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·13. Mai 2026

Meltdown bei Real Madrid: Der FC Bayern sollte genau hinsehen – ein Kommentar

Artikelbild:Meltdown bei Real Madrid: Der FC Bayern sollte genau hinsehen – ein Kommentar

Real Madrid blamiert sich öffentlich bis auf die Knochen. Der Meltdown des Giganten sollte dem FC Bayern eine Warnung sein. Ein Kommentar.

Fünfzehn. Immer wieder Fünfzehn. Die Zahl symbolisiert den Gegnern die Anzahl der Champions-League-Titel von Real Madrid. Spieler wie Vinicius Jr. gestikulierten ihren Gegnern nach verloren gegangenen Spielen in der jüngeren Vergangenheit diese Zahl hinterher.


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Frei nach dem Motto eines Kindergartenkindes: „Ich bin trotzdem besser als du.” Es ist die Oberfläche eines Verhaltens, das schon an der Klubspitze um Präsident Florentino Perez beginnt und zu einer Art Klubkultur gworden ist.

Auch die Bayernfans hatten innerhalb der letzten Dekade in Form von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge die ein oder andere Gelegenheit, sich fremdzuschämen. Eigentlich muss man nur die “Menschenrechts-Pressekonferenz” 2018 erwähnen, um zum Schluss zu gelangen, dass es manchmal auch klüger wäre, sich nicht zu äußern. Etwas, das dem Präsidenten von Real Madrid aktuell überhaupt nicht in den Sinn kommt. 

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Und trotzdem ist es von außen betrachtet mindestens interessant, den Meltdown von Real Madrid zu beobachten. Ein Klub, der so erfolgreich ist wie kein anderer – und in Zeiten des Misserfolgs auch so peinlich wie kaum ein anderer.

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Real Madrid: Wie im Kindergarten…

Auf einer 64-minütigen Pressekonferenz lieferte sich Perez ein hitziges Wortgefecht nach dem anderen mit den anwesenden Journalisten, schoss gegen die spanische Liga, die er offen als “Feind” von Real Madrid betrachte und trat im Allgemeinen so auf, wie man es von einem bockigen Kind nun mal erwartet.

Nur mit dem Unterschied, dass das bockige Kind 79 Jahre alt und Präsident des wahrscheinlich prestigeträchtigsten Fußballvereins der Welt ist.

Für die Madrilenen scheint alles, was gegen sie läuft, Teil einer Verschwörung zu sein. Die Medien, die Verbände, die Schiedsrichter – alle sind schuld, dass Real in den letzten zwei Jahren keinen Titel geholt hat. Nur eben Real Madrid nicht. Dieses Selbstbild ist hochgradig arrogant und bisweilen auch selbstzerstörerisch.

Hala Madrid y nada mas?

Und so zieht sich das an der Spitze des Vereins vorgelebte Verhalten in alle Abteilungen des spanischen Hauptstadtklubs. Der vereinseigene TV-Sender wetterte nach der 0:2-Niederlage gegen Barcelona mehrere Minuten gegen das gesamte Schiedsrichterteam und griff die spanische Liga an: „Die spanische Liga ist ein Zirkus und ein einziger Witz. Das ist wirklich erschreckend.“ Derselbe Sender diskreditierte bereits Schiedsrichter vor wichtigen Spielen, bevor überhaupt eine Minute gespielt war.

Wirklich erschreckend ist, wie ein so großer Klub im Gesamtbild so peinlich auftreten kann. Schon zu Zeiten des Erfolgs umgab den Klub immer eine gewisse Arroganz – allerdings eine, die in München durchaus bekannt ist und die man als gesundes Selbstverständnis deuten kann. Jetzt aber, wo andere Mannschaften zwei Jahre in Folge die Nase vorn hatten, zeigt sich, dass es in Madrid eine ungesunde Form des eigenen Selbstverständnis gibt: “Wir sind so gut, dass wenn wir verlieren, es garantiert an externen Faktoren liegen muss.” Hala Madrid und sonst nichts. Dieses Denken untergräbt jegliche sportliche Fairness. “Auf ein faires Spiel und möge der Bessere gewinnen” gilt nur, wenn am Ende die Königlichen auch als Sieger vom Platz gehen. Was im gegenteiligen Fall passiert, haben wir gesehen im Spiel gegen den FC Bayern. Nach der harten, aber dennoch zurecht gegebenen gelb-roten Karte gegen Camavinga liefen fast sämtliche Spieler zum Schiedsrichter, um ihren Unmut zu äußern. Gleiches passierte noch vehementer nach dem Schlusspfiff.

Real Madrid untergräbt damit nicht nur den Fairnessgedanken, sie streuen auch weiteres Misstrauen in das Schiedsrichterwesen und sorgen dafür, dass Verschwörungstheorien und Anfeindungen normalisiert und legitimiert werden. Gerade aus dem Profifußball heraus sollte hier mehr Schutz für die handelnden Personen erwartet werden können.

Der FC Bayern ist hier in der Vergangenheit nicht immer Vorbild gewesen, zeigte nach der schwachen Schiedsrichterleistung im Rückspiel gegen PSG aber zumindest, dass man sich gleichzeitig selbst in die Verantwortung nehmen und den Unparteiischen sachlich kritisieren kann, ohne seine Manieren zu vergessen.

FC Bayern sollte sich kein Beispiel an Real Madrid nehmen

Es zeigt eindrucksvoll, dass man es verlernen kann, verlieren zu können. Achtung, zum Schluss wird es einmal sehr hochtrabend:  Wahre Größe zeigt sich nicht im Sieg, sondern in der Niederlage. Und da hat Real Madrid einiges von seiner Größe eingebüßt. 

Was es ausmacht, ein Führungspersonal zu haben, dem Respekt und Fairness noch etwas bedeuten, zeigt Vincent Kompany, der solch peinliches Verhalten bereits im Keim erstickt und dafür sorgt, dass der FC Bayern in der Außendarstellung als sportlich integer wahrgenommen wird.

Die Zeiten der Menschenrechtskonferenzen scheinen erstmal vorbei zu sein – wenngleich gerade diese Zeiten zeigen, wie schnell das Pendel umschlagen kann. Ein Klub wie der FC Bayern sollte zuvorderst auf sich selbst schauen und das beeinflussen, was er selbst beeinflussen kann. Ein Beispiel an Real Madrid sollte man sich da keinesfalls nehmen. Deren Meltdown sollte eher als Warnung verstanden werden, was passieren kann, wenn man sich selbst vergisst.

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