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·10. März 2026

Kommentar: Ulms Verschleiß nimmt rekordverdächtige Züge an

Artikelbild:Kommentar: Ulms Verschleiß nimmt rekordverdächtige Züge an

Der personelle Verschleiß beim SSV Ulm nimmt in dieser Saison inzwischen rekordverdächtige Züge an. Mit Robert Lechleiter und Moritz Glasbrenner hat der Klub bereits zwei Cheftrainer verschlissen, mit Markus Thiele und Stephan Schwarz zudem zwei Sportchefs. Vier zentrale Personalien in sportlicher Verantwortung innerhalb einer laufenden Spielzeit – das ist selbst im schnelllebigen Fußballgeschäft außergewöhnlich und wirft kein gutes Licht auf den Verein. Ein Kommentar.

Wo liegen die Probleme tatsächlich?

Natürlich gehört es zum Profifußball, dass Entscheidungen korrigiert werden müssen, wenn sich sportlicher Erfolg nicht einstellt. Trainerwechsel sind in Krisensituationen ein gängiges Mittel, ebenso personelle Anpassungen auf der sportlichen Leitungsebene. Doch wenn gleich mehrere Schlüsselpositionen innerhalb kürzester Zeit neu besetzt werden müssen – Schwarz etwa war nur drei Monate im Amt -, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob die Probleme tatsächlich nur bei den handelnden Personen liegen.


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Denn jeder Wechsel bedeutet auch einen neuen Ansatz, neue Ideen und meist auch neue Prioritäten in der Kaderplanung. Kontinuität, eigentlich eine der wichtigsten Grundlagen für sportliche Stabilität, bleibt dabei zwangsläufig auf der Strecke. Für Mannschaft, Mitarbeiter und Umfeld entsteht so eine permanente Phase der Neuorientierung – und genau das ist selten ein Rezept für nachhaltigen Erfolg. Der SSV Ulm ist aktuell das beste Beispiel dafür.

Begründung zum Schwarz-Aus mutet skurril an

Der aktuelle Verschleiß der Spatzen wirft deshalb auch Fragen über die sportliche Führung hinaus auf. Wenn Trainer und Sportchefs in so kurzer Zeit kommen und gehen, müssen sich auch die verantwortlichen Gremien im Verein hinterfragen. Dass die Schwarz-Trennung mit "unterschiedlichen Auffassungen" über die sportliche Entwicklung sowie die strategische und inhaltliche Ausrichtung des Vereins begründet wird, mutet skurril an. Schließlich dürfte ein Szenario für die Regionalliga bereits bei der Verpflichtung des 55-Jährigen im Dezember besprochen worden sein. Und nur drei Monate später gehen die Ansichten nun derart weit auseinander, "dass eine Zusammenarbeit in der Zukunft für beide Seiten nicht mehr sinnvoll ist"? Mit Weitsicht wurde scheinbar nicht geplant.

Es braucht nun eine ehrliche Analyse: Wurden die richtigen Entscheidungen getroffen? Wurden die handelnden Personen ausreichend unterstützt? Und vor allem: Gibt es eine klare sportliche Linie, an der sich der Verein orientiert? Der SSV Ulm benötigt dringend wieder Stabilität. Denn so viel ist klar: Ein derartiger personeller Verschleiß mag kurzfristig als Reaktion auf sportliche Probleme erscheinen – langfristig ist er vor allem ein Warnsignal. Und könnte im Falle der Spatzen mit dem zweiten Abstieg in Folge enden.

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