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·17. Januar 2026
Mehr als Taktik: So formte Kompany die Rekord-Bayern

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·17. Januar 2026

Der FC Bayern spielt eine Hinrunde, wie sie die Bundesliga noch nie gesehen hat. 47 Punkte, eine historische Tordifferenz, nur zwei Unentschieden – der Rekordmeister marschiert scheinbar unaufhaltsam durch die Liga. Doch wer glaubt, diese Dominanz sei allein das Ergebnis individueller Qualität, greift zu kurz. Der entscheidende Faktor sitzt auf der Trainerbank. Vincent Kompany hat den FC Bayern nicht nur sportlich, sondern vor allem mental auf ein neues Level gehoben.
Nach dem 3:1-Erfolg beim 1. FC Köln, der die beste Hinrunde der Bundesliga-Geschichte besiegelte, war bei Kompany keine Spur von Selbstzufriedenheit zu erkennen. Während Zahlen und Vergleiche mit Pep Guardiola für Schlagzeilen sorgten, blieb der Belgier seiner Linie treu. „Das ist kein Titel“, betonte er und sprach offen von einem inneren Konflikt, Rekorde mitten in der Saison zu feiern. Genau darin liegt ein zentraler Baustein seines Erfolgs. Für Kompany beginnt jedes Spiel gedanklich wieder bei null. Vergangenheit ist Ballast, kein Kapital.
Diese Haltung überträgt sich auf die Mannschaft. Die goldene Hinrunde wird nicht konserviert, sondern bewusst abgeschlossen. Schon am Tag nach dem Köln-Spiel richtete sich der Fokus auf den Rückrundenstart in Leipzig. Das furiose 6:0 aus dem Hinspiel? Für Kompany bedeutungslos. Entscheidend ist immer nur das nächste Spiel.

Foto: IMAGO
Ein weiterer Aspekt von Kompanys Arbeit entfaltet sich abseits der Öffentlichkeit. Intern macht der Trainer seinen Spielern regelmäßig klar, dass ein Sieg gegen den FC Bayern für jeden Gegner ein Ereignis ist, das sich wie ein Titel anfühlt. Genau das will er verhindern. Diese Denkweise erzeugt einen permanenten inneren Antrieb, jedes Spiel mit maximaler Ernsthaftigkeit anzugehen.
Dass dieser Ansatz wirkt, zeigt ein Blick auf die Statistik. In bislang 27 Pflichtspielen gelang es nur einem Team, den FC Bayern zu schlagen: dem FC Arsenal. In der Bundesliga blieb der Rekordmeister selbst an schwierigen Tagen stabil, wie bei den Unentschieden gegen Union Berlin und Mainz. Auch dort geriet das Bayern-Spiel nie außer Kontrolle.
Kompanys vielleicht größte Stärke liegt in seiner kompromisslosen Fokussierung. Aussagen der Konkurrenz, Tabellenkonstellationen oder historische Vergleiche spielen für ihn keine Rolle. „Tunnel“ und „Fokus“ sind Begriffe, die seine Arbeit prägen. Unterstützt wird dieser Ansatz von Sportvorstand Max Eberl, der immer wieder daran erinnert, wo der FC Bayern noch vor anderthalb Jahren stand.
Unter Kompany ist der Rekordmeister nicht laut, nicht arrogant, sondern kontrolliert. Die Mannschaft wirkt stabil, hungrig und bemerkenswert diszipliniert. Manuel Neuer brachte es nüchtern auf den Punkt, als er erklärte, man nehme Rekorde „gerne mit“, ohne ihnen zu viel Bedeutung beizumessen.
In München weiß man, dass Titel nicht im Januar vergeben werden. Die eigentliche Erntezeit beginnt im Frühjahr. Genau darauf arbeitet Kompany hin. Belastungssteuerung, mentale Frische und die Rückkehr verletzter Spieler sind Teil eines größeren Plans. Eberl sprach zuletzt offen davon, dass es im März und April um die „wirklich großen Titel“ geht.
Der FC Bayern ist derzeit in einer eigenen Sphäre unterwegs. Nicht, weil alles leichtfällt, sondern weil alles kontrolliert ist. Vincent Kompany hat aus einer talentierten Mannschaft eine fokussierte Einheit geformt. Seine Kniffe sind keine Zaubertricks, sondern Ausdruck einer klaren Id









































