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·20. April 2026

Maza und Leverkusen: "Wir können den Bayern Schwierigkeiten bereiten"

Artikelbild: Maza und Leverkusen: "Wir können den Bayern Schwierigkeiten bereiten"

Das DFB-Pokalfinale 2020 ging an die Bayern, im Vorjahr gewann die Werkself im Achtelfinale in München. Nun treffen Bayer 04 Leverkusen und Rekordsieger FC Bayern München erneut im DFB-Pokal aufeinander. Vor dem Halbfinale in der BayArena am Mittwoch (ab 20.45 Uhr, live im ZDF und bei Sky) spricht Leverkusens 20 Jahre alter Offensivspieler Ibrahim Maza im DFB.de-Interview  mit Mitarbeiter Tobias Gonscherowski über das Pokalduell, ein Foto mit Jamal Musiala und den Traum von Berlin.

DFB.de: Ibrahim Maza, woran denken Sie als erstes, wenn die Rede auf Bayern München kommt?


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Ibrahim Maza: Wenn ich an Bayern München denke, erinnere ich mich direkt an mein Bundesligadebüt vor drei Jahren in der Allianz Arena. Diesen Moment werde ich sicher niemals vergessen. Jeder Fußballer erinnert sich an sein Debüt. Bei mir kommen da viele Gefühle hoch.

DFB.de: Sie waren damals 17 Jahre alt, spielten für Hertha BSC und standen eine halbe Stunde auf dem Platz.

Maza: Nicht ganz, es waren 26 Minuten.

DFB.de: So genau wissen Sie das noch? Respekt. Was ist noch hängen geblieben?

Maza: Wir haben leider mit 0:2 verloren. Joshua Kimmich hat damals ein super Spiel gemacht und zwei Assists beigesteuert. Ich habe sonst noch gesehen, wie unglaublich schön das Stadion ist. Für mich war auch noch sehr besonders, dass ich zum ersten Mal Jamal Musiala spielen sehen konnte. Ein paar Wochen vorher hatte ich ihn witzigerweise noch getroffen und wie ein Fan nach einem Foto gefragt. Netterweise hat er das auch mit mir gemacht. Aber bei meinem Debüt hat er mich nicht mehr erkannt. (lacht)

DFB.de: Jetzt treffen Sie ihn und die anderen Stars des FC Bayern im Halbfinale um den DFB-Pokal wieder. Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das Spiel?

Maza: Daheim gegen die Bayern spielen zu dürfen, ist für jeden Spieler ein Highlight. Wir sind heiß auf das Spiel und bereiten uns gut darauf vor. Es ist das Halbfinale im DFB-Pokal, es wird ein K.o.-Spiel, in dem wir alles geben müssen, wenn wir gewinnen wollen. Das ist für uns die Chance, eine Trophäe gewinnen zu können.

DFB.de: Vor ein paar Wochen fehlte im Bundesligaspiel beim 1:1 nicht viel zum Sieg der Werkself. Sind die Bayern diesmal fällig?

Maza: Das hoffe ich doch. Es war ein sehr wildes Spiel im März mit zwei Roten Karten (gegen die Münchner Nicolas Jackson und Luis Diaz, Anm. d. Red.), vergebenen Chancen, häufigem VAR-Einsatz. Dieses Mal kann es auch wieder ein wildes Spiel werden, aber hoffentlich mit einem Sieg für uns.

DFB.de: Zuhause hat Bayer 04 mit Ausnahme der Champions-League-Duelle im Vorjahr schon lange nicht mehr gegen die Bayern verloren. Was zeichnet aus Ihrer Sicht die Münchner aus?

Maza: Sie ist in dieser Saison bei aller Klasse besonders gut in der Offensive. Die drei da vorne - Olise, Kane und Diaz - spielen wirklich eine beeindruckende Saison. Sie sind schon als Einzelspieler unglaublich gut, harmonieren aber auch ausgezeichnet miteinander. Wir müssen gut auf sie aufpassen, gut verteidigen. Ich glaube, wir können das als Mannschaft auch schaffen.

DFB.de: Welche Pluspunkte hat Bayer 04 zu bieten?

Maza: Wir agieren gut als Team und haben in allen Mannschaftsteilen Topspieler. Wenn wir alle zusammen arbeiten und unser Spiel spielen, können wir den Bayern Schwierigkeiten bereiten. Das hat man im jüngsten Treffen in der BayArena gesehen.

DFB.de: Wie schätzen Sie die Chancen ein?

Maza: Ich denke 50-zu-50.

DFB.de: Wie konnte Bayer Leverkusen überhaupt das Viertelfinale überstehen, obwohl Sie in der Runde der letzten Acht gar nicht mitgespielt haben? Vorher hatten Sie viele entscheidende Tore geschossen.

Maza: Wir sind eine Topmannschaft, die einzelne Spieler immer ersetzen kann. Ich habe nie daran gezweifelt, dass wir es schaffen.

DFB.de: Die Frage war auch nicht ganz ernst gemeint. Aber Tatsache ist, dass sie in der zweiten Runde in Paderborn in der 120. Minute den Führungstreffer erzielt haben und dann im Achtelfinale in Dortmund das goldene Tor zum 1:0. Der DFB-Pokal scheint in diesem Jahr Ihr Wettbewerb zu sein.

Maza: Das kann gerne so weitergehen, ich hoffe es. Am Wichtigsten ist doch aber immer, wie man eine Sache beendet.

DFB.de: Wie ordnen Sie dieses entscheidende Tor in Dortmund vor 80.000 Zuschauern ein? War das einer der größten Momente Ihrer bisherigen Karriere?

Maza: Schwer zu sagen. Es war auf jeden Fall ein sehr schöner Moment, in Dortmund das Siegtor zu schießen.

DFB.de: Wie sehr sind Sie selbst ein bisschen überrascht, dass Ihnen der Sprung vom Zweitligisten Hertha BSC zum Vizemeister Leverkusen auf Anhieb so gut gelungen ist und Sie bereits so viel Einsatzzeit bekommen haben?

Maza: Dafür bin ich sehr dankbar, denn das ist ja nicht selbstverständlich. Ich habe hart und zielgerichtet darauf hingearbeitet. Ich versuche, immer mein Bestes zu geben - egal, ob ich spiele oder nicht. Für mich ist es etwas Schönes, so viel spielen zu dürfen und die Mannschaft zu supporten.

DFB.de: Wie ist das Feedback Ihrer Teamkollegen? Wie ist Ihr Standing?

Maza: Das ist gar kein großes Thema. Es geht in jeder Mannschaft um Respekt, und zwar von jedem Einzelnen für alle Spieler, für den kompletten Staff und für alle, die um das Team herum arbeiten. Ich bin immer noch einer der Jüngsten in der Mannschaft und bringe den Älteren viel Achtung entgegen.

DFB.de: Wie wohl fühlen Sie sich nach dem ersten Dreivierteljahr in Leverkusen?

Maza: Alles top. Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen. Ich verstehe mich wirklich mit jedem super. Die Trainingsplätze sind top, die Arbeitsbedingungen, die Mitarbeiter. Ich kann mich über nichts beschweren.

DFB.de: Wie schätzen Sie Ihren bisherigen Saisonverlauf selbst ein?

Maza: Es lief schon recht gut, das hatte ich am Anfang gar nicht so erwartet. Ich habe Tore gemacht, Assists gegeben, habe viel Spielzeit bekommen. Ich konnte der Mannschaft helfen.

DFB.de: Wo können sie sich noch verbessern?

Maza: Im Defensivverhalten wohl am meisten. Generell kann ich mich aber noch überall verbessern. Mein Abschluss ist schon recht gut, könnte aber noch etwas konsequenter sein.

DFB.de: Das Pokalendspiel findet traditionell im Berliner Olympiastadion statt. Sie sind gebürtiger Berliner. Was würde Ihnen der Einzug ins Endspiel bedeuten?

Maza: Das ist ein Traum von mir, in meiner Heimatstadt das Endspiel zu bestreiten. Aber vorher müssen wir gegen die Bayern bestehen. Und jeder weiß, wie schwer die Aufgabe sein wird.

DFB.de: Waren Sie schon einmal live vor Ort bei einem DFB-Pokalendspiel?

Maza: Ja, tatsächlich. Ich habe das Finale Leverkusen gegen Kaiserslautern vor zwei Jahren gesehen. Das war ein tolles Erlebnis.

DFB.de: Sind Sie der Typ, der irgendetwas Verrücktes anstellen würde, wenn Bayer 04 den Pokal gewinnt? Die Haare färben oder abrasieren oder sich ein Tattoo stechen lassen?

Maza: Nein, da bin ich eher der ruhige Typ. Wenn wir den Pokal holen sollten, würde ich das mit der Mannschaft, meiner Familie und meinen Freunden feiern. Ich überlasse es in dem Fall dem Rob (Robert Andrich; Anm. d., Red.), sich dann ein neues Tattoo stechen zu lassen. (lacht) Aber so weit sind wir leider noch nicht. Zunächst einmal wollen wir die Bayern schlagen, um ins Endspiel zu kommen...

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