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·19. August 2026

Mönchengladbach: Der Millionen-Junge, der beim Essen fast das Portemonnaie vergisst

Artikelbild:Mönchengladbach: Der Millionen-Junge, der beim Essen fast das Portemonnaie vergisst

Ein 17-Jähriger verwaltet den höchsten Marktwert im Kader nicht selbst. Bodenständigkeit oder Abhängigkeit – der Grat ist schmaler, als es klingt.

Ein Restaurantbesuch mit der Familie, das erste Profigehalt frisch auf dem Konto – und dann der Satz des Vaters: „Da kam aber auch der zarte Hinweis von Papa, dass ich heute auch mal zahlen kann…“ So schildert Wael Mohya der Bild den Moment, in dem aus einem Jungen kurz ein Zahlender werden sollte. Ein Abendessen, kein Sportwagen, keine Uhr.


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Mohya ist mit einem Marktwert von 17 Millionen Euro der wertvollste Spieler im Kader von Borussia Mönchengladbach – und weiß nach eigenen Worten nicht, wie viel er verdient und was auf seinem Konto liegt: „null“ Ahnung. Das wird als Musterbeispiel für Bodenständigkeit erzählt. Es ist eher ein Musterbeispiel dafür, wie der moderne Fußball seine Teenager im Ungefähren hält.

„Meine Eltern machen das schon alles. Ich bekomme ein monatliches Taschengeld, mit dem ich prima klarkomme“, sagt der 17-Jährige. Der Satz klingt sympathisch, und er ist es auch. Ein Junge, der seit seinem siebten Lebensjahr bei der Borussia spielt und mit 16 zum jüngsten Bundesliga-Spieler wie zum jüngsten Torschützen der Vereinsgeschichte wurde, soll nicht mit dem Kopf beim Kontostand sein, sondern beim Fußball. Wer wollte ihm das verübeln.

Und doch: Ein Profi, der Karlheinz Pflipsen und Marko Marin aus den Rekordlisten des Klubs verdrängt hat, ist eben nicht mehr nur ein Junge mit Talent. Er ist ein Vermögenswert von 17 Millionen Euro, der höchste im gesamten Gladbacher Kader. Diese Zahl gehört ihm, nicht seinen Eltern.

Bodenständigkeit heißt in dieser Erzählung: Papa und Mama regeln das Geld, der Sohn regelt die Tore. Man kann das rührend finden. Man kann darin auch die feine Ironie sehen, dass ausgerechnet der teuerste Mann im Aufgebot der Einzige ist, der nicht weiß, was seine Arbeit wert ist. Ein Achtzehnjähriger wird bald geschäftsfähig sein, ohne je gelernt zu haben, mit dem umzugehen, was er längst verdient.

Der Fußball feiert solche Sätze, weil sie ihm das schlechte Gewissen nehmen. Ein Teenager-Millionär, der beim Essen fast vergisst zu zahlen, ist die Werbebroschüre für einen Betrieb, der Sechzehnjährige mit Verträgen unbekannter Laufzeit an sich bindet – Mohya hat im Juli 2025 verlängert, wie lange, weiß niemand außerhalb des Klubs. Die Zahlen sind riesig, die Kontrolle liegt woanders, und der Spieler selbst nickt und lächelt.

Es spricht für die Familie Mohya, dass der zarte Hinweis des Vaters beim Essen fällt und nicht die Frage, wie viel es diesen Monat aufs gemeinsame Konto gab. Es spricht weniger für einen Betrieb, in dem ein 17-Jähriger seinen wichtigsten Vermögenswert – sich selbst – in fremde Hände legt und das für normal hält.

Mohya wird eines Tages allein entscheiden müssen, was 17 Millionen bedeuten. Bis dahin verwaltet der teuerste Gladbacher seinen Marktwert mit Taschengeld – und alle finden das schön.

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