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·27. Februar 2026

Muskelverletzungen beim 1. FC Köln: Mögliche Ursachen und Prävention – das sagt ein Experte

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Muskelverletzungen beim 1. FC Köln: Mögliche Ursachen und Prävention – das sagt ein Experte

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Hendrik Broschart

27 Februar, 2026

Eine ungewöhnliche Verletzungsserie schränkt den 1. FC Köln vor dem Augsburg-Spiel stark ein. Trainerstab und Experten suchen nach Ursachen beim 1. FC Köln: Was läuft falsch am Geißbockheim?

Die Verletzungsprobleme beim 1. FC Köln spitzen sich zu. Eine ungewöhnlich hohe Zahl von Muskelverletzungen bereitet den Geißböcken Kopfschmerzen. Muskelverletzungen beim 1. FC Köln: Das sagt ein Experte.

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Jan Thielmann zog sich vor dem Spiel gegen TSG Hoffenheim eine Muskelverletzung zu. (Foto: Bucco)

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Vor dem Heimspiel gegen den FC Augsburg steht Kölns Trainer Lukas Kwasniok vor einer kniffligen Aufgabe. Der 44-Jährige, bekannt für seine Rotationsfreude, ist mit der Frage konfrontiert, welche seiner Spieler für die anstehende Partie überhaupt zur Verfügung stehen. Die aktuelle Häufung von Verletzungen hat den Handlungsspielraum von Kwasniok spürbar eingeschränkt, der FC steckt mitten in der größten Verletzungswelle dieser Saison. Besonders die muskulären Probleme machen dem Team zu schaffen. „Eine so kuriose Situation habe ich in dieser Form noch nicht erlebt“, sagte Kwasniok auf der Pressekonferenz am Mittwoch. „Natürlich sind wir jetzt auf der Suche nach den Ursachen. Bis zum Spiel in Gladbach hatten wir keine einzige Muskelverletzung. Dann kam Jan Thielmann als Erster, bis zur Winterpause noch Joel Schmied. Seitdem häuft sich das Ganze extrem.“

Kwasniok: „Müssen jetzt auf Ursachenforschung gehen“

Auf der Pressekonferenz bemühte sich der FC-Coach, Anhaltspunkte für die „kuriose Situation“ zu finden. „Wir müssen jetzt auf Ursachenforschung gehen, wobei es in der Kürze der Zeit nicht ganz so einfach ist, das zu eruieren“, erklärte Kwasniok. Einen möglichen Grund sieht er in der hohen Intensität der Liga. „Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist die Intensität der Bundesliga und dass wir versuchen, in jedem Spiel voll dagegenzuhalten.“ Ganz überzeugt diese Erklärung jedoch nicht. Ausgerechnet Hoffenheim, der jüngste Kölner Gegner und statistisch das laufstärkste Team der Liga, blieb bislang ohne muskuläre Ausfälle. Offenbar liegt die Ursache also tiefer.

Um die Hintergründe besser einzuordnen, hat come-on-fc.com mit Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Potthast von der Deutschen Sporthochschule Köln gesprochen. Der Biomechanik-Experte forscht seit Jahren zu Belastungssteuerung und Verletzungsprävention im Leistungssport (unter anderem in Zusammenarbeit mit Hoffenheim) und warnt hinsichtlich der Verletzungen vor vorschnellen Schuldzuweisungen.

Fehler in der Trainingsbelastung?

Potthast betont, dass die aktuelle Misere beim FC schon ungewöhnlich sei, Muskelverletzungen aber nicht auf einen einzelnen Faktor zurückzuführen sind. „Es gibt eine ganze Reihe von Einflussgrößen, die solche Verletzungen begünstigen können“, erklärte er. Auch die Trainingssteuerung könne eine Rolle spielen. Hier könne man den Verantwortlichen allerdings nur schwerlich Vorwürfe machen. „Man muss den Trainern aber zugutehalten, dass die Wissenschaft bislang kaum Parameter kennt, mit denen sich eindeutig vorhersagen lässt, wann ein Spieler aufhören sollte zu trainieren. Es also von außen auf die Trainingssteuerung zu schieben, wäre anmaßend.“ Möglichkeiten, sich die Muskeln genauer anzuschauen, gibt es, diese seien aber sehr aufwendig. „Es ist sicher nicht wie bei einer Laktatleistungsdiagnostik, bei der man nach einer Laufeinheit eine Empfehlung über die Intensität des Trainings abgeben kann“, so der Experte.

Neben der Trainingsbelastung könnten weitere Faktoren eine Rolle spielen, die die Suche nach Antworten auf die Frage nach den vielen Spielern mit ähnlichen Verletzungen erschweren. „Dazu gehört etwa die Ernährung, auch wenn das im Profibereich eher selten ein Problem ist“, so Potthast. „Möglicherweise bestehen muskuläre Dysbalancen zwischen Agonist und Antagonist, oder es gibt Zusammenhänge mit der Wirbelsäule oder der neuronalen Ansteuerung.“

Dennoch sieht der Wissenschaftler einen Punkt, an dem die Clubs grundsätzlich ansetzen müssen: „Der Verein darf sich die Frage stellen, ob er präventiv genug gehandelt hat, etwa was die Diagnostik betrifft“, sagte der Experte. „Jetzt gilt es, jede einzelne Verletzung genau zu analysieren. Wann ist sie aufgetreten? Unter welchen Bedingungen? Welche Besonderheiten hatte der betroffene Spieler? Mit gezielten Untersuchungen lässt sich das systematisch aufarbeiten“, so der Experte weiter. „Auch wenn die Wissenschaft bisher keine vorgefertigten vollständigen Diagnostikverfahren zur Prophylaxe von Muskelverletzung anbietet, wäre ein engerer Austausch von Verantwortlichen mit Forschenden gegebenenfalls schon hilfreich. Ich denke durchaus, dass wir an bestimmten Stellen schon weiterhelfen können.“ Eine wissenschaftliche Begleitung, die es beispielsweise bei der TSG durchaus gibt.

Hartes Programm für ersatzgeschwächte Geißböcke

Lukas Kwasniok ließ hingegen keine Zweifel zu: „Ich habe das Glück, schon einige Vereine erlebt zu haben. Und die medizinisch-athletische Abteilung ist hier absolut top. Die Geräte werden immer besser, das heißt, wir werden immer vorsichtiger. Das ist auch gut so, damit keinem so richtig der Muskel zerfetzt wird.“ Tatsächlich lassen sich laut Experten in den aktuellen MRTs leichter Mikro-Läsionen darstellen. Das Vorgehen der Vereine ist daher oft ein besonders vorsichtiges. Eine Verbindung zwischen Verletzungen sowie dem Natur- und Hybridrasen am Geißbockheim und im Stadion sieht der Experte jedenfalls nicht.

Ungeachtet der Ursachenanalyse bleibt die sportliche Realität bestehen: Der 1. FC Köln muss in einer entscheidenden Saisonphase mit einem ausgedünnten Kader auskommen. Spiele gegen direkte und indirekte Konkurrenten – darunter das Derby gegen Borussia Mönchengladbach – gewinnen zusätzlich an Brisanz, wenn personelle Alternativen fehlen. Resignation ist dennoch kein Thema. Kwasniok versucht, der Situation auch mental etwas Positives abzugewinnen. „Schwund macht stärker“, habe er der Mannschaft mitgegeben. Ob dieser Leitsatz im Abstiegskampf trägt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.


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