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·22. August 2026
Nach Chaos-Jahr: Mourinho ist bei Real Madrid der größte Hoffnungsträger

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·22. August 2026

Nach zwei Jahren ohne Titel soll ein bekanntes Gesicht bei Real Madrid den alten Glanz zurückbringen. Der größte Hoffnungsträger sitzt auf der Bank.
Zwei Saisons ohne Edelmetall ist für die meisten Vereine alles andere als ein Drama, den Königlichen war die Nervosität dagegen schon während der vergangenen Saison anzumerken. Egotrips in der Kabine, die Alonso-Entlassung im Winter und eine sportliche indiskutable Rückrunde sorgten für Ärger in der spanischen Hauptstadt.
Um wieder Ruhe und Disziplin in die launische Mannschaft zu bekommen, holte Präsident Florentino Perez Jose Mourinho zurück. Schon früh fixierte sich der Vereinsboss bei der Suche nach einem Nachfolger für Alvaro Arbeloa auf seinen alten Bekannten. An der durchaus riskanten Entscheidung, Mourinho nach Stationen bei Tottenham, der Roma, Besiktas und Benfica wieder zu einem absoluten Giganten des Weltfußballs zu holen, muss sich Perez nun messen lassen.
13 Jahre nach seinem Aus ist der Portugiese wieder Real-Trainer und hat einen klaren Auftrag: Titel müssen her und das ohne Anlaufzeit. Dass der exzentrische Coach aus einer neuen Mannschaft gleich das Maximum rauskitzeln kann und mit seinen Führungsqualitäten auch in schwierigen Kabinen für Ordnung sorgen kann, hat er zeit seiner langen Laufbahn oft genug bewiesen.
Chelsea führte er 2005, 2006 und 2015 an die Spitze der Premier League, Inter 2010 gar zum Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League. Dieses Kunststück gelang Real Madrid übrigens noch nie. Die Champions League genießt bei den Blancos seit jeder einen besonderen Stellenwert, doch auch in La Liga soll der FC Barcelona nach zwei Titeln in Folge endlich wieder gestürzt werden.

Foto: IMAGO
Für die Mission Meisterschaft wurde der Kader der Königlichen ordentlich umgekrempelt. Altstars wie Dani Carvajal und David Alaba erhielten keinen neuen Vertrag, die Ergänzungsspieler Dani Ceballos (vereinslos), Fran Gonzalez (FC Sevilla), Mario Martin (Getafe), Fran Garcia (Real Betis), Gonzalo Garcia und Cesar Palacios (beide Fulham) wurden ebenfalls abgegeben. Top-Talent Franco Mastantuono soll in Florenz Spielpraxis sammeln.
Auf der Zugangsseite agierten die Madrilenen zunächst sparsam, griffen dann aber doch tief in die Tasche. Die erfahrenen Ibrahima Konate (Liverpool) und Bernardo Silva (Manchester City) kamen ablösefrei aus der Premier League, Rechtsverteidiger Denzel Dumfries wechselte für 20 Millionen Euro von Inter zu Real und soll Trent Alexander-Arnold nach einer durchwachsenen Premieren-Saison Druck machen. Sturmtalent Carlos Espi kam für 25 Millionen Euro aus Levante. Deutlich teurer war Chelseas linker Verteidiger Marc Cucurella, den sich die Königlichen 55 Millionen Euro kosten ließen.
Der Königstransfer kam jedoch aus der Bundesliga. Yan Diomande unterschrieb nach langem Poker mit RB Leipzig und kostete 125 Millionen Euro Ablöse. Der Ivorer ist auf der rechten Seite fest eingeplant und soll die Star-Offensive mit Kylian Mbappe und Vinicius Junior um ein weiteres pfeilschnelles Element ergänzen. Hinter den drei arrivierten Kräften stehen mit Brahim Diaz, Rodrygo, Espi und Endrick weitere Klasse-Optionen bereit.
Während Real sich in der Offensive also keine Sorgen machen muss, bereiten die anderen Mannschaftsteile Mourinho durchaus Kopfzerbrechen. Zwar tummeln sich auch im Mittelfeld mit Jude Bellingham, Bernardo Silva, Fede Valverde, Arda Güler und Aurelien Tchouameni große Namen, allerdings fehlt der gewünschte Spielmacher vor der Abwehr weiterhin. Seit dem Karriereende von Toni Kroos sucht Real Madrid nach einem neuen Taktgeber aus der Tiefe. Wunschlösung Rodri entschied sich nicht nur gegen die Madrilenen, sondern unterschrieb zu allem Überfluss auch noch bei Barca.

Foto: IMAGO
Mourinho muss also kreativ werden und deutete zuletzt bereits an, dass er sich Youngster Arda Güler in einer defensiveren Rolle vorstellen könnte. Technisch ist der 21-Jährige der Beste in einem Mittelfeld, in dem mit Valverde und Bellingham zwei Weltklasse-Allrounder das Sagen haben. Allerdings könnte Real seine Kreativität auch gut im letzten Drittel gebrauchen.
Eine weitere Hoffnung besteht darin, dass Eigengewächs Thiago Pitarch den nächsten Schritt macht. Der Trainer hält viel vom jungen Spanier und schob angeblich sogar persönlich einem Wechsel zu Fulham den Riegel vor. Optionen hat „The Special One“ mehr als genug, der erfahrene Portugiese muss nun die besten Kombinationen für seine erste Elf finden.
Das gilt auch in der Defensive. Auf den Außenbahnen sind die Rollen klar verteilt. Trent und Dumfries liefern sich einen offenen Konkurrenzkampf auf der rechten Seite, links geht Marc Cucurella mit einem deutlichen Vorsprung vor Alvaro Carreras ins Rennen. Ferland Mendy soll noch verkauft werden.
Für die Innenverteidigung stehen mit Dean Huijsen, Ibrahima Konate, Raul Asencio, Eder Militao und Antonio Rüdiger fünf namhafte Kandidaten zur Verfügung. Allerdings steht hinter jedem ein anderes Fragezeichen. Huijsen muss den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gehen, bei Asencio herrschen allmählich Zweifel, ob es für ein Top-Team wie Real Madrid reicht. Das haben Konate, Rüdiger und Militao längst nachgewiesen, doch einer steckt in einer Dauer-Formkrise (Konate), an einem nagt der Zahn der Zeit (Rüdiger) und der Dritte im Bunde ist vom Verletzungspech verfolgt (Militao).

Foto: IMAGO
Trotz der Probleme in Abwehr und Mittelfeld: Der Kader von Real Madrid ist auch in der Saison 2026/2027 einer der Besten der Welt. Findet sich eine Stammformation in der Defensive und bleiben Akteure wie Mbappe, Vinicius und Bellingham fit, können die Königlichen ein drittes titelloses Jahr vermeiden.
Jetzt liegt es an Mourinho, aus dem Star-Potenzial eine Einheit zu formen. Der Portugiese steht für klare Hierarchien, die das zerrüttet wirkende Team der vergangenen Spielzeit dringend benötigt hätte, sein Umschaltfußball aus einer kompakten Hintermannschaft könnte der Tempo-Offensive zu Gute kommen. Kein anderer Trainer scheint für die Aufgabe bei Real so prädestiniert wie der 63-Jährige. Gelingt unter Mourinho die Rückkehr an die Spitze der spanischen Liga, darf sich Perez für seine Idee auf die Schulter klopfen.
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