kommentar: Hut ab, Herr Shapourzadeh!

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·3. Februar 2026

Für 5,5 Millionen Euro ist Ryan Naderi vom F.C. Hansa Rostock zu den Glasgow Rangers gewechselt – und hat damit für einen Transferrekord in der Historie der 3. Liga und der Kogge gesorgt. Hut ab, Herr Shapourzadeh! Ein Kommentar.
Es war Mitte November, als erstmals Gerüchte um einen möglichen Abgang von Ryan Naderi in der Winterpause die Runde machten. Vier Wochen später wurden diese konkreter, als berichtet wurde, dass sich der 22-Jährige bereits mit dem SC Paderborn einig gewesen sein soll. Als Ablöse stand seinerzeit eine mittlere sechsstellige Summe im Raum. Ein lächerlicher Betrag verglichen mit dem Betrag, für den Naderi nun gewechselt ist. In den Wochen danach wurden die Gerüchte immer konkreter, immer mehr Vereine meldeten Interesse an. Und fast von Tag zu Tag stiegen auch die Summen, die angeblich im Raum standen.
Als kurz vor Weihnachten bekanntwurde, dass Hansa offenbar ein Zwei-Millionen-Angebot abgelehnt haben soll, sorgte das für Staunen. Noch größer wurde dieses dann in der vergangenen Woche, als die Kogge auch Offerten von 3,0 Millionen und 3,6 Millionen Euro abblockte. Die meisten anderen Drittligisten wären bei Ablösen in dieser Größenordnung längst schwach geworden. Doch Shapourzadeh blieb hart, hatte ohnehin keinen Verkaufsdruck und offenbar eine Vorahnung, dass noch eine viel höhere Summe möglich sein würde – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der langen Vertragslaufzeit bis 2028 ohne Ausstiegsklausel.
Zudem ist hinlänglich bekannt, dass das Geld auf der britischen Insel recht locker sitzt – man denke an die 75 Millionen Euro, die Newcastle United im Sommer für Nick Woltemade hingelegt hatte. Shapourzadeh war sich augenscheinlich sehr sicher, dass auch die Rangers nochmal nachbessern würden. Und so kam es schließlich auch. Die Geduld, bis zum letzten Transfertag zu warten, hat sich mehr als ausgezahlt. Einen Drittliga-Spieler für die Rekordsumme von 5,5 Millionen Euro zu verkaufen, sorgte nicht nur bei den Hansa-Fans, sondern sogar bei den Anhängern der Glasgow Rangers für Aufsehen. Einige erkundigten sich auf den Social-Media-Kanälen bereits scherzhaft danach, ob auch Shapourzadeh zu haben sei. Eine große Auszeichnung für den 43-Jährigen.
Dass 5,5 Millionen Euro für einen Drittliga-Spieler schlichtweg irrsinnig sind, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Zumal der 22-Jährige erst seine zweite Saison im Profifußball spielt und mehr als die Hälfte seiner 13 Scorerpunkte der laufenden Saison in den Spielen gegen Köln, Ulm und Mannheim sammelte. Entsprechend konnte Hansa das Angebot am Ende nicht mehr ablehnen – auch, wenn Shapourzadeh in den letzten Wochen – zuletzt am Samstag – gebetsmühlenartig betont hatte, Naderi keinesfalls ziehen lassen zu wollen, um die sportlichen Ziele nicht zu gefährden. Diese setzt Hansa mit dem Verkauf des Angreifers nun ein wenig aufs Spiel, zumal mutmaßlich kein Ersatz verpflichtet wurde ("Wir haben auch ohne ihn einen gut besetzten Kader").
Jetzt sollen Emil Holten (vier Tore) und Andreas Voglsammer (drei) mit ihren Treffern für den Aufstieg sorgen, obwohl diese bislang nicht als Torjäger in Erscheinung getreten sind. Gleiches gilt für David Hummel, der in seinen bisher fünf Einsätzen gänzlich ohne Scorerpunkt blieb. Ein gewisses Risiko ist also durchaus vorhanden. Denn klar ist auch: Der Aufstieg in die 2. Liga würde Hansa langfristig deutlich mehr einbringen, als die 5,5 Millionen Euro, die es jetzt für Naderi gab. Doch dieses Angebot abzulehnen – so hoch die sportlichen Ambitionen auch sind – wäre genau so Wahnsinn gewesen.
Eine Chance wie diese bekommt man in der 3. Liga nur einmal. Wer sie ablehnt, handelt unverantwortlich. Schließlich drücken die Kogge immer noch Schulden in Millionen-Höhe. Hansa hat gewartet, gepokert und am Ende den perfekten Deal eingefädelt. Wenn der Aufstieg auch ohne Naderi gelingen sollte, dann hätte Shapourzadeh endgültig alles richtig gemacht. Respekt gebührt ihm für den Rekordtransfer aber schon jetzt.








































