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·20. September 2026
Serbien vor Nations League: Paunović setzt auf Tadić und behutsamen Umbruch

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Serbiens Nationaltrainer Veljko Paunović hat seinen 28-köpfigen Kader für die ersten vier Spiele der UEFA Nations League bekanntgegeben. Die „Orlovi“ treffen in Gruppe 4 der Liga A auf Griechenland, die Niederlande und Deutschland – eine der anspruchsvollsten Gruppen des Wettbewerbs. Der Auftakt erfolgt am 24. September im Belgrader Stadion „Marakana“ gegen Griechenland, drei Tage später folgt das Heimspiel gegen die Niederlande. Im Oktober stehen die Auswärtspartien in Deutschland (1. Oktober) und den Niederlanden (4. Oktober) an.
LONDON, ENGLAND – 13. November 2025: Veljko Paunović, Trainer der serbischen Nationalmannschaft, bedankt sich nach der Niederlage im WM-2026-Qualifikationsspiel gegen England im Wembley Stadium bei den Fans. (Foto: Justin Setterfield/Getty Images)
Auf der Pressekonferenz in Stara Pazova am Freitag betonte Paunović, dass er die Nations League als echten Neuanfang sehe. Die Treffen im März und Juni hätten eher analytischem Charakter gedient, nun folge der erste Härtetest.
„Ich glaube weiterhin an bessere Zeiten, aber es wird Zeit und Geduld brauchen, um verschiedene Heilungsprozesse der Nationalmannschaft durchzugehen“, sagte der Serbien-Coach. „Unser System ist blockiert, erstarrt, was man an den Ergebnissen des vorherigen Zeitraums sieht, die instabil waren oder nicht das Niveau hatten, das wir uns wünschen.“
Paunović räumte ein, dass er in den vergangenen Monaten über einen Rücktritt nachgedacht habe. Der größte sei es, die Erwartungen der Öffentlichkeit mit den realen Möglichkeiten und dem aktuellen Stand in Einklang zu bringen. „Im Fußball ist alles ein Prozess, manche lassen sich beschleunigen, aber das Wichtigste ist, dass die Fundamente an ihrem Platz sind.“
Die prominenteste Personalie ist die Rückkehr von Dušan Tadić. Der 36-jährige Offensivspieler von NEC Nijmegen war nach der Europameisterschaft 2024 nicht mehr nominiert worden. Paunović erklärte, der Entschluss sei gemeinsam mit dem Spieler gereift: „Dušan kann ein Symbol für die Heilung und Genesung unseres Fußballs sein. Alles, was er repräsentiert und für unser Publikum bedeutet – wenn ich durch Belgrad gehe, sprechen alle nur von Dušan Tadić.“
Laut Paunović ist vereinbart, dass Tadić den kompletten Zyklus bis zur Europameisterschaft 2028 bestreiten soll. „Für den ganzen Zyklus plant Dušan, weiter Fußball zu spielen. Die Idee ist, dass wir bis zum Ende dieses Zyklus zusammenarbeiten, hoffentlich auch bei der Europameisterschaft.“
Der serbische Verteidiger Milos Veljkovic (R) feiert mit dem serbischen Verteidiger #15 Srdjan Babic (C), nachdem er das erste Tor für sein Team während des Fußballspiels der UEFA-Champions-League-Qualifikationsgruppe G zwischen Serbien und Bulgarien im Gradski-Dubocica-Stadion in Leskovac, Serbien, am 19. November 2023 erzielt hat. (Foto: ANDREJ ISAKOVIC / AFP)
Trotz der Junikrise, als mehrere Spieler die Einladung abgelehnt hatten, verzichtete Paunović auf disziplinarische Aussortierungen. Mit Ausnahme der verletzten Aleksandar Mitrović (Al Hilal) und Nikola Milenković (Nottingham Forest) sowie des nicht nominierten Torhüters Predrag Rajković (Al Ittihad) sind alle namhaften Akteure dabei: Sergej Milinković-Savić, Dušan Vlahović, Luka Jović, Filip Kostić, Strahinja Pavlović, Andrija Živković, Nemanja Gudelj, Saša Lukić und Strahinja Eraković.
Im Tor vertraut Paunović auf Vanja Milinković-Savić (Neapel), Đorđe Petrović (Bournemouth) und Filip Stanković (Venedig). Zur Abwehr gehören außerdem Srđan Babić (Spartak Moskau), Nikola Simić (Partizan Belgrad), Kosta Nedeljković (Glasgow Rangers), Aleksa Terzić (Frosinone) sowie die Vojvodina-Duos Lazar Nikolić und Petar Sukačev.
Mit Stefan Džodić (FC Almería) und Aleksandar Stanković (Inter Mailand) rücken zwei im Ausland spielende Mittelfeldakteure in den Fokus. Džodić, der von Paunovićs spanischsprachigen Assistenten stark empfohlen wurde, absolviert bereits seine zweite starke Saison in Spanien. „Er kann als zentraler Mittelfeldspieler agieren, hat einen außergewöhnlichen Aktionsradius und sucht den Abschluss im Sechzehner – genau das wollen wir von unseren Spielern sehen“, so der Trainer.
Im Angriff stehen neben Vlahović und Jović mit Dejan Joveljić (Seattle Sounders), Mihajlo Cvetković (Anderlecht) und Jovan Milošević (SC Braga) fünf Optionen zur Verfügung. Cvetković sei „das erste Mal dabei, spielt auf verschiedenen Positionen hervorragend“ und erlaube unterschiedliche taktische Varianten.
18. September 2026: Kadergrafik der serbischen Nationalmannschaft für die UEFA Nations League unter Nationaltrainer Veljko Paunović mit 26 nominierten Spielern. (Quelle: X.com/Serbian Football Scout)
Neun der 28 Nominierten sind noch für die U21 spielberechtigt – rund 30 Prozent des Kaders. Paunović warnte vor zu radikaler Verjüngung: „Man kann die Nationalmannschaft nicht verjüngen, indem man einfach alle Jungen auf einmal in den Team wirft. Die Jungen müssen sich an jemanden anlehnen können. Das Schlimmste wäre, jemanden, der nicht bereit ist, in eine Situation zu bringen, die er nicht bewältigen kann.“ Er verwies auf die enge Abstimmung mit U21-Trainer Bato Mirković: „Wir haben statt 44 Einladungen über A- und U21-Nationalmannschaft eine Struktur geschaffen, mit der wir Spieler nach oben und unten ziehen können.“
Nicht nominiert wurden Andrija Maksimović (RB Leipzig) und Ognjen Ugrešić (PAOK Thessaloniki). Zu Maksimović erklärte Paunović: „Da gibt es eine Situation, die ‚ein bisschen mit seinem Klub‘ zu tun hat. Er sucht noch seine Form, Klub und Spieler wollten, dass er in dieser Pause dort bleibt und sich vorbereitet.“
Ugrešić stehe auf der Liste der U21, eine Nominierung für die A-Mannschaft sei perspektivisch möglich. Zum Fehlen von Torhüter Predrag Rajković äußerte sich Paunović nur allgemein: „Ich werde nicht über Einzelne sprechen, die nicht auf der Liste stehen. Das fällt unter bestimmte Kriterien.“
Serbiens Stürmer Luka Jovic (Nr. 08) jubelt nach dem späten Ausgleich während des Fußballspiels der UEFA Euro 2024 Gruppe C zwischen Slowenien und Serbien in der Münchner Fußball-Arena am 20. Juni 2024. (Foto: Miguel MEDINA / AFP)
Lob fand Paunović für den deutschen Bundestrainer Jürgen Klopp, der für die kommenden vier Nations-League-Spiele zwei Kader mit insgesamt 44 Spielern nominierte. „Das ist genial. Wir hätten auch gerne so einen Spielerpool. Mir gefällt diese Offenheit der Vereine, die Öffentlichkeit begegnet dem jetzt so.“ Auch Serbien arbeite mit einem erweiterten Kreis von 44 Spielern über A- und U21-Nationalmannschaft.
Trotz der prominenten Gruppengegner Niederlande und Deutschland liegt der volle Fokus auf dem Auftaktgegner Griechenland. „Unser ganzer Fokus gilt Griechenland. Es ist eine sehr gute Nationalmannschaft, trainiert von unserem Fachmann. Wir werden einen starken Gegner haben.“ Paunović appellierte an die Fans, die Mannschaft im Stadion zu unterstützen: „Der Einzug in die Nations League, wohin sie später für die EM-Qualifikation führt, ist unser Hauptziel.“
Ob Sergej Milinković-Savić und Dušan Tadić gemeinsam auflaufen können, ließ Paunović offen: „Ich gehe nicht in die Enthüllung unserer Taktik und Formationen. Für gute Spieler gibt es immer einen Platz, wir werden einen Weg finden, alles unterzubringen.“
In der serbischen Fußballszene wird der Kader allerdings nicht durchweg positiv aufgenommen. Die Accounts SerbFootyScout und SerbianFooty sehen vor allem in der Defensive ein Problem. Der Ausfall von Nikola Milenković wiege schwer, gleichzeitig wird hinterfragt, ob die vorhandenen Alternativen auf diesem Niveau ausreichen. Besonders die Nominierung von Lazar Nikolić anstelle von Kosta Nedeljković beziehungsweise Mimović sorgt für Kritik.
Auch im Mittelfeld wird die fehlende Tiefe bemängelt. Während Aleksandar Stanković, Saša Lukić, Sergej Milinković-Savić und Lazar Samardžić als brauchbare Optionen gesehen werden, vermissen die Beobachter unter anderem Andrija Maksimović, Ognjen Ugrešić und Ivan Ilić.
Positiv bewertet werden dagegen die Nominierungen von Mihajlo Cvetković, Stefan Džodić und Petar Sukačev. Auch die Rückkehr von Dušan Tadić und Srđan Babić wird begrüßt. Gleichzeitig gibt es Zweifel, ob Tadić auf dem Flügel noch die gewünschte Rolle ausfüllen kann. SerbFootyScout sieht trotz der Schwächen genügend Qualität für eine konkurrenzfähige Startelf, erwartet für Paunović jedoch einen schwierigen Weg.















