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·28. März 2026
Länderspiel gegen Schweiz – Bundestrainer Nagelsmann: „Habe viel Gutes gesehen“

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·28. März 2026

Bundestrainer Julian Nagelsmann zieht nach dem Länderspiel gegen Schweiz ein insgesamt positives Fazit und betont die starken Offensivaktionen sowie die Mentalität seiner Mannschaft. Gleichzeitig benennt der 38-Jährige klare Baustellen in der Defensive und spricht offen über individuelle Leistungen. In der Presserunde in Basel lobt Nagelsmann insbesondere Florian Wirtz und ordnet gleichzeitig Entwicklungen bei Spielern wie Nico Schlotterbeck, Leroy Sané, Leon Goretzka, Angelo Stiller und Kai Havertz ein. Die Aussagen stammen aus der Pressekonferenz nach dem Spiel, aufgezeichnet in Basel.

Mit einem Stareffektfilter aufgenommen: Bundestrainer Julian Nagelsmann vor dem Freundschaftsspiel zwischen der Schweiz und Deutschland am 27. März 2026 im St. Jakob-Park in Basel. Alexander Hassenstein / Getty Images
Frage: „Herr Nagelsmann, wie bewerten Sie die Leistung ihrer Mannschaft gegen die Schweiz?“
Julian Nagelsmann (38, Bundestrainer): „Ich habe viel Gutes gesehen, wir haben viele Tore erzielt und viele Chancen herausgespielt, mussten aber auch ein paar Widerstände überstehen. Die Mentalität fand ich gut, auch, dass wir mit 100 Prozent Spannung unterwegs waren. Die Jungs sind trotz des späten Ausgleichs nochmal verdient zurückgekommen. Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die wir besser machen können im Verteidigen.“
Nagelsmann zog damit ein differenziertes Statement zum Spielverlauf und zur Teamleistung: Offensiv überzeugte die Auswahl, defensiv bestehe noch Optimierungsbedarf. In der Einordnung der Partie verwendete der Bundestrainer Begriffe wie Chancen herausspielen und Mentalität, die in der Presserunde mehrfach ankamen.
| St. Jakob-Park | 27.3.2026-20:45

S S U S U
3 : 4
Endergebnis

S S S S S
Dan Ndoye
17'
B. Embolo
41'
Joël Monteiro
79'
Jonathan Tah
26'
Serge Gnabry
45'+2'
61'
86'
| Schiedsrichter: C. Kavanagh | Halbzeit: 2-2
1
G. Kobel
13
R. Rodríguez
5
M. Akanji
4
N. Elvedi
3
S. Widmer
22
F. Rieder
10
G. Xhaka
8
R. Freuler
11
Dan Ndoye
7
B. Embolo
17
R. Vargas
1
Oliver Baumann
22
David Raum
4
Jonathan Tah
15
Nico Schlotterbeck
6
Joshua Kimmich
8
Leon Goretzka
16
Angelo Stiller
20
Serge Gnabry
17
Florian Wirtz
7
Kai Havertz
19
Leroy Sané
Tore
Tor
17'
26'
Tor
Jonathan Tah (Assist: Florian Wirtz)
Tor
41'
45'
+2
Tor
Serge Gnabry (Assist: Florian Wirtz)
61'
Tor
Florian Wirtz (Assist: Serge Gnabry)
Tor
Joël Monteiro (Assist: M. Muheim)
79'
86'
Tor
Florian Wirtz (Assist: Pascal Groß)
Frage: „Was sagen Sie zum Auftritt von Florian Wirtz?“
Nagelsmann: „Was ihn auszeichnet, ist sein Engagement – als linker Zehner so viel zu rennen und zu ackern, ist außergewöhnlich. Er ist im Weltfußball ein Name, und wenn er das beibehält, wird er über ganz lange Zeit ganz oben stehen bei allen Klubs, weil er unfassbar gut ist und immer die nötige Power hat. Lothar Matthäus hat als Note eine Eins plus mit Sternchen gegeben. Wer wird ihm widersprechen wollen? Geht nicht.“
Der Bundestrainer hob Wirtz’ Laufbereitschaft und Ausdauer als linkem Zehner hervor und verknüpfte das mit einer globalen Einordnung seines Talents. Die Erwähnung der Bewertung durch Lothar Matthäus nutzt Nagelsmann zur Bestätigung des internationalen Status des Spielers.

Nick Woltemade reagiert auf eine Spielsituation im Freundschaftsspiel zwischen der Schweiz und Deutschland am 27. März 2026 im St. Jakob-Park in Basel. Alex Grimm / Getty Images
Mehr Infos zum Länderspiel Schweiz-Deutschland
Frage: „Wirtz hatte einen schwierigen Start in Liverpool. Wie haben Sie ihm geholfen?“
Nagelsmann: „Das war eine ganz normale Situation, die einen jungen Menschen beschäftigt. Er ist ein Mensch, der Gefühle hat und damit erstmal klarkommen muss, dass er Gegenwind kriegt. In der Schärfe war es nicht berechtigt. Wir haben da noch enger zueinander gefunden, haben viele gute Gespräche geführt, in denen er sich extrem geöffnet hat. Er ist ein intelligenter, total offener Typ, wo im Gespräch viel zurückkommt. Aus der Phase kann er viel rausziehen und stärker sein als jemals zuvor.“
Nagelsmann beschreibt die Betreuung Wirtz’ als eine Kombination aus Gesprächen und engerer Zusammenarbeit, die dem Spieler geholfen habe, mit Gegenwind und emotionalen Aspekten umzugehen. Die Aussage ordnet die Phase als lern- und wachstumsorientiert ein.

Mit einem Stareffektfilter aufgenommen: Florian Wirtz und seine Teamkollegen laufen vor dem Freundschaftsspiel zwischen der Schweiz und Deutschland am 27. März 2026 im St. Jakob-Park in Basel auf den Platz. Alexander Hassenstein / Getty Images
Frage: „Mit Nico Schlotterbeck dürften Sie weniger zufrieden gewesen sein.“
Nagelsmann: „Er war mit Ball ein bisschen unsicher und unkonzentriert in der ein oder anderen Situation. Das 0:1 hat er mit eingeleitet, aber Haken dran. Ich will, dass die Jungs Dinge probieren und mutig sind, er kriegt keinen Rüffel. Er hat sich gut gefangen und sehr hart verteidigt, sich gegen wuchtige Schweizer super behauptet.“
Der Bundestrainer kritisierte punktuell Schlotterbecks Konzentration am Ball, relativierte das aber mit der Forderung nach Mut und Erfindergeist. Nagelsmann lobte zudem die zweite Phase des Innenverteidigers, insbesondere sein physisches Bestehen gegen die robusten Schweizer Angreifer.
Frage: „Hat Leroy Sané seine Chance verspielt?“
Nagelsmann: „Da gibt es schon noch weitere. Ich erwarte nicht immer zwei Tore und drei Vorlagen, es geht um das Gesamtbild. Er hat aufblitzen lassen, was er kann, aber er kann noch intensiver spielen und es besser machen. Er hat im Verein ordentliche Spielzeit, aber viele entscheidende Spiele nicht gemacht, den fehlenden Rhythmus muss man berücksichtigen. Er bekommt am Montag die nächste Chance, es besser zu machen.“
Nagelsmann betonte, dass Sané Teil des Kaders bleibe und weiterhin Möglichkeiten erhalte. Der Übungsleiter verwies auf das Gesamtbild und berücksichtigte den fehlenden Rhythmus aufgrund ausbleibender Einsätze in entscheidenden Spielen als erklärenden Faktor.

Leroy Sané wird ausgewechselt und klatscht mit seinem Mitspieler Lennart Karl ab, während Bundestrainer Julian Nagelsmann (links) zuschaut – Länderspiel Schweiz gegen Deutschland im St. Jakob-Park in Basel am 27. März 2026. Alexander Hassenstein / Getty Images
Frage: „Was sagen Sie zu Ihrer Mittelfeldzentrale mit Leon Goretzka und Angelo Stiller?“
Nagelsmann: „Für Leon war der Raum deutlich enger. Er hatte drei sehr gute Situationen, aus allen drei hätte ein Tor entstehen können. Er hat in Umschaltsituationen eine gute Position gehabt, einen guten Einfluss im Anlaufen, das war insgesamt in Ordnung. Angelo hat mit Ball ein super Spiel gemacht, war sehr ruhig, das ist seine große Stärke, er wird selten nervös, wenn er Fußballspielen kann. Er kann aber aggressiver verteidigen wie beim 0:1. Aber er hat es gut gemacht dafür, dass er nachnominiert wurde.“
Die Bewertung differenzierte die Rollen: Goretzka habe trotz engen Raums gute Szenen gehabt und Einfluss in Umschaltmomenten gezeigt, Stiller zeichnete sich durch Ruhe mit Ball aus. Nagelsmann kritisierte gleichzeitig Defensivverhalten beim 0:1 und lobte Stillers Leistung angesichts seiner Nachnominierung.
Frage: „Wie froh sind Sie über die Rückkehr von Kai Havertz?“
Nagelsmann: „Er hat sehr gut gespielt, sehr engagiert, ein bisschen hat ihm das Fortune gefehlt. Er hat sehr mannschaftsdienlich gespielt, hatte sechs, sieben sehr gefährliche Situationen. Wenn er die perfekte Fitness findet, ist er für uns auf einem Niveau wie Flo oder Jamal Musiala oder Serge Gnabry heute – ein Unterschiedsspieler.“
Nagelsmann lobte Havertz’ Einsatz und die Anzahl der gefährlichen Situationen, verwies aber auf das noch nicht ideale Fortune und die Bedeutung perfekter Fitness. Die Einordnung stellt Havertz auf eine Linie mit Spielern wie Florian Wirtz, Jamal Musiala und Serge Gnabry, sofern die Fitness stimmt.
Frage: „Muss am Montag gegen Ghana die Null stehen?“
Nagelsmann: „Zu null ist immer schön. Ich erwarte und wünsche mir vor allem, dass wir das Spiel gewinnen. Aber das sind nicht meine Bediensteten, die da auf dem Acker stehen…“
In der abschließenden Nachfrage zur taktischen Zielsetzung gegen Ghana blieb Nagelsmann realistisch: Ein Zu-null-Ergebnis wäre wünschenswert, Priorität habe jedoch der Sieg. Mit der Formulierung zur Eigenverantwortung der Spieler unterstrich der Bundestrainer die Erwartung an Eigeninitiative und Leistung auf dem Platz.
aufgezeichnet in Basel von Marco Mader (SID) SID mm ak
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