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·12. September 2026
Luis Díaz wird zum Bayern-Sorgenkind – und die Münchner sind selbst schuld

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·12. September 2026

Beim FC Bayern läuft zu Beginn der neuen Saison vieles nach Plan. Die Mannschaft von Vincent Kompany hat zuletzt einen famosen Start in die neue Champions-League-Saison hingelegt. Während Spieler wie Michael Olise sich in überragender Form befinden und Jamal Musiala sich ebenfalls eindrucksvoll zurückgemeldet hat, entpuppt sich Luis Díaz zunehmend als Sorgenkind der Münchner. Problematisch ist dabei vor allem: Die Bayern haben einen Anteil am aktuellen Dilemma des Kolumbianers.
Díaz befindet sich derzeit nicht in Topform. Auch wenn die Saison noch jung ist, lässt sich das anhand der Zahlen relativ deutlich erkennen. Allein in den ersten beiden Bundesliga-Spielen ließ der 29-Jährige fünf Großchancen ungenutzt. Bei einem Expected-Goals-Wert von 2,49 erzielte er lediglich einen Treffer.
Auch beim 5:0 gegen Bodø/Glimt setzte sich dieses Bild fort. Bereits in der Anfangsphase hatte Díaz die Führung auf dem Kopf, scheiterte aus kurzer Distanz jedoch an Nikita Haikin. Ein frühes Erfolgserlebnis hätte nicht nur den Bayern geholfen, sondern vermutlich auch dem Kolumbianer selbst.
Inzwischen wächst die Kritik rund um Díaz. In den sozialen Netzwerken wird der Flügelspieler bereits früh in der Saison als „Chancentod“ abgestempelt. Das greift allerdings zu kurz. Denn für seine aktuelle Situation ist Díaz keineswegs allein verantwortlich.
Auch wenn Díaz aktuell nicht an seine Leistungen aus der Vorsaison anknüpfen kann, mangelt es ihm nicht an Einsatz. Mit seinem Tempo, seinen Dribblings und seinen Tiefenläufen sorgt er weiterhin regelmäßig für Gefahr. Viele seiner vergebenen Möglichkeiten entstehen überhaupt erst, weil er sich immer wieder in die entsprechenden Positionen bringt.
Das größere Problem liegt im Kader. Kompany verfügt auf der linken offensiven Außenbahn über keine echte Alternative zu Díaz. Nach der Verpflichtung von Ismael Saibari entschieden sich die Verantwortlichen dagegen, einen klassischen Backup für den Kolumbianer zu verpflichten.
Arijon Ibrahimovic hätte diese Rolle übernehmen können. Der Youngster absolvierte eine ordentliche Vorbereitung und durfte sich durchaus Hoffnungen auf Einsatzzeiten machen. Kurz vor Ende der Transferperiode entschieden sich die Bayern jedoch für eine Leihe zum FC Augsburg.
Gleichzeitig gingen Serge Gnabry, Lennart Karl und Jamal Musiala angeschlagen, verletzt oder krank in die neue Saison. Dadurch fehlten Kompany mehrere Spieler, die zumindest phasenweise für Entlastung sorgen könnten.
Während selbst Harry Kane und Olise bereits Pausen erhielten, stand Díaz nahezu immer in der Startelf und blieb meistens lange auf dem Platz. Selbst beim deutlichen Erfolg gegen Bodø/Glimt war für ihn erst in der Schlussphase Feierabend.
Díaz spielt derzeit also nicht nur, weil Kompany ihm vertraut. Er spielt auch deshalb so viel, weil die Münchner auf seiner Position kaum Alternativen haben.

Foto: IMAGO
Die hohe Belastung ist für Díaz grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Schon beim FC Liverpool und in der kolumbianischen Nationalmannschaft gehörte er zu den Dauerbrennern. Dennoch stellt sich die Frage, ob die permanenten Einsätze inzwischen Auswirkungen auf sein Spiel haben.
Mal fehlt die letzte Konsequenz beim Abschluss, mal ist der erste Kontakt nicht sauber oder die Entscheidung im entscheidenden Moment nicht optimal. Ob dies tatsächlich mit der Belastung zusammenhängt, lässt sich von außen nicht abschließend beurteilen.
Kompany hält seinem Offensivstar jedenfalls den Rücken frei: „Er erarbeitet sich viele Chancen, weil er immer aktiv ist. Wie kann man jemandem so etwas vorwerfen, wenn er sich immer wieder in diese Position bringt? Mir ist wichtiger, dass er in den richtigen Momenten ein Tor schießt, als fünf in einem Spiel – und dann fünf Monate nichts mehr.“
Dennoch wird Kompany ein Gespür dafür entwickeln müssen, wann Díaz eine Pause benötigt. Dabei geht es nicht ausschließlich um körperliche Belastungssteuerung. Mit jedem Spiel ohne Erfolgserlebnis steigt auch der öffentliche Druck. Aus einer Phase mit vergebenen Chancen kann schnell eine Negativspirale entstehen, in der ein Spieler vor dem Tor zunehmend ins Grübeln gerät.
Die personelle Situation entspannt sich immerhin langsam. Musiala und Karl sind zurück, auch Gnabry dürfte Kompany bald wieder zusätzliche Möglichkeiten bieten. Damit könnte endlich auch Díaz häufiger eine Verschnaufpause erhalten.
Dass der Kolumbianer Spiele für den FC Bayern entscheiden kann, hat er längst bewiesen. Die Münchner müssen nun dafür sorgen, dass er wieder in diese Form kommt. Und dazu gehört möglicherweise auch, dass Díaz nicht mehr in jedem Spiel funktionieren muss.


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