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·2. August 2026
Mario Götze über Adi Hütter, den Bruch in Frankfurt und das Leben danach

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Mario Götze (34) hat im April seinen Vertrag bei Eintracht Frankfurt bis 2028 verlängert, obwohl viele nur mit einem weiteren Jahr gerechnet hatten. In BILD am SONNTAG erklärt der Weltmeister von 2014, warum er sich so langfristig gebunden hat, was ihn am neuen Trainer Adi Hütter beeindruckt, wie er auf die turbulenten Monate unter Vorgänger Albert Riera blickt und was ihn mit 34 überhaupt noch antreibt.

Mario Götze nach dem dritten Gegentor im Bundesligaspiel bei Borussia Dortmund am 8. Mai 2026 im Signal Iduna Park: Die vergangene Saison nennt der Weltmeister von 2014 selbst seine schwächste in Frankfurt. (Leon Kügeler / Getty Images Europe via Getty Images)
Götze macht aus der Vertragsverlängerung keine sportpolitische Wette, sondern eine bewusste Lebensentscheidung. Er sei ein Fan davon, Dinge langfristig zu betrachten, sagt er, und in den Gesprächen mit dem Klub sei klar benannt worden, was er der Mannschaft geben könne und umgekehrt der Verein ihm.
Das war eine bewusste Entscheidung für die Eintracht, für mich und meine Familie. Ich genieße es hier.Mario Götze
Dass sich mit 34 die Voraussetzungen verschoben haben, verschweigt er nicht: Er brauche heute mehr Regeneration als früher. Sein Anspruch bleibe trotzdem derselbe, dem Klub und der Mannschaft zu helfen, auf und neben dem Platz, mit Erfahrung und mit nach wie vor großer Lust.
Der neue Trainer meldete sich direkt nach seiner Verpflichtung telefonisch bei Götze. Für den Offensivspieler war das ein Signal, viel stärker gewirkt hat aber, was er seither im Alltag sieht: die Art, wie Hütter trainieren lässt, und wie er mit Menschen umgeht, nicht nur mit der Mannschaft.
Die Klarheit, die er hat. Die Dinge, die er anspricht. Mit wenig Worten viel zu bewirken. Das ist schon beeindruckend. Das ist eine sehr große Qualität.Mario Götze
Der Wechsel auf der Trainerbank war die Konsequenz aus einem Frühjahr, das in Frankfurt niemand so geplant hatte. Götze nennt die Phase unter Hütters Vorgänger Albert Riera (40) extrem intensiv, vieles sei nicht so gelaufen wie gedacht, für ihn persönlich, für den Verein und für die Mannschaft. Der Klub habe daraufhin schnell und konsequent gehandelt.
Diese vier Monate waren extrem intensiv. Viele Dinge sind nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten, für mich persönlich, für den Verein und für die Mannschaft.Mario Götze
Die verbreitete Erklärung, die Kommunikation sei nicht Rieras Stärke gewesen, will Götze so nicht stehen lassen, jedenfalls nicht als Alleinschuld: Jeder solle seine Leistung reflektieren, nur so könne es besser werden.
Nach seinem Aus hatte Riera sinngemäß erklärt, nur weil jemand Weltmeister sei, könne er nicht machen, was er wolle. Götze reagiert betont ruhig, er habe bisher mit jedem Trainer seiner Karriere ein sehr gutes Verhältnis gehabt. Widersprechen mag er allerdings bei einem Punkt, der Darstellung nämlich, er und Riera hätten häufig miteinander gesprochen.
Dass Riera und ich häufig gesprochen hätten, war de facto nicht der Fall. Wenn er meint, dass er das in seiner eigenen Wahrnehmung so interpretieren muss, dann soll er es gerne tun.Mario Götze
Die vergangene Spielzeit bewertet Götze offen als schwächste seiner vier Frankfurter Jahre, für ihn persönlich wie für die Mannschaft. Analysiert und abgehakt sei sie, jetzt gehe es darum, nach vorne zu schauen und die Dinge besser zu machen. Der Antrieb dafür kommt nach eigener Aussage von innen.
Seit ich klein bin, habe ich Spaß daran, mich Herausforderungen zu stellen und mich selbst zu challengen. Natürlich weiß ich, dass ich keine zehn Jahre mehr Fußball spiele. Das macht es spezieller.Mario Götze
Verändert hat sich vor allem der Maßstab. Früher zählten die großen Ziele: Deutscher Meister werden, Titel gewinnen. Heute reicht ein richtig gutes Training oder eine gelungene Aktion, um Zufriedenheit auszulösen. Statt ständig zu fragen, was in zwölf Monaten erreicht sein soll, fokussiert er sich auf das Naheliegende.
Heute kann ich mich auch über kleinere Dinge freuen. Diese kleinen persönlichen Erfolge genieße ich viel mehr als noch vor zehn Jahren.Mario Götze
Über Jürgen Klopp, seinen Förderer aus Dortmunder Zeiten und heutigen Bundestrainer, fällt im Gespräch der wohl wärmste Satz des Interviews.
Klopp hatte das Verständnis und die Intelligenz, zu wissen, was ich gebraucht habe.Mario Götze
Dass viele Profis nach der Karriere in ein Loch fallen, ist Götze bewusst. Angst hat er trotzdem keine, komplett schützen könne sich davor aber wohl niemand, das sei in anderen Berufsgruppen ähnlich. Fußball sei seit über 20 Jahren sein Leben. Vorgesorgt hat er dennoch: mit einem Umfeld, dem er vertrauen kann, und mit seiner Firma, Start-ups und Investments.
Das Wichtigste in Kürze: Götze hat im April bis 2028 verlängert und begründet das mit einer bewussten Entscheidung für Frankfurt und seine Familie. Am neuen Trainer Adi Hütter beeindruckt ihn dessen Klarheit. Die vier Monate unter Vorgänger Albert Riera nennt er extrem intensiv, dessen Darstellung, man habe häufig gesprochen, widerspricht er deutlich. Die vergangene Saison war aus seiner Sicht seine schwächste in Frankfurt. Und für die Zeit nach der Karriere hat der Weltmeister von 2014 mit Firma, Start-ups und Investments bereits vorgebaut.
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