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·18. September 2026

Neun Punkte, zehn Tore, ein Gegentor – wird der SC Freiburg zur echten Sensation der Saison?

Artikelbild:Neun Punkte, zehn Tore, ein Gegentor – wird der SC Freiburg zur echten Sensation der Saison?

Drei Spieltage, drei Siege, Tabellenführung. Wer den SC Freiburg noch als niedlichen Underdog abspeichert, sollte diesen Absatz zweimal lesen. Neun Punkte nach drei Partien hat der Verein in seiner gesamten Bundesliga-Geschichte noch nie geholt. Zehn erzielte Tore sind aktuell Ligabestwert, beim einen Gegentor stellt Freiburg aktuell sogar die alleinige beste Abwehr der Liga. Zufall sieht anders aus – wobei sich die Tabellenspitze der SC übrigens punktgleich mit Borussia Dortmund teilt, das ebenfalls noch ungeschlagen ist und nur bei der Tordifferenz knapp hinten liegt.

Der Auftakt, der niemanden mehr überraschen sollte

Zur Erinnerung, falls jemand die letzten Wochen verpennt hat. Zum Ligastart gab es ein 4:1 gegen Werder Bremen, bei dem Yuito Suzuki gleich dreimal traf und Igor Matanović einmal erfolgreich war. Es folgte ein zähes 1:0 in Paderborn, ein Tor von Maximilian Eggestein reichte gegen einen giftigen Aufsteiger. Und zuletzt zerlegte man Mönchengladbach mit 5:0, ein Spiel, in dem sowohl Yannik Engelhardt als auch Igor Matanović in seinem 50. Bundesligaspiel jeweils doppelt trafen. Danach gefragt, ob ihn die Tabellenführung überrasche, hatte Matanović eine schöne Antwort parat. „Wir stehen zurecht da, wo wir jetzt gerade stehen“, sagte er. Kein Zufallstreffer, kein Ausreißer, sondern eine Ansage.


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Warum das eigentlich logisch ist

Und ehrlich, ganz aus dem Nichts kommt das nicht. Die Vorsaison endete für Freiburg im Europa-League-Finale in Istanbul, verloren zwar mit 0:3 gegen Aston Villa, aber ein Endspiel bleibt ein Endspiel. National reichte es am Ende zu Platz sieben, weshalb man diese Saison international nur in der Conference League ran muss statt in der Europa League. Nur, dieses ominöse Wort Conference League verschleiert ein bisschen, wie stark dieser Kader mittlerweile besetzt ist.

Kapitän Matthias Ginter spielt gerade die beste Phase seiner Karriere, und Vincenzo Grifo bleibt der Kreativkopf, der auch mit 33 noch Spiele allein entscheiden kann. Dazu kommen Philipp Treu und der Österreicher Philipp Lienhart, die in der Abwehr fast schon unauffällig konstant abliefern. Und im Tor steht inzwischen Mio Backhaus, der im Sommer aus Bremen kam. Konstanz, nicht Zauberei, das ist eigentlich das ganze Geheimnis.

Vom Überraschungsteam zum Dauergast

Wer bei Freiburg noch das Wort Überraschung in den Mund nimmt, sollte sich die letzten Jahre anschauen. 2022 stand der Klub erstmals in seiner Geschichte in einem großen Pokalfinale, verlor damals gegen Leipzig. Seitdem hat sich Freiburg allerdings dauerhaft in der erweiterten Spitzengruppe etabliert und war in drei der vergangenen vier Spielzeiten international vertreten. Aus dem einstigen Kellerkind ist über die Jahre ein Verein geworden, der europäisches Geschäft fast schon erwartet statt erhofft. Vielleicht ist die eigentliche Geschichte also gar nicht, dass Freiburg gerade überrascht. Vielleicht ist die Geschichte, dass niemand mehr überrascht sein sollte. 🖤

Der erste echte Härtetest wartet schon

Ganz ohne Warnung geht es trotzdem nicht weiter. Am Samstag muss der SC bei Eintracht Frankfurt ran, dem bisher ersten wirklich unangenehmen Auswärtsgegner der jungen Saison. Drei Siege gegen Bremen, Paderborn und Gladbach sind das eine, ein Auswärtssieg gegen ein europaerprobtes Team das andere. Wer wissen will, ob Freiburg wirklich oben mitspielen kann oder nur einen perfekten Restplan erwischt hat, bekommt am Samstagnachmittag die erste ehrliche Antwort.

Und das Spiel bringt sogar ein besonderes Wiedersehen mit: Noah Atubolu, der Freiburg im Sommer verlassen hat und inzwischen für Eintracht Frankfurt spielt, trifft auf seinen ehemaligen Klub. Atubolu ist in Frankfurt aktuell die Nummer eins und selbst gebürtiger Freiburger.

Ein guter Start in die Saison

Auf dem Papier sieht das gerade nach der Sensationself der Saison aus, in der Kabine sieht man das offenbar selbst ganz anders. Und genau diese Mischung aus Spitzenwerten und Understatement macht Freiburg gerade so unangenehm für den Rest der Liga – auch wenn man sich die Tabellenspitze vorerst noch mit einem ebenso makellosen Dortmund teilen muss. Ob’s am Samstag in Frankfurt weitergeht, ist die eigentlich spannende Frage. Der Rest, neun Punkte, zehn Tore, ein Gegentor, spricht vorerst eine ziemlich klare Sprache.

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