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·29. August 2025

Nach Woltemade-Transfer: 90 Millionen und jede Menge Probleme

Artikelbild:Nach Woltemade-Transfer: 90 Millionen und jede Menge Probleme

Erstmal genial: Der VfB verkauft Nick Woltemade an Newcastle United für 85 plus 5 Millionen Euro. Mehr als doppelt so viel als die Ausgliederung einbrachte, in etwa so viel wie das im Juni 2023 geschlossene Weltmarkenbündnis.

Alle jubeln über den Deal. Doch ist er wirklich so gut für den VfB? Denn er hat weitreichende Konsequenzen für den ambitionierten Club mit dem Brustring. Mit dem Verkauf hat sich der VfB einige Probleme eingehandelt.


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Respekt, Alex Wehrle und Fabian Wohlgemuth haben 40, 50, 60 Millionen des FC Bayern München abgelehnt, haben den Druck des Rekordmeisters, des Beraters und der Medien ausgehalten, um am Ende einen Monster-Deal in unerhörter Größenordnung zu finishen. Sie haben Woltemade an seinem Peak und auf dem Höhepunkt des Woltemessi-Hypes verkauft.

Aber es gibt nicht wenige, die skeptisch sind, dass er das halten oder sich gar verbessern kann. Vor einem Jahr wurde er als Ergänzungsspieler ablösefrei verpflichtet, Sebastian Hoeneß hat ihn zu einem Leuchtturm (sorry) in der VfB-Offensive entwickelt. Das war so nicht abzusehen oder wie 11Freunde letztes Jahr schrieb: “Wer aus Maxi Mittelstädt einen Nationalspieler formt, der kann auch Wasser zu Wein oder Woltemade in einen Wunderstürmer verwandeln.” Nennen wir ihn also ab sofort Sankt Sebastian.

Für VfB-Fans war es immer wieder ein Wunder, was Woltemade alles kann. Es sieht nicht immer schnell aus, was er macht, am Ende steht aber stets eine beeindruckende Idee, eine spielentscheidende Aktion oder ein Scorer. Ohne ihn fehlt dem VfB das Besondere in der Offensive.

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Tech-Nick sagte einmal launig, dass er lieber mit Essen gegen Dresden die 3. Liga schaue statt Premier League oder La Liga. Ob er vor der Kontaktaufnahme Newcastle überhaupt kannte? Und wichtiger: Ist in England MagentaTV empfangbar?

Transfer Klatschreporter Florian Plettenberg alias „Plettigoal“ schoss ein klassisches Eigentor: „Die Stuttgarter müssen jetzt auch mal aufhören, von irgendwelchen 70 oder 80 Millionen Euro zu träumen. Die werden sie nicht bekommen! Nicht von Bayern, nicht von Chelsea – auch nicht nach zwölf Toren in der nächsten Saison“, schimpfte er unlängst. Pletti wollte unbedingt „seinen Transfer“ durchdrücken. Auf seine angeblich exklusive Info, dass Woltemade angeblich nur zu den Bayern wollte, ging er nicht ein und ließ sich jetzt nichts anmerken als er den „Done Deal“ mit Newcastle meldete. Im Gegensatz zu Max Eberl.

Der Bayern-Manager stellte Journalisten am Rande eines Spiels der Club WM ganz selbstsicher die rhetorische Frage: „Ist Woltemade 80 Millionen wert?“ Sein süffisantes und überhebliches Lächeln wird ihm mittlerweile vergangen sein. Es ist die zweite große Niederlage des Transfersommers für die Bayern, die schon Wunschspieler Florian Wirtz nicht verpflichten konnten.

Newcaste United beantwortete Eberls Frage mit „Ja!” Wahrscheinlich haben die Engländer bei Wehrle angerufen und gesagt: „We’ve read you want 75 million for Woltemade. Let’s make 85 plus bonuses. Then things will go faster; we’re all out of time!“ Geschäftspartner Newcastle, alles andere als ein geerdeter Arbeiterclub aus dem Nordenosten Englands, ist obszön finanziert vom saudi-arabischen Staatsfonds PIF und hat damit ekelhafte Verbindungen zu Prinz Mohammed Bin Salmon, der unter dem Verdacht steht, unliebsame Journalisten ermorden zu lassen.

Der VfB hat zwar 85 + 5 Millionen und eine Menge Probleme: Um Woltemade war die gesamte Offensive aufgebaut, deshalb wurde auch so vehement um ihn beim VfB gekämpft. Trainer Hoeneß fängt von vorne an, muss ein neues System etablieren und das mitten in der Saison, die alles andere als rund begann. Und er kann erst damit anfangen, wenn der Kader komplett ist.

Sport-Vorstand Wohlgemuth hat nur noch vier Tage Zeit, einen Ersatz für Woltemade zu verpflichten, das Replacement für Enzo Millot steht auch noch aus. Keine optimale Verhandlungsposition und in wieweit der Club darauf vorbereitet ist, Woltemade zu ersetzen, ist fraglich. In der Vergangenheit musste man Panik-Käufe befürchten (remember Rumpel-Russe).

Eintracht Frankfurt wusste nach dem Abgang von Hugo Ekitiké genau was man machen muss mit der Verpflichtung von Ritsu Doan und Jonathan Burkhardt. Weiß es der VfB auch?

Die Aufgabe des VfB-Managements ist riesig: Mit den folgenden Transfers – unter Zeit- und Handlungsdruck – wird nicht nur über die Saison 2025/2026 entschieden. Selten gab es spannendere vier Tage in der in der Geschichte des VfB. Denn in denen entscheidet sich die nähere Zukunft des VfB.

Zum Weiterlesen: Forbes schreibt: „Times have changed in German football; the automatic mechanism that ensures Bayern secures the top stars from other Bundesliga players is no longer in place.“

Die Süddeutsche Zeitung empfindet den Woltemade-Wechsel nach Newcastle ebenfalls als empfindlichen Rückschlag für den FC Bayern.

Bild: Vertikalpass/Fabrizio Romano (Aufmacher), Ronny Hartmann/Getty Images (Artikelbild)

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