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·19. September 2026
Nations League: Diese zwei Schweizer feiern ihr Debüt unter Yakin

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Murat Yakin hat sein erstes Schweiz-Aufgebot nach der Weltmeisterschaft bekanntgegeben – und setzt dabei auf ein bewährtes Gerüst, ergänzt durch gezielte Neunominierungen. Für die ersten vier Partien der UEFA Nations League hat der Nationaltrainer 25 Spieler berufen. 20 von ihnen gehörten bereits zum WM-Kader, hinzu kommen mit Winsley Boteli und Sascha Britschgi zwei Debütanten sowie mit Zachary Athekame, Adrian Bajrami und Alvyn Sanches drei Rückkehrer.

Schweiz-Trainer Murat Yakin winkt vor dem WM-2026-Gruppenspiel der Gruppe B gegen Kanada den Fans zu. Die Partie fand am 24. Juni 2026 im BC Place in Vancouver statt. Alex Grimm / Getty Images
Die prominentesten neuen Gesichter sind Winsley Boteli und Sascha Britschgi. Beide erhalten erstmals ein Aufgebot für die A-Nationalmannschaft – eine Entscheidung, die sich nach ihren Leistungen in der laufenden Saison geradezu aufdrängte.
Boteli, 20 Jahre alt und Angreifer des FC Sion, sorgt in der Super League für Furore. In 14 Pflichtspielen zu Saisonbeginn 2026/27 gelangen ihm zwölf Tore und fünf Assists. Der Genfer, der alle Junioren-Auswahlen des Schweizerischen Fussballverbands durchlaufen hat, gilt derzeit als einer der formstärksten Offensivspieler der Liga. Seine Nominierung war auch deshalb von besonderem Interesse, weil die Demokratische Republik Kongo um den Doppelbürger geworben hatte. Boteli stellte jedoch klar, dass die Schweiz für ihn stets die erste Wahl sei.
Britschgi, ebenfalls 20, hat sich nach seinem Wechsel vom FC Luzern zu Parma Calcio in der Serie A unmittelbar als Stammkraft auf der rechten Aussenverteidigerposition etabliert. Auch er war zuletzt für die U-21-Nationalmannschaft im Einsatz, rückt nun in den A-Kader auf.

VANCOUVER, KANADA – 07. Juli 2026: Die Spieler der Schweiz feiern den entscheidenden und fünften verwandelten Elfmeter von Ruben Vargas im Elfmeterschießen des WM-2026-Achtelfinals gegen Kolumbien im BC Place in Vancouver. (Foto: Luke Hales/Getty Images)
Neben den beiden Neulingen kehren drei Spieler in den Kreis der Nationalmannschaft zurück, die das WM-Turnier verpasst hatten – oder dort nur eine Randrolle spielten.
Zachary Athekame, Rechtsverteidiger von Olympique Lyon, war erstmals im Oktober 2025 für das Auswärtsspiel in Slowenien nachnominiert worden. Adrian Bajrami, Innenverteidiger von Sporting Braga, gab in ebenjener Partie sein A-Länderspieldebüt, stand beim WM-Turnier jedoch lediglich auf der Reserveliste. YB-Offensivspieler Alvyn Sanches wurde zuletzt im März 2026 berücksichtigt.
Ansonsten vertraut Yakin auf Kontinuität. 20 Akteure aus dem WM-Kader bleiben im Aufgebot. Drei Abgänge waren bereits vor der Bekanntgabe fix: Silvan Widmer und Christian Fassnacht haben ihre Karrieren in der Nationalmannschaft beendet. Noah Okafor erklärte indes via Instagram, unter Yakin nicht mehr für die Schweiz spielen zu wollen – und bezichtigte den Nationaltrainer mangelnden Respekts und eines Vertrauensbruchs.
Yakin äusserte sich auf der Medienkonferenz zur Kaderbekanntgabe dazu deutlicher als sonst. Er sei mit Okafors defensiver Leistung an der WM nicht zufrieden gewesen, liess der Trainer verlauten. Ein Gespräch unter vier Augen hätte jederzeit stattfinden können. «Aber ein Gang an die Öffentlichkeit hat bei mir noch nie eine positive Wirkung erzielt.» Damit setzte Yakin auch ein Zeichen: Er setzt auf Teamplayer, die sich durch Leistung aufdrängen – nicht auf Einzelne, die Konflikte öffentlich austragen.

Breel Embolo schießt im WM-2026-Gruppenspiel der Gruppe B zwischen der Schweiz und Kanada aufs Tor. Die Partie fand am 24. Juni 2026 im BC Place in Vancouver statt. Emilee Chinn / Getty Images
Für das erste Nations-League-Spiel in Nordmazedonien muss Yakin auf Breel Embolo verzichten. Der Stürmer fehlt wegen seiner Roten Karte aus dem WM-Viertelfinale gesperrt und stösst erst für die zweite Partie in Schottland zum Team. Das eröffnet Boteli die realistische Möglichkeit, bereits im ersten Ernstkampf in der Startformation zu stehen. Yakin lobte den Sittener explizit: «Er trifft zurzeit von fast überall. Genau solche Spieler, die Frische reinbringen, braucht es.»
Mit dem Rücktritt von Widmer entsteht auf der Rechtsverteidigerposition ein Vakuum, das Yakin mit gleich zwei schnellen Schienenspielern füllt: Britschgi und Athekame. Beide sind nominell Rechtsverteidiger, können laut Yakin jedoch auch als Backup-Varianten für den 34-jährigen Ricardo Rodríguez auf der linken Seite dienen. Der Nationaltrainer signalisiert damit, künftig mehr Tempo und Offensivdrang auf den Aussenpositionen sehen zu wollen.
Trotz der personellen Veränderungen spricht wenig von einem radikalen Umbruch. Ardon Jashari soll im zentralen Mittelfeld seine Chance erhalten, doch solange Granit Xhaka und Remo Freuler «auf höchstem Niveau» spielen, bleiben sie gesetzt – so Yakin wörtlich: «Es geht nicht darum, wie alt sie sind. Sondern wie fit.»
Das Aufgebot verdeutlicht Yakins Prinzip: Leistung, Momentum und Erfolg in der Gegenwart haben Vorrang vor mittelfristiger Teamentwicklung. Das Ziel für die Nations League ist eindeutig formuliert: Gruppensieg in Liga B, Wiederaufstieg in Liga A. Damit bliebe die Schweiz in der Auslosung zur EM-Qualifikation in Topf 2 und würde sich zugleich einen Play-off-Platz sichern, sollte die direkte Qualifikation verpasst werden.
Murat Yakin hat 25 Spieler für die ersten vier Nations-League-Partien nominiert. Neben 20 Akteuren aus dem WM-Kader gehören auch zwei Debütanten und drei Rückkehrer zum Aufgebot.

17. September 2026: Kadergrafik der Schweizer Nationalmannschaft für die UEFA Nations League unter Nationaltrainer Murat Yakin mit Winsley Boteli und Sascha Britschgi als neuen Gesichtern. (Quelle: X.com/Swiss Football Scout)
Torhüter: Marvin Keller, Gregor Kobel, Yvon Mvogo
Abwehr: Manuel Akanji, Aurèle Amenda, Zachary Athekame, Adrian Bajrami, Sascha Britschgi, Eray Cömert, Nico Elvedi, Ricardo Rodriguez
Mittelfeld/Angriff: Michel Aebischer, Zeki Amdouni, Winsley Boteli, Breel Embolo, Remo Freuler, Cedric Itten, Ardon Jashari, Johan Manzambi, Dan Ndoye, Fabian Rieder, Alvyn Sanches, Djibril Sow, Granit Xhaka, Denis Zakaria
Der 16-tägige Zusammenzug beginnt am Montag, 21. September, mit einem Trainingslager in der Südtürkei. Yakin sieht die intensive Phase als grosse Chance: «Nach der tollen WM in Nordamerika wollen wir nun auch eine erfolgreiche Nations League spielen und den Wiederaufstieg in die Liga A schaffen. Diese intensive Phase mit vier Partien in drei Ländern innert elf Tagen möchten wir möglichst effizient nutzen und uns eine gute Ausgangslage schaffen.»

Die Schweizer feiern nach dem Sieg im Elfmeterschiessen gegen Kolumbien mit den Fans im BC Place von Vancouver. Foto: David Ramos/Getty Images
Tickets für die beiden Heimspiele in Luzern sind ausschliesslich online über ticketmaster.ch erhältlich.
Yakins erstes Post-WM-Aufgebot ist ein Statement: Der Nationaltrainer vertraut auf die Spieler, die das WM-Viertelfinale erreicht haben, und setzt punktuell frische Akzente. Die Nominierungen von Boteli und Britschgi sind Belohnung für überzeugende Vereinsleistungen, die Rückkehrer Bajrami, Athekame und Sanches beweisen, dass der Weg zurück ins Nationalteam über Form und Geduld führt. Der Verzicht auf Okafor, Widmer und Fassnacht markiert einen Einschnitt – doch Yakin inszeniert ihn nicht als Bruch, sondern als logische Konsequenz seiner Prinzipien. Ob die Mischung aus Erfahrung und Frische den angestrebten Wiederaufstieg in Liga A trägt, wird sich in den kommenden elf Tagen zeigen.















