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·2. September 2026

Müller und Hummels bei Amadora: Neustart zum Lernen

Artikelbild:Müller und Hummels bei Amadora: Neustart zum Lernen

Thomas Müller und Mats Hummels wagen einen ungewöhnlichen Schritt: Gemeinsam mit weiteren früheren Bayern-Profis steigen sie beim portugiesischen Erstligisten CF Estrela Amadora ein. Für die beiden Routiniers ist das Engagement weit mehr als eine reine Geldanlage, sie wollen das Geschäft Fußball von einer völlig neuen Warte aus kennenlernen.

Thomas Müller und Mats Hummels sind wieder mit dabei! Wie hier bei der erfolgreichen WM 2014 wo beide Weltmeister wurden, soll es bei der Fußball EM 2021 auch sein! (Foto AFP)


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Bis vor wenigen Tagen war CF Estrela Amadora, ein Klub aus dem Umland von Lissabon, hierzulande kaum ein Begriff. Das hat sich schlagartig geändert, seit bekannt wurde, dass eine Investorengruppe rund um die Weltmeister von 2014 90 Prozent der Anteile übernommen hat. Berichten zufolge soll der Deal ein Volumen von etwa 40 Millionen Euro haben. Der Verein belegt aktuell Rang acht in der Primeira Liga und rückt damit plötzlich ins Rampenlicht des europäischen Fußballs.

Warum ausgerechnet Portugal?

Auf Anfrage des SID erklärte Müller die Standortwahl mit der Historie und dem Potenzial des Landes: „Lissabon ist eine Stadt mit Fußballtradition, Portugal ein spannender Markt, der in der Vergangenheit immer wieder großartige Fußballer hervorgebracht hat.“ Der 36-Jährige, der aktuell noch für die Vancouver Whitecaps in der nordamerikanischen Liga aufläuft, betrachtet das Investment zugleich als persönliche Weiterbildung. Es sei „ein Schritt, der mir die Möglichkeit gibt, das Fußballgeschehen aus einer völlig anderen Perspektive hautnah zu erleben“, so der gebürtige Weilheimer.

In eine ähnliche Kerbe schlägt Mats Hummels. Der 37-Jährige, einst Abwehrchef bei Borussia Dortmund, möchte laut eigener Aussage in einer Prime-Video-Runde vor allem die internen Abläufe eines Vereins durchdringen. Sein Ziel sei es, „noch mehr kennenzulernen, wie so ein Verein funktioniert, wie dann auch Abläufe funktionieren“. Perspektivisch gehe es ihm darum herauszufinden, „wo meine Stärken sind für die Zeit nach der Karriere, um dann irgendwann zu wissen, welcher Job für mich im Fußball der passendste ist“.

Müller und Hummels investieren in portugiesischen Erstligisten

Prominentes Konsortium mit klaren Aufgaben

Neben Müller und Hummels gehören auch die ehemaligen Bayern-Profis Yann Sommer und Lucas Hernández zu dem Investorenkreis. Müller zeigte sich erfreut über die geballte Erfahrung im Konsortium: „Ich freue mich, dass absolute Fußballexpertise mit an Bord ist.“ Die prominenten Anteilseigner sollen dabei keineswegs nur als Geldgeber im Hintergrund agieren, sondern aktiv ins operative Geschäft eingebunden werden.

Vereinspräsident Johannes Mösmang beschrieb gegenüber dem BR das Konzept dahinter: „Wir wollen Expertisen in allen Bereichen. Deswegen auch diese Namen.“ Die Ex-Profis sollen demnach „primär bei der Bewertung der Spieler und potenzieller Neuzugänge“ helfen, aber auch beim Netzwerk und der Außendarstellung des Klubs unterstützen. Sogar bei Transferverhandlungen sollen die Stars künftig mit am Tisch sitzen. Für Mösmang, der zuvor jahrelang im Player Management des FC Bayern tätig war, ist das Engagement „eine erste Ebene, sich im Management wirklich austesten zu können“.

Kaderpolitik ohne Beschränkungen

Bei der sportlichen Ausrichtung genießt Mösmang in Portugal deutlich mehr Freiheiten als in vielen anderen europäischen Ligen. In der Primeira Liga gebe es „keine Beschränkungen auf die Verpflichtung von Nicht-EU-Ausländern“, erläuterte der 35-Jährige. Diese Regelung spiegelt sich bereits im aktuellen Kader wider: Von 26 Spielern tragen 22 einen ausländischen Pass, darunter Max Scholze, der im Januar vom SSV Ulm nach Amadora wechselte, sowie der deutsch-brasilianische Angreifer Henrique Poniewas. Im Sommer stieß zudem Lovro Zvonarek vom FC Bayern zum Klub aus der Lissabonner Vorstadt.

Der Verein selbst blickt auf eine junge, aber rasante Entwicklung zurück. Erst 2020 entstand CF Estrela Amadora durch eine Fusion mit dem Club Sintra Football und startete damals noch in der dritten Liga. Seit 2023 spielt die Mannschaft nun bereits in der Primeira Liga. Auf die scherzhafte Frage, ob perspektivisch sogar die Champions League ein Thema werden könnte, musste Hummels lachen. Das „wäre natürlich hochambitioniert, da müssen wir noch ein bisschen warten“, sagte der Weltmeister von 2014, ergänzte aber schmunzelnd: „Ich hätte auch keine Einwände.“

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