Mertesacker gibt das Mikro ab – der DFB wartet ab Januar | OneFootball

Mertesacker gibt das Mikro ab – der DFB wartet ab Januar | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: 90PLUS

90PLUS

·2. Oktober 2026

Mertesacker gibt das Mikro ab – der DFB wartet ab Januar

Artikelbild:Mertesacker gibt das Mikro ab – der DFB wartet ab Januar

Am Donnerstag stand Per Mertesacker noch einmal als Experte im ZDF-Studio, während Deutschland Serbien 2:0 schlug. Es war sein letzter Auftritt auf dieser Seite der Kamera. Ab Januar verantwortet er, was er bisher kommentiert hat.

Keine Überraschung – sondern ein Plan seit Juli

Neu ist die Personalie nicht. Der DFB hat sie am 24. Juli zusammen mit der Vorstellung von Jürgen Klopp bekannt gegeben: Mertesacker wird zum 1. Januar 2027 Geschäftsführer Sport, wie die Sportschau damals berichtete, mit einem Vertrag bis 2030 – derselben Laufzeit wie beim Bundestrainer. Er folgt auf Andreas Rettig, dessen Vertrag zum Jahresende ausläuft und der seinen Nachfolger bis dahin einarbeiten soll.


OneFootball Videos


Neu ist nur der Schnitt. Das ZDF hat seinen Experten verabschiedet, Mertesacker selbst sprach von einer Pause nach dem Abschied vom FC Arsenal: „In den letzten zwei Monaten hatten wirklich Familie und Freunde Priorität.“ Über Klopp verlor er dabei nur lobende Worte.

An Klopps Seite, nicht über ihm

Das Etikett „DFB-Boss“ klingt größer, als das Organigramm hergibt. Der Geschäftsführer Sport verantwortet die Nationalteams und die Nachwuchsförderung in der Akademie. Präsident bleibt Bernd Neuendorf, Sportdirektor der A-Nationalmannschaft bleibt Rudi Völler, dessen Vertrag bis 2028 läuft. Mertesacker wird also kein Vorgesetzter, der dem Bundestrainer die Aufstellung diktiert. Er wird der Mann, der die Strukturen um ihn herum baut.

Dafür bringt er ein Profil mit, das dem Verband lange fehlte. Acht Jahre leitete der Weltmeister von 2014 die Nachwuchsakademie des FC Arsenal. Er kennt den Alltag der Talententwicklung, nicht nur die Sonntagsreden darüber.

Drei Baustellen warten

  1. Nachwuchs: Die Akademie fällt in seinen Bereich. Nach dem WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay ist die Frage, was aus den Jahrgängen hinter Wirtz und Musiala wird, dringlicher denn je.
  2. Verzahnung: Klopp, Völler, Mertesacker – drei starke Stimmen im sportlichen Bereich. Wer wofür spricht, muss geklärt sein, bevor der erste Konflikt kommt.
  3. Übergabe: Bis Dezember läuft die Einarbeitung unter Rettig. Entscheidungen fallen in dieser Zeit noch nicht auf Mertesackers Schreibtisch.

Vom Urteilen zum Verantworten

Im Fernsehen genügt ein kluger Satz zur Halbzeit. Im Verband wird man an Kaderlisten von U-Mannschaften, an Trainerbesetzungen und an Turnierergebnissen gemessen, die Jahre später kommen. Der DFB hat sich vorgenommen, frühere Spitzenspieler in Verantwortung zu bringen. Mit Mertesacker bekommt er einen, der das Handwerk gelernt hat, statt nur seinen Namen mitzubringen.

Ob das reicht, zeigt sich nicht im Januar. Es zeigt sich, wenn zum ersten Mal etwas schiefläuft – und kein Mikrofon mehr dazwischen ist.

Impressum des Publishers ansehen