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·27. Februar 2026

Meppens Nina Rolfes: "Alles noch in der eigenen Hand"

Artikelbild: Meppens Nina Rolfes: "Alles noch in der eigenen Hand"

Die gebürtige Meppenerin Nina Rolfes hat in dieser Saison in der 2. Frauen-Bundesliga die Chance, mit ihrem Heimatverein bereits zum dritten Mal in ihrer Karriere in die Google Pixel Frauen-Bundesliga aufzusteigen. Im DFB.de-Interview spricht die 26 Jahre alte Polizeibeamtin mit Mitarbeiter Ralf Debat über das spannende Rennen um den Aufstieg, ihre Rolle im Team und ihre Verbindung zum Klub.

DFB.de: Wie oft werden Sie gefragt, ob Sie mit Ex-Nationalspieler Simon Rolfes, dem Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen, verwandt sind, Frau Rolfes?


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Nina Rolfes: Das kommt tatsächlich sehr oft vor. (lacht) Um es auch an dieser Stelle mal klarzustellen: Wir sind weder verwandt noch verschwägert.

DFB.de: Wie gerne würden Sie denn in der nächsten Saison wieder ein Auswärtsspiel in Leverkusen bestreiten?

Rolfes: Darüber würde ich mich auf jeden Fall riesig freuen. Schließlich würde das bedeuten, dass wir dann wieder in der Frauen-Bundesliga spielen.

DFB.de: Acht Runden vor dem Saisonende trennen den SVM nur zwei Punkte von einem Aufstiegsplatz. Ist die Rückkehr in die Google Pixel Frauen-Bundesliga jetzt das klar formulierte Ziel?

Rolfes: Wir sind nicht mit dem Anspruch in die Saison gestartet, unbedingt aufsteigen zu wollen. Das wäre für unsere sehr junge Mannschaft wohl auch ein zu großer Druck. Nach dem bisherigen Saisonverlauf und wegen der aktuellen Tabellenkonstellation ist die Chance, die sich uns bietet, natürlich mehr in den Vordergrund gerückt.

DFB.de: Wie bewerten Sie nach 18 Spieltagen die Ausgangslage im Aufstiegsrennen?

Rolfes: Der VfB Stuttgart und der SC Sand sind die Favoriten. Aber auch wir haben alles noch in der eigenen Hand. Man sollte aber auch die weiteren Teams wie vor allem den 1. FSV Mainz 05 nicht zu schnell abschreiben.

DFB.de: Sie sind in Ihrer Karriere schon zweimal mit dem SV Meppen in die Frauen-Bundesliga aufgestiegen. Wie sehr können Ihnen diese Erfahrungen helfen?

Rolfes: Vor allem, wenn es in Richtung Saisonende geht, kann es schon sehr hilfreich sein. Da kann ich das eine oder andere sicherlich an unsere jüngeren Spielerinnen weitergeben.

DFB.de: Worauf wird es vor allem ankommen, um am Ende einen der ersten beiden Tabellenplätze zu belegen?

Rolfes: Wir sind bislang gut damit gefahren, uns immer nur auf die nächste Aufgabe zu fokussieren. Daran sollten wir jetzt auch nichts ändern. Es bringt nichts, jetzt schon dauernd an Mitte Mai zu denken.

DFB.de: In der Hinrunde wurden die beiden direkten Duelle mit Spitzenreiter VfB Stuttgart und dem Tabellenzweiten SC Sand jeweils gewonnen. Wird in diesen Partien die Entscheidung fallen?

Rolfes: Da wir einen kleinen Rückstand haben, werden gerade für uns diese Spiele sehr wichtig sein. Wer aber aufsteigen will, muss vor allem in den anderen Partien konstant punkten und darf nicht viele Zähler liegen lassen. Das muss uns bewusst sein.

DFB.de: Durch die 2:3-Heimniederlage im Nachholspiel gegen die zweite Mannschaft von Eintracht Frankfurt wurde der Sprung an die Spitze verpasst. Wie sehr ärgert Sie das?

Rolfes: Das Ergebnis war schon sehr ärgerlich, aber wir haben uns damit nicht lange aufgehalten. Es war gut, dass schon wenige Tage später das nächste Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach auf dem Programm stand. Dort sind wir schnell in Führung gegangen und konnten dann mit den Kräften ein wenig haushalten. Unter dem Strich war es ein Arbeitssieg, der uns weiterhin alle Möglichkeiten lässt.

DFB.de: Sind Sie grundsätzlich lieber Jägerin oder Gejagte?

Rolfes: Schwierige Frage. (lacht) In der Tat jage ich sehr gerne. Wenn man auf der Zielgeraden aus dem Windschatten kommen kann, könnte das durchaus ein Vorteil sein.

DFB.de: Sie wurden in Meppen geboren, sind bereits seit 14 Jahren beim SVM. Was bedeutet Ihnen der Verein?

Rolfes: Es ist eine super enge Verbindung entstanden. Ich habe beim und mit dem Verein schon so viel erlebt, dass ich oft nach meiner Meinung gefragt werde und eine wichtige Ansprechpartnerin bin. Das gefällt mir.

DFB.de: Gab es nie den Wunsch, sich mal zu verändern?

Rolfes: Den Wunsch gab es schon, wirklich konkret wurde es aber nie. Das hat auch mit meinem Job bei der Polizei zu tun, durch den ich räumlich schon ein wenig gebunden bin.

DFB.de: Werden Sie Ihre Karriere auch beim SV Meppen beenden?

Rolfes: Das ist noch offen. Auf jeden Fall würde ich es nicht davon abhängig machen, ob wir den Aufstieg schaffen oder nicht.

DFB.de: In dieser Saison waren Sie wegen einer Außenbandverletzung im Knie etwa fünf Monate raus, kamen insgesamt erst zu sechs Einsätzen. Wie schwierig war es für Sie, nicht eingreifen zu können?

Rolfes: Das war sehr hart für mich. Ich war zwar oft beim Training und auch sonst bei der Mannschaft, um das Team zu unterstützen. Dennoch ist es natürlich etwas anderes, wenn man selbst nicht eingreifen kann.

DFB.de: Wie würden Sie Ihre Rolle innerhalb des Teams beschreiben?

Rolfes: Aufgrund meines Alters, meiner Vereinszugehörigkeit und meiner gesammelten Erfahrungen will ich als Führungsspielerin vorangehen und den jungen Spielerinnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Von der Ergänzungsspielerin bis zur unumstrittenen Leistungsträgerin habe ich schon alles erlebt.

DFB.de: Wie wird die anstehende Länderspielpause genutzt?

Rolfes: In der ersten Woche geht es vor allem darum, uns nach den Belastungen der zurückliegenden Tage zu regenerieren. Danach werden wir ein Testspiel bestreiten, um ihm Rhythmus zu bleiben. Danach werden wir bereit für den Endspurt sein.

DFB.de: Was nehmen Sie sich persönlich bis zum Saisonende vor?

Rolfes: Das Wichtigste ist, verletzungsfrei zu bleiben. Schließlich möchte ich der Mannschaft konstant helfen, so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Wir werden dann sehen, wozu es reicht.

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