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·29. September 2026
Nicht gesucht, nicht gefunden oder eine Systemfrage? Die aktuelle Situation der Stürmer des 1. FC Köln ist kompliziert

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Erik Stalleicken
29 September, 2026
Jeder Fußballfan weiß von klein auf: Stürmer müssen Tore schießen. Beim FC ist die Realität zum Saisonstart allerdings zum Teil eine andere. Sowohl Thijs Dallinga als auch Ragnar Ache werden in der Offensive als reiner Knipser nur selten gesucht. Wenn sie gefordert sind, dann hauptsächlich als Wandspieler. Müssen sich die Angreifer dem System anpassen oder doch eher anders herum? In jedem Fall muss im Sturmzentrum des 1. FC Köln etwas passieren.
Ragnar Ache und Thijs Dallinga sollen beim FC Tore schießen
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Nach den jüngsten Ergebnissen ist von der anfänglichen Euphorie beim FC nach dem Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim nur noch wenig übrig. Thijs Dallinga wurde damals mit seinem Doppelpack zum Matchwinner und feierte einen perfekten Einstand im Trikot der Geißböcke. Zusammen mit Ragnar Ache, der bereits in der vergangenen Saison seine Qualitäten auf Bundesliga-Niveau gezeigt hatte, entstand schnell der Eindruck, dass der FC sein eigentlich seit Jahren schwelendes Sturmproblem gelöst hatte. Die letzten Spiele vor der Länderspielpause zeigten jedoch anderes. Sowohl Ache als auch Dallinga sahen in den Spielen gegen Stuttgart, Bremen und den HSV alles andere als glücklich aus. Beide Angreifer konnten ihre Stärken kaum ausspielen und warfen damit eine dringliche Frage auf: Setzt der 1. FC Köln seine Stürmer falsch ein?
Die 38. Minute dürfte vielen FC-Fans in Hamburg besonders schmerzhaft in Erinnerung geblieben sein. Gideon Mensah brachte den Ball von links punktgenau in den Strafraum. Dallinga kam aus kürzester Distanz frei zum Kopfball doch Daniel Heuer Fernandes bekam noch die Hände an den Ball und verhinderte den Kölner Führungstreffer. Nach dem verschossenen Elfmeter gegen Bremen ließ der Niederländer somit die nächste Großchance ungenutzt. Gleichzeitig zeigt die Szene aber auch, warum Dallinga und Ache für den FC wichtig sind.
Beide bringen ein ähnliches Profil mit: Sie können Flanken und hohe Bälle im Strafraum zu verwerten, sind körperlich präsent und bewegen sich clever zwischen den Abwehrreihen. Gerade beim Niederländer war in Hamburg zu sehen, wie gefährlich er werden kann, wenn er per Flanke gefunden wird. Die Präsenz in Luftzweikämpfen gehört auch bei Ache zu den Kernkompetenzen. Bei seiner Verpflichtung im vergangenen Sommer hat er selbst genau auf diese Qualität hingewiesen: „Vor allem das Spiel mit Flanken ist eine große Stärke von mir“, sagte der Stürmer damals. Trotzdem ist die Flanke im Kölner Angriff (mit anschließendem Abschluss) nur selten das Mittel der Wahl. Doch woran liegt das?
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Die Antwort darauf ist das Spielermaterial hinter der Spitze. Said El Mala, Mikey Moore und Linton Maina bringen viel Dynamik, Dribbelstärke und die Fähigkeit mit, selbst Lösungen zu kreieren. Sie sind aber keine klassischen Flankengeber. Der Mittelstürmer fungiert im System der Domstädter somit eher als Zielspieler, der lange Bälle festmachen und auf die nachrückenden Spieler ablegen soll. Eine Spielidee, die beide Stürmer durchaus limitiert und ihrer Stärken und Torgefahr beraubt. Die Szene in Hamburg zeigt exemplarisch, dass Dallinga in solchen Situationen Gefahr ausstrahlen kann. Ache traf später sogar nach einer Hereingabe. Die Frage ist, wie regelmäßig der FC ihnen diese Situationen verschaffen kann. Bisher war dies deutlich zu selten der Fall.
Mit Borna Sosa haben die Kölner nun einen Spieler im Kader, dem diese Ausrichtung entgegen kommen könnte. Der Linksverteidiger ist bekannt für seine Flankenqualität und kann von außen für die Hereingaben sorgen, die Ache und Dallinga brauchen. Gleichzeitig würde ein stärkeres Flankenspiel aber auch die Rollen von Said El Mala, Mikey Moore und Linton Maina verändern. Es geht also nicht einfach darum, möglichst viele Bälle in den Strafraum zu schlagen, sondern um die Frage, auf welche Mischung aus spielerischen Kombinationen, Dribblings und Hereingaben der FC setzen will, um alle Spieler bestmöglich einzusetzen. Bundestrainer Jürgen Klopp sagte bei seiner ersten Kadernominierung: „Wir haben nicht geguckt, was wir nicht haben, sondern wir haben geguckt, was wir haben.“ Womöglich würde eine solche Ansicht dem FC ebenfalls neue Perspektiven eröffnen.
Ansonsten muss die Frage erlaubt sein, ob sich der FC im Sturm vielleicht falsch aufgestellt hat. Denn die Profile der beiden Angreifer unterscheiden sich nur gering. Ein Konzept, dass nichtsdestotrotz bereits in Köln funktionierte. In der Saison 2021/22 stürmten mit Sebastian Andersson und Anthony Modeste ebenfalls zwei klassische Mittelstürmer für die Geißböcke. Modeste kam auf 32 Einsätze, Andersson aufgrund einer Corona-Infektion zum Saisonende auf 26. Unter dem damaligen Trainer Steffen Baumgart, dem der heutige Cheftrainer René Wagner assistierte, gelang den Kölnern die Qualifikation für die Conference League. Mit Benno Schmitz hatte der FC damals, genau wie jetzt mit Sosa, einen Spieler mit hervorragender Flankenqualität in den eigenen Reihen. Möglich aber, dass der Trainer sich das Mittel des Knipsers auch für die Schlussphase aufheben will, wenn andere Lösungen nicht mehr greifen.
Ob Wagner die Idee seines Mentors in Erwägung zieht, wird sich im Verlauf der Saison zeigen. Die Szene in Hamburg hat aber anschaulich gezeigt, welche Gefahr entstehen kann, wenn einer der beiden in genau solche Aktionen kommt, wie sie zu ihrem Spiel passen. Wenn die Domstädter es schaffen, ihre Vorderleute so in Szene zu setzen, ist der FC um eine Option im letzten Drittel reicher. Dabei würden zumindest die Stärken der eigenen Stürmer bedient.







































