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Moritz Oppermann·22. August 2026

Mit Wundermittel ins Finale?! Reserveteam erreicht ewigen DFB-Pokal-Rekord

Artikelbild:Mit Wundermittel ins Finale?! Reserveteam erreicht ewigen DFB-Pokal-Rekord

"Berlin, Berlin, wir bleiben in Berlin", hallt es 1993 durch die Straßen der deutschen Hauptstadt. Die Alte Dame hat es endlich ins DFB-Pokal-Finale im eigenen Stadion geschafft. Also fast. Wie fast? 

Die erste Mannschaft schied bereits im Achtelfinale gegen Bayer 04 Leverkusen (0:1) aus. Okay, wie kann die Hertha dann trotzdem im Finale gestanden haben? Na ganz einfach, die zweite Mannschaft - liebevoll Hertha-Bubis genannt - hat einen der unglaublichsten Läufe in der deutschen Pokalgeschichte hingelegt, der bis heute unerreicht bleibt. 


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Der damalige Drittligist hatte an ein Finale gewiss noch nicht gedacht, als er nach einem Freilos in der zweiten Pokal-Runde auf die SGK Heidelberg traf. Doch die Amatuertruppe bestehend aus Studenten, Azubis und Schülern, setzte sich mit 3:0 gegen den damaligen Oberligsten durch. Auch die anschließende Hürde gegen den VfB Leipzig (4:2) nahmen die Bubis mit Bravour. Nach der Auslosung für das Achtelfinale, glaubte jedoch keiner mehr an eine weitere Pokal-Überraschung. 

Am 06. November 1992 traf die Mannschaft um den jungen Carsten Ramelow, der später einmal Nationalspieler werden sollte, auf niemand geringeren als Titelverteidiger Hannover 96. Was sollen wir die sagen. Die Hertha-Reserve gewann spektakulär mit 4:3 und dichtete erstmal den Finalsong "Wir fahren nach Berlin" auf "Berlin, Berlin, wir bleiben in Berlin!" um. Ob der anschließende Viertelfinalgegner Nürnberg davon begeistert war? Auch den Club kegelte Hertha mit einem 2:1-Sieg aus dem Wettbewerb.  "Schlimm daran ist, dass Hertha verdient weitergekommen ist", gab Nürnberg-Ass und Nationalspieler Dieter Eckstein nach dem Pokal-Aus zu.  Lag es vielleicht einfach an einem "Wundermittel" des Teams? Ein Ritual, das Pokalträume wahr werden ließ?

Vor jedem Spiel ging das Team im Berliner Wedding bei der Pizzeria San Remo essen und durfte sich  laut Trainer Jochem Ziegert "Spaghetti bis zum Abwinken" gönnen. Voll mit Kohlenhydraten räumte der Drittligist im Halbfinale dann Chemnitz  - trainiert von der Trainerlegende Hans Meyer - aus dem Weg. 

"Ihr seid keine Übermenschen, keine Helden, wie es die Medien derzeit gern vermelden. Ihr seid Herthaner, die den Fußball lieben, von der Nummer eins bis zur Nummer sieben. Von der acht bis hin zur Nummer 25, bekannt vom Bodensee und auch in Danzig", stimmte Herthas Pressesspecher Klaus-Dieter Vollrath anschließend ein Gedicht auf die Hertha-Bubies. 

Ob es nun die Pasta, die liebe zum Fußball oder einfach viel Glück war, egal. Die Resveremannschaft von Hertha BSC hatte das Fußballwunder vollbracht und stand im Pokalfinale gegen Bayer 04 Leverkusen. Über das Endspiel spricht heutzutage kaum noch wer.

Zwar boten die Hertha-Bubis abermals eine starke Leistung, mussten sich jedoch am Ende mit 0:1 gegen das Star-Ensenmble von Bayer geschlagen geben. Ulf Kirsten hatte Leverkusen zum Sieg geschossen, der größte Jubel im Olympiastadion galt allerdings der Hertha-Reserve. Die Amateure hatten Geschichte geschrieben.

Nie zuvor hatte eine Zweitvertretung das DFB-Pokalfinale erreicht. Und das wird sehr wahrscheinlich für immer so bleiben. Seit 2008 dürfen Verein nur noch mit einer Mannschaft am Wettbewerb teilnehmen.

Immerhin: Arminia Bielefeld zeigte 2025, dass es immer noch Drittligisten ins Finale schaffen können. Wunder gibt es also immer wieder. Nur nicht das der Hertha-Bubis. 


📸 Bongarts - Bongarts

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