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·20. Februar 2026
Milosevic-Ärger ausgeräumt? Thioune muss im Werder-Sturm umdenken

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·20. Februar 2026

Nach einjähriger Leihe zu Partizan Belgrad musste Jovan Milosevic im Januar nach Stuttgart zurück. Angesichts der Konkurrenzsituation im schwäbischen Angriff hatte der 20-Jährige beim VfB aber weiter keine großen Aussichten auf Spielzeit.Die Stuttgarter verliehen den Stürmer deshalb erneut - dieses Mal innerhalb der Bundesliga zu Werder Bremen. Dort sollte der serbische Nationalspieler die Problemzone im Angriffszentrum beheben. Das große Aber: Milosevic kommt nicht wie gewünscht zum Zug. Lediglich 31 Prozent der möglichen Bundesliga-Minuten durfte der Youngster in Grün-Weiß absolvieren.
Bei seinem zweiten Joker-Einsatz gegen Eintracht Frankfurt gelang ihm der Treffer zum zwischenzeitlichen 3:2 - am Ende musste sich Werder mit einem 3:3-Remis begnügen. Ex-Coach Horst Steffen setzte im Anschluss nur ein einziges Mal auf Milosevic in der Startelf - beim 0:2 gegen die TSG Hoffenheim.Mittlerweile hat Daniel Thioune für Steffen übernommen. Die Negativserie von jetzt zwölf Spielen ohne Sieg konnte auch der neue Trainer noch nicht beenden. Gegen Freiburg und die Bayern setzte es für die Bremer mit Thioune an der Seitenlinie Pleiten. Jeweils ohne eigenes Tor (0:1 und 0:3).
Hatte Thioune in Freiburg noch auf Milosevic-Konkurrent Keke Topp von Beginn an gesetzt und die VfB-Leihgabe erst zwei Minuten vor Schluss eingewechselt, mussten beide Mittelstürmer im Werder-Kader gegen die Bayern 90 Minuten auf der Bank schmoren."Es war ein Stück weit der Gesamtsituation geschuldet", erklärte Thioune vor dem wegweisenden Wochenende. Die vielen verletzungsbedingten Auswechslungen hätten Joker-Einsätze seiner Stürmer verhindert.
Am Sonntagabend (17:30 Uhr) beim Auswärtsspiel gegen den FC St. Pauli dürfte sich das ändern. Die nächsten beiden Spiele sind für Werder von elementarer Wichtigkeit im Abstiegskampf. Der Tabellen-16. duelliert sich zunächst mit dem Vorletzten St. Pauli, ehe es eine Woche später zum Aufeinandertreffen mit Schlusslicht Heidenheim kommt. Werder und Thioune brauchen in diesen beiden Spielen dringend Punkte und das Ende der Sieglos-Serie.
Dafür braucht es auch Tore - ansonsten wäre Thioune der erste Werder-Coach der Geschichte, der in seinen ersten drei Spielen ohne eigenen Treffer bleibt. Offen ist derweil, ob Milosevic schon gegen St. Pauli erstmals unter dem neuen Coach die Chance von Beginn an bekommt.Das der junge Serbe nicht gerade glücklich über seine jüngste Einsatzzeit war, versteht sich von selbst. Thioune führte mit ihm deshalb am Donnerstag ein Gespräch. "Wir haben das ausgeräumt", betonte der Werder-Coach. Und führte Milosevic' Frust aus: "Er kam mit viel Energie nach Bremen, da er im vergangenen Jahr viele Tore für Partizan Belgrad geschossen hat. Dementsprechend war er jetzt etwas unzufrieden."
Thiounes Erklärungen erinnern an die Aussagen über die Joker-Rolle von Samuel Mbangula: "Ich habe ihm [Milosevic] gesagt, dass er seine Spielzeit und seine Momente noch bekommen wird. Dann ist es an den Spielern selbst, mir zu zeigen, dass ich vorher keine guten Entscheidungen getroffen habe. Ich weiß um seine Qualitäten. Die Situation muss aber natürlich auch so sein, dass wir seine Qualitäten in dem Spiel brauchen."
Der Blick auf die Tabelle und die magere Ausbeute von erst 22 SVW-Saisontoren nach 22 Spieltagen sollte eigentlich deutlich genug machen, dass die Bremer Qualitäten eines Torjägers brauchen.Milosevic hatte diese zumindest in Belgrad eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Für Partizan erzielte er in 30 Pflichtspielen 19 Tore und legte fünf Treffer auf. In der laufenden Saison bis zum Ende seiner Leihe avancierte er in der serbischen Liga mit zwölf Toren und vier Vorlagen in 17 Spielen zum Shootingstar. Und verdiente sich so sein Debüt in der serbischen A-Nationalmannschaft Mitte November 2025. Die Zahlen legte Milosevic derweil als alleinige Spitze auf. Zu Thiounes bevorzugten Formationen gehört das 4-3-3 bzw. 4-2-3-1, das er bislang in Bremen aber noch nicht praktizierte.
Derweil sucht man viele Torjäger-Alternativen dieser Tage im Werder-Kader vergeblich. Einzig Keke Topp kann noch als etablierter Angreifer genannt werden, der als waschechter Mittelstürmer durchgeht. Der 21-Jährige hat in 16 Bundesliga-Spielen dieser Saison aber auch erst einen Treffer erzielen können.









































