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·25. September 2026
Neun von 16 Pässen: Die Zahl, an der sich ter Stegens Comeback misst

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·25. September 2026

Amsterdam. Vor dem Anpfiff feierten ihn die Ajax-Fans. Marc-André ter Stegen kehrte nach 15 Monaten ins DFB-Tor zurück, und zwar in dem Stadion, in dem er seit seiner Leihe vom FC Barcelona jede Woche steht. Nach 90 Minuten war die Frage, die Jürgen Klopp vergangene Woche mit „für den Moment“ beantwortet hatte, offener als zuvor.
Die Noten: SPOX 3,5. Sport1 vergab keine für den Torwart, sprach aber von „Genie und Wahnsinn“. Footy 3. Der Kurierverlag 4. Die Formulierungen sind unterschiedlich, der Befund ist es nicht.
Der Kurierverlag hat sie ausgerechnet: In der ersten Halbzeit kamen neun von 16 Pässen des Torhüters an. Eine Quote von 56 Prozent – für einen Feldspieler schwach, für einen Torwart, dessen Ruf auf Spieleröffnung gebaut ist, ein Befund. „Dementsprechend wenig Sicherheit strahlte er von hinten aus.“
Die Sportschau schrieb, ter Stegen habe „offenbar nervös unerklärliche und gefährliche Fehlpässe“ gespielt, „obwohl das Spielerische doch eigentlich zu seinen Stärken gehört“. SPOX nannte einen konkreten Moment: In der 42. Minute brachte er seine Mannschaft „mit einem fatalen Fehlpass direkt auf Cody Gakpo in die Bredouille“ – und musste den daraus entstandenen Schuss selbst parieren. Footy: „Nicht sattelfest im Spielaufbau, leistet sich hier mehrere Aussetzer.“
Zweimal lag der Ball im deutschen Tor, zweimal zählte er nicht – und beide Male hatte ter Stegen Anteil daran, dass es überhaupt so weit kam. SPOX ist hier am deutlichsten: Nach Ecken habe der 34-Jährige „große Probleme bei der Strafraumbeherrschung“ offenbart und somit Anteil an zwei Gegentoren gehabt. „Zu ter Stegens Glück zählten beide Treffer wegen niederländischer Fouls aber nicht.“
Beim ersten, dem Kopfball von Virgil van Dijk, griff er laut Einzelkritik daneben; gerettet hat ihn erst der Videobeweis, der ein Blocken durch Brian Brobbey erkannte. Footy formuliert es mit einer Einschränkung, die den niederländischen Ärger erklärt: „Brobbey hatte den Schlussmann zugegebenermaßen nur leicht gestört.“ Beim zweiten, dem Treffer von Mexx Meerdink in der 62. Minute, hatte der Schiedsrichter zuvor ein Foul gepfiffen.
Hier kippt die Bewertung. SPOX zählt vier Reflexe in Folge: gegen Denzel Dumfries (60.), gegen Meerdink (62.), erneut gegen Meerdink (73.) und gegen Noa Lang (89.). Die Sportschau hebt „starkes Stellungsspiel im kurzen Eck in zwei gefährlichen Szenen und eine schöne Flugparade“ hervor. Footy: „Auch danach mit guten Reflexen auf der Linie.“ Der Kurierverlag: „In der zweiten Halbzeit auf der Linie allerdings enorm wichtig.“
Ohne diese Paraden hätte Deutschland das Spiel vermutlich verloren. Beim Gegentor durch Gakpo in der 92. Minute war ter Stegen einhellig ohne Chance.
SPOX formuliert die Konsequenz am schärfsten: Ter Stegen sei von Klopp „zum vorläufigen Stammkeeper ernannt“ worden – „ob zu Recht, erscheint nach seinem Auftritt in Amsterdam unklar“. Die Sportschau nennt ihn „direkt wieder angreifbar“.
Der Zusatz „für den Moment“, mit dem Klopp seine Entscheidung vergangene Woche versehen hatte, bekommt dadurch Gewicht. Im Kader stehen mit Alexander Nübel, Finn Dahmen, Jonas Urbig und Noah Atubolu vier weitere Torhüter, von denen keiner ein Länderspiel bestritten hat. Oliver Baumann, bei der WM noch die Nummer eins, wurde gestrichen und sagte danach, die Entscheidung gefalle ihm nicht.
Ter Stegen hat den Job, und er hat ihn in der zweiten Halbzeit verteidigt. Was er in der ersten gezeigt hat, war das, wofür man ihn seit zehn Jahren lobt – nur eben in der Fehlerversion. Am Sonntag gegen Griechenland bekommt er die nächste Gelegenheit, es andersherum zu machen.







































