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·2. Oktober 2026

Mertesacker verabschiedet sich vom ZDF und wird Klopps „Chef“ beim DFB

Artikelbild:Mertesacker verabschiedet sich vom ZDF und wird Klopps „Chef“ beim DFB

Per Mertesacker beendet seine Zeit als ZDF-Experte mit einem humorvollen Auftritt am Spielfeldrand. Beim DFB übernimmt der Weltmeister von 2014 künftig als Geschäftsführer Sport eine zentrale Rolle und will den deutschen Fußball mitgestalten.

Bastian Schweinsteiger feiert zusammen mit Per Mertesacker, Manuel Neuer, Kevin Grosskreutz und Lukas Podolski den Gewinn der Weltemisterschaft 2014. AFP PHOTO / POOL/ MARKUS GILLIAR


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Vor dem Nations-League-Spiel gegen Serbien in München, das Deutschland mit 2:0 gewann, zeigte sich der 42-Jährige gemeinsam mit Bundestrainer Jürgen Klopp bestens gelaunt. Eine Eistonne sorgte zum Abschied für die passende Erinnerung an Mertesackers TV-Zeit.

Eistonne zum ZDF-Abschied

Als Boris Büchler, von Mertesacker scherzhaft als sein „Lieblingsinterviewer“ bezeichnet, mit einer Eistonne am Spielfeldrand auftauchte, konnte sich der frühere Nationalverteidiger kaum halten vor Lachen. Die Szene erinnerte an ein legendäres WM-Interview. Nach kurzem Zögern kletterte Mertesacker sogar in das kleine, leere „Entmüdungsbecken“.

Für seine neue Aufgabe beim Deutschen Fußball-Bund könnte die Abkühlung nach eigener Aussage ebenfalls nützlich sein. „Wenn es mal hitzig wird“, sagte Mertesacker mit Blick auf seine künftige Rolle als „Boss“ von Klopp, „dann kann ich ganz tief rein.“

Zwischen dem neuen DFB-Geschäftsführer Sport und dem Bundestrainer deutete beim gemeinsamen Schäkern jedoch nichts auf mögliche Reibung hin. Klopp hatte Mertesacker bereits mit „Chef“ begrüßt. Der 42-Jährige beschrieb sich selbst so: „nett, immer offen und ehrlich, authentisch. Ich glaube, das passt zwischen uns.“ Klopp erwiderte: „Da habe ich gar keine Sorge“.

Neustart beim DFB mit Vertrag bis 2030

Nach sechs Jahren als TV-Experte beim ZDF und knapp acht Jahren als Leiter der Akademie des englischen Meisters FC Arsenal zieht es Mertesacker zum DFB. Den Wechsel versteht er als „Perspektivwechsel“. Seine neue Antriebsfeder formulierte er klar: „Ich habe richtig Lust, für den deutschen Fußball was zu erreichen und mit anzuschieben. Das ist jetzt meine neue Motivation.“

Derzeit sei er „noch nicht so sehr“ in die Abläufe des Verbands eingebunden, erklärte Mertesacker. Angesichts der großen medialen Aufmerksamkeit für Klopp sei das auch nicht erforderlich gewesen. Zunächst habe er bewusst Abstand gewinnen wollen: „Ich wollte erst mal ein bisschen Pause machen, Freunde und Familie hatten Priorität.“

Am Montag plant der künftige DFB-Funktionär dennoch seinen ersten Besuch in Frankfurt. „Ich habe so drei bis vier Tage bis Januar, um mal reinzuschnuppern“, sagte Mertesacker. Zum Jahresbeginn startet er dann offiziell als Nachfolger von Andreas Rettig. Sein Vertrag läuft bis 2030.

Große Erwartungen an Mertesacker beim DFB

Die Dimension der Aufgabe ist Mertesacker bewusst. „Die Aufgabe ist sehr groß. Ich habe Respekt“, räumte er ein. Zugleich war sein Anspruch deutlich, „wieder etwas mit aufzubauen“. Zu seinem Verantwortungsbereich zählt auch die engere Verbindung zwischen dem von Hannes Wolf betreuten Nachwuchs und der A-Nationalmannschaft.

Rettig wertete die Personalentscheidung als „großartige Nachfolgeregelung“ und versprach: „Er wird top vorbereitet werden von unserem Haus.“ Auch Mertesackers langjähriger Weggefährte Christoph Kramer hält den früheren Arsenal-Akademiechef für vorbereitet: „Das ist für Per ja kein Kaltstart. Es ist beeindruckend, was er bei Arsenal gemacht hat.“

Prominente Unterstützung kommt zudem aus München. Bayern-Patron Uli Hoeneß erklärte, er sei „sehr, sehr glücklich“ über die DFB-Wahl und verspreche sich „einen ganz neuen Wind“. Seine Einschätzung fiel eindeutig aus: „Wenn der es nicht kann, wer sonst?!“

Auch Matthias Sammer setzt große Hoffnungen in Mertesacker. Der frühere DFB-Sportdirektor sagte, er „warte sehnsüchtig auf Per Mertesacker. Er muss die führende Rolle für die Zukunft des deutschen Fußballs übernehmen.“ Gleichzeitig mahnte Sammer, Mertesacker dürfe nicht „am System verzweifelt“. Er müsse sich „brutal durchsetzen“. Sollte das nicht gelingen, wartet im Zweifel wieder die Eistonne.

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