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·6. April 2026
Neuer Trainer, altes Spiel? Das machte René Wagner gegen Eintracht Frankfurt (nicht) anders als Kwasniok

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Simon Hense
6 April, 2026
Viel war vor dem ersten Spiel von René Wagner darüber geredet worden, welche Stellschrauben er drehen würde. Am Ende gab es zumindest spielerisch viele Dinge, die man in dieser Saison bereits vom FC gewohnt war. Aber besonders einen Aspekt scheint Wagner doch anders zu machen als sein Vorgänger.
Sebastian Sebulonsen im Spiel gegen Eintracht Frankfurt (Foto: Neil Baynes/Getty Images)
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Neuer Trainer, altes Spiel? Ein bisschen konnte es den FC-Anhängern bei der Premiere von René Wagner als Chefcoach im Spiel gegen Eintracht Frankfurt so vorkommen. Denn im Spiel der Kölner gegen die SGE ließen sich viele Elemente und Muster erkennen, die es auch schon zuvor unter dem vor zwei Wochen entlassenen Lukas Kwasniok gegeben hatte. So starteten die Kölner wie so häufig bei Kwasniok mit einer Fünferkette. Als Wagner jedoch in der Anfangsphase merkte, dass die Geißböcke besonders in Person von Jan Thielmann gegen Arnaud Kalimuendo in dieser Formation Probleme gegen den Ball hatten, stellte der Coach kurzerhand auf Viererkette um. „Jan hatte Probleme, weil die Struktur nicht gepasst hat. Wir hatten zwei, drei Spieler, die immer gekippt sind. Wir haben keinen Druck auf den Ball bekommen, dann wurde es schwer für die zentralen Mittelfeldspieler. Ich glaube, der Wechsel auf die Viererkette hat dann auch Jan geholfen, die Orientierung an Brown zu haben“, begründete der neue Trainer seine Entscheidung.
Damit zeigte sich eine weitere Parallele zu Kwasniok. Denn der Wagner-Vorgänger ist kein Coach, der stur an einem Plan festhielt. Stattdessen nahm der Ex-FC-Trainer auch öfter in Spielen taktische Anpassungen vor – genau wie es jetzt sein Nachfolger tat. Aber auch ansonsten gab es spielerisch einige Gemeinsamkeiten. Etwa, dass Wagner weiter als ein Mittel auf Umschaltmomente setzte. So hätte Jakub Kaminski bei einer solchen Aktion die Geißböcke kurz vor der Halbzeit eigentlich in Führung bringen müssen. Allerdings hatte der Pole beim Anspiel von Said El Mala einen so schlechten ersten Kontakt, dass Eintracht-Keeper Michael Zetterer noch rauskommen und den Abschluss blocken konnte.
Eine weitere Ähnlichkeit, auf die Wagner allerdings bestimmt gerne verzichtet hätte, waren zu leichte Gegentreffer. „Die zwei Gegentore müssen wir auf jeden Fall noch einmal analysieren. Das ging mir definitiv zu einfach. Zwei Mal Box-Verteidigung, wo wir nicht gut stehen“, meinte daher Kapitän Marvin Schwäbe. So war beim 1:0 für die Hausherren Cenk Özkacar zu spät auf Vorlagengeber Fares Chaibi rausgerückt. In der Mitte verlor dann Sebastian Sebulonsen Torschütze Jonathan Burkardt aus den Augen. Beim zweiten SGE-Treffer nur drei Minuten später schaffte es die Defensive im Kollektiv nicht, Kalimuendo am Abschluss zu hindern oder vorher die Burkardt-Hereingabe zu unterbinden.
Trotzdem ließen sich die Kölner nicht unterkriegen – und kamen zuerst kurz darauf zum Anschlusstreffer durch Jakub Kaminski und dann in der 83. Minute durch Alessio Castro-Montes sogar zum Ausgleich. Dabei zeigten sich gleich zwei Gemeinsamkeiten zur Kwasniok-Zeit. Zum einen, dass die Mannschaft auch unter Wagner weiter Moral und Comeback-Qualitäten zeigt wie bereits öfter in der Spielzeit. „Es spricht für die Mannschaft, das wir weiterhin dran glauben, egal in welchen Rückstand wir sind. Wir kommen wieder zurück und das zählt am Ende“, lobte Schwäbe. Zum anderen hat der FC weiter eine starke Bank. So waren am Ausgleich mit Castro-Montes, Luca Waldschmidt und Marius Bülter gleich drei Joker beteiligt. Das freute auch den FC-Keeper: „Wir können uns darauf verlassen, dass immer dieses Quäntchen Power noch einmal von der Bank kommt. Man hat es heute wieder gesehen. Es war ein Zusammenspiel aus den Einwechselspielern. Da profitieren wir von.“
Bei so vielen Gemeinsamkeiten gab es dann aber doch vor allem eine der in den vergangenen Wochen viel zitierten Stellschrauben, an der Wagner wohl speziell gedreht hat. Und die bezieht sich nicht auf das Spielerische, das dem unter Kwasniok eben weiter sehr ähnelt. „Er hat eine gute Kommunikation gefunden. Ich glaube, er ist sehr nah bei uns. Er hat die richtige Worte für diese Situation gefunden, die ja nicht einfach ist. Er hat die Fäden ganz gut in der Hand“, betonte Schwäbe. In der Ansprache zur Mannschaft, aber auch in der Kommunikation nach außen hat der 37-Jährige wohl einen anderen Ansatz gewählt als sein Vorgänger. So wirkt Wagner ruhiger und formulierte klare Aussagen in der Kommunikation mit den Medien, ohne sich wie Kwasniok zu etwas kurios anmutenden Vergleichen oder ähnlichem hinreißen zu lassen.
In der Kommunikation mit der Mannschaft hatte der neue Coach schon bei der Pressekonferenz vor dem Spiel durchklingen lassen, wie er sie erreichen möchte. „Emotionen kann man in die Mannschaft über die Ansprache hineintragen. Man kann aber auch versuchen, in der täglichen Arbeit eine Bindung zu den Spielern herzustellen. Das ist mein Ansatz. Ich will, dass wir alle als Gruppe funktionieren. Ich werde mir die Jungs im ein oder anderen Moment vor dem Spiel packen. Das ist einfach mein Weg und den werde ich jetzt die nächsten Spiele verfolgen“, so der Trainer. Zumindest im Spiel gegen die Eintracht scheint der Ansatz angesichts des Kölner Comebacks schonmal gut gefruchtet zu haben. Nun wird sich in den kommenden Spielen zeigen, ob dieser die entscheidende Stellschraube im Kampf um den Klassenerhalt sein kann – oder ob Wagner noch weitere finden muss.









































