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·18. September 2026
Neue Kritik an FIFA-Boss Infantino: Watzke fordert seine Ablösung

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Hans-Joachim Watzke verschärft den Druck auf Gianni Infantino. Der UEFA- und DFB-Vizepräsident fordert offen einen Wechsel an der Spitze des Weltverbandes und nennt mehrere Vorgänge, die sein Vertrauen zerstört hätten. Zuvor hatten unter anderem Watzke und Platini den aktuellen FIFA-Präsident zum Rücktritt aufgefordert.

Aki Watzke
Beim BIG BANG KI FESTIVAL in Berlin sprach sich der ehemalige Präsident von Borussia Dortmund erstmals öffentlich für die Ablösung des FIFA-Chefs aus. „Er sollte weg, ohne Wenn und Aber“, sagte Watzke. Für den 66-Jährigen sind vor allem drei Themen entscheidend: Infantinos Friedenspreis für US-Präsident Donald Trump vor der Weltmeisterschaft, die aufgehobene Sperre gegen US-Nationalspieler Folarin Balogun und ein letztlich gescheiterter Investorenplan der FIFA.
Besonders scharf ging Watzke den von Infantino angestoßenen Friedenspreis an Trump an. Der FIFA-Präsident habe die Auszeichnung nach Watzkes Darstellung eigenständig entwickelt und vergeben. „Du kannst dir ja nicht selber was ausdenken und verkündest das dann, das ist Wahnsinn“, erklärte der DFB-Vizepräsident.
Auch die Abläufe im Fall Balogun sieht Watzke als schwerwiegendes Problem. Der Angreifer der US-Nationalmannschaft war zunächst gesperrt worden, ehe die Sanktion wieder aufgehoben wurde. „Das kann nicht sein, dass, wenn da einer vom Platz fliegt, der Staatspräsident den FIFA-Präsidenten anruft, und erstaunlicherweise wird das Ding auch sofort einkassiert. Das ist ja Wahnsinn“, sagte Watzke.
Der DFL-Boss, der zudem dem Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union UEFA angehört, beanstandete außerdem den gescheiterten Investorendeal des Weltverbandes. Watzke bezeichnete das Vorhaben als „völlig wahnsinnig. Kein Mensch weiß das, seine Vizepräsidenten in der FIFA wussten nichts, das Council wusste nichts“.
Aus seiner Sicht ist die FIFA angesichts ihrer hohen Einnahmen finanziell nicht auf externe Investoren angewiesen. Die geplante Kapitalbeteiligung habe daher auch mit Blick auf die internen Entscheidungswege für zusätzliche Kritik gesorgt.

v.l. Bernd NEUENDORF DFB Präsident, Hans-Joachim WATZKE, Vorsitzender Geschaeftsfuehrer, Rudi VÖLLER, DFB Sportdirektor Nationalmannschaft enttäuscht auf der Tribuene. (Foto Imago)
Erst vor wenigen Tagen hatte auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf mit ähnlicher Deutlichkeit eine Ablösung Infantinos verlangt. Es sei „wichtig, dass dieses System Infantino auch beendet wird“, erklärte Neuendorf. Dies sei sogar „zwingend erforderlich“.
Infantino strebt trotz des krachend gescheiterten WM-Investorenplans und der massiven Kritik aus Teilen der Fußballwelt eine weitere Amtszeit an. Die Wahl findet im März statt. Neuendorf beschrieb das Verhältnis zur aktuellen FIFA-Führung als nachhaltig beschädigt: „Das Vertrauensverhältnis zu Gianni Infantino, zu dieser FIFA-Führung ist natürlich zerrüttet“.

















