Rund um den Brustring
·12. April 2026
Leichtes Spiel

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·12. April 2026

Mit einem verdienten 4:0 gegen einen ersatzgeschwächten Hamburger SV holte sich der VfB Platz 3 zurück und ließ dabei gleich Torchancen für drei Spiele liegen.
So richtig kurios wurde diese einseitige Partie ja zwischen der 78. und der 81. Minute. Erst wurde Tiago Tomás im Strafraum von Hamburgs Warmed Omari gefoult, dann ballert Bilal El Khannouss den Ball an den Pfosten, bevor Nicolas Capaldo Deniz Undav von den Beinen holt und sich fast mit ihm prügelt. Nach geschlagenen zweieinhalb Minuten darf Deniz Undav dann wegen des Fouls an Tomás einen Elfmeter schießen und jagt ihn weit übers Tor. Torchancen en masse also für die Brustringträger und das war ja nur ein kurzer Ausschnitt einer zweiten Halbzeit, die im Grunde nur im Hamburger Strafraum startfindet. Dass der VfB nicht doppelt so viele Tore schoss, ist halt das, was uns von den 105-Treffer-Bayern noch trennt — unter anderem.
Dabei war nicht unbedingt alles eitel Sonnenschein an diesem verregneten Sonntagnachmittag. Denn in der ersten Halbzeit leistete sich die Mannschaft zwei haarsträubende Abwehrfehler gegen die konterstärkste Mannschaft der Liga, die ein besser besetzter Gegner vermutlich genutzt hatte. Der HSV jedoch lehnte die Einladung dankend ab und musste stattdessen zusehen, wie Angelo Stiller im Rückraum völlig freistehend zur Führung traf und Chris Führich einen Aufbaufehler der Gäste gnadenlos ausnutzte. So richtig wirklich überzeugend wirkte das nicht in der ersten Halbzeit, auch aus den Standardsituationen machte die Mannschaft erneut zu wenig.
Aber das ist natürlich letztlich genauso egal wie die Reaktion von Ermedin Demirovic und Chris Führich auf ihre Auswechslung oder die Tatsache, dass Deniz Undav wegen seiner unnötigen Karte in München fehlt. Im Besten Fall zeigen sie Emotionen, dass die Mannschaft brennt. Verdient war der Sieg allemal, dass die beiden Tore von Maxi Mittelstädt und Bilal El Khannouss am Ende leicht abgefälscht waren, verblasst angesichts der Vielzahl an Chancen. Durch den hohen Sieg schiebt sich der VfB nach der Niederlage vergangenes Wochenende wieder auf Platz 3 und hat nun vier Punkte Vorsprung auf den UEFA-Cup-Rang, gar fünf auf die Conference-League-Platzierung und ganze 14 plus einen Haufen Tore auf die Eintracht auf Platz 7.
Nach menschlichem Ermessen hat der VfB also in der dritten Saison in Folge die direkte Qualifikation für den Europapokal erreicht — ein Kunststück, welches uns zuletzt zwischen 2003 und 2005 gelang. Der erste Meilenstein ist geschafft, jetzt gilt es, als nächstes die Teilnahme an der Europa League zu sichern und dann die an der Champions League. Und natürlich ins Pokalfinale einzuziehen, auch wenn das diesmal vermutlich etwas anders laufen wird als im vergangenen Jahr. Und auch die kommenden Spiele werden nicht so leicht wie dieses gegen den HSV. Wollen wir die nächsten Meilensteine in dieser erneut jetzt schon phänomenalen Saison erreichen, müssen wir noch gnadenloser sein.
Titelbild: © Christian Kaspar-Bartke/Getty Images




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