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·9. August 2026
Nicht Güler oder Bellingham: Mourinho braucht flexible Lösungen

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Arda Güler überzeugt, José Mourinho muss kreativ werden – Foto: Christian Bruna/Getty Images
Es sind diese Spiele in der Saisonvorbereitung, in denen sich Hierarchien noch nicht endgültig festlegen, aber erste Tendenzen sichtbar werden. Und bei Real Madrid ist eine davon in diesem Sommer ziemlich eindeutig: Arda Güler nutzt – wieder einmal – seine Chance.
Beim 2:1 gegen Ferencváros Budapest war der Türke nicht nur einer der auffälligsten, sondern aus meiner Sicht der beste Madrilene auf dem Platz. Ob der erste knappe Abschluss nach sieben Minuten, wenig später die Verlagerung auf Denzel Dumfries oder das Dribbling mit anschließender Chance für Endrick. Nicht zuletzt leitete er auch die beiden Tore ein. Es war dabei nicht nur die Summe einzelner Aktionen, die auffiel. Güler wirkt selbstbewusst, aktiv und wollte das Spiel gestalten. Er suchte Lösungen, forderte den Ball, ging ins Dribbling und spielte auch riskante Pässe. Genau diese Selbstverständlichkeit ist vielleicht der größte Unterschied zu früheren Jahren, denn obwohl Arda schon in der vergangenen Saison einer der besseren Blancos war, wirkte er hier und da noch etwas gehemmt und nicht entschlossen genug.
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Und Budapest war kein Ausreißer. Schon beim Testspiel gegen Florenz gehörte Güler zu den besseren Madrilenen. Wenn man die Vorbereitung bislang betrachtet, lässt sich deshalb durchaus sagen: Unter Mourinho ist Arda Güler einer der Gewinner. Die spannende Frage ist allerdings nicht mehr, ob Güler gut genug ist, um Minuten zu bekommen. Die spannende Frage lautet: Wo und wie bekommt er sie?
Denn Gülers stärkste Position ist bekanntlich die Rolle im offensiven Mittelfeld. Und genau dort spielt normalerweise Jude Bellingham. Sobald der Engländer wieder vollständig zur Verfügung steht, wird Mourinho deshalb eine schwierige Entscheidung treffen müssen. Dabei darf man einen Punkt nicht ausblenden: Arda Güler und Bellingham haben in der vergangenen Saison gemeinsam auf dem Platz nur selten wirklich gut harmoniert. Teilweise wirkte es sogar so, als würden sich ihre Räume und Bewegungen eher gegenseitig einschränken, als dass sie sich ergänzten. Genau deshalb wäre es zu einfach zu sagen: Beide sind individuell gut, also müssen sie auch zusammen funktionieren.
Hier ist Mourinho gefragt. Denn ich würde daraus keinen simplen Zweikampf machen. Nicht Bellingham oder Güler sollte die Frage sein. Viel interessanter wäre ein System, in dem beide regelmäßig spielen – nur eben abhängig vom Gegner, der Spielsituation und den jeweiligen Aufgaben. Denn es muss keineswegs bedeuten, dass beide grundsätzlich nicht zusammen auf dem Platz stehen können. Im Gegenteil: Es wird Spiele geben, in denen genau das Sinn ergibt. Güler könnte als Zehner beziehungsweise leicht rechtsversetzt aus dem offensiven Mittelfeld agieren, während Bellingham weiter nach vorne rückt – als Neuner oder als eine Art falsche Neun. Gerade durch Bellinghams Dynamik, seine Laufstärke und seine Fähigkeit, aus der Tiefe in den Strafraum zu stoßen, ist diese Variante durchaus vorstellbar.
Und auch Güler ist nicht auf eine einzige Zone festgelegt. Er kann zentral spielen, sich aber ebenso leicht nach rechts orientieren, Räume auf der Halbspur besetzen oder von dort ins Zentrum ziehen. Diese Flexibilität macht ihn für Mourinho besonders interessant. Es geht also weniger darum, zwei Spieler auf exakt dieselbe Position zu stellen, sondern darum, ihre Stärken so miteinander zu verbinden, dass der Gegner unterschiedliche Aufgaben bekommt.
Gegen bestimmte Gegner kann Gülers Kreativität, enge Ballführung und Fähigkeit, zwischen den Linien Lösungen zu finden, besonders wertvoll sein. In anderen Spielen kann Bellinghams Dynamik und Physis den Ausschlag geben. Und manchmal kann eben die Kombination aus beiden die beste Lösung sein. Aber genau hier liegt auch die Herausforderung: Mourinho muss eine funktionierende Rollenverteilung finden. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es nicht automatisch funktioniert, Güler und Bellingham einfach gemeinsam aufzustellen und darauf zu hoffen, dass sich ihre Qualität von selbst ergänzt. Es braucht klare Abstände, unterschiedliche Bewegungsmuster und eine Aufgabenverteilung, die beiden ihre Stärken ermöglicht.
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Das Entscheidende wäre deshalb, dass Mourinho die Rollen nicht starr verteilt. Güler muss nicht 50 Spiele von Beginn an machen, um eine wichtige Rolle zu spielen. Entscheidend wäre vielmehr, dass er eine echte Rolle bekommt und nicht wieder zum Spieler wird, der hauptsächlich dann auf dem Platz steht, wenn andere ausfallen. Genau hier könnte die Vorbereitung für ihn so wichtig sein. Güler liefert Mourinho Argumente. Nicht mit großen Worten, sondern mit Aktionen, mit Pässen, die Chancen erzeugen, mit Läufen, die Räume öffnen, mit Abschlüssen. Und vor allem mit dem Mut, Verantwortung zu übernehmen.
Bellingham wird zurückkommen. Das wird Gülers Situation zwangsläufig verändern. Aber vielleicht muss das gar kein Rückschritt sein. Im besten Fall entsteht daraus kein Konkurrenzkampf, bei dem einer gewinnt und der andere verliert, sondern eine variable Lösung, in der beide regelmäßig gebraucht werden – manchmal getrennt, manchmal gemeinsam und je nach Gegner in unterschiedlichen Rollen.
Noch ist es Vorbereitung und noch sind keine endgültigen Hierarchien zementiert. Aber Arda Güler hat Mourinho bislang keinen Grund gegeben, ihn zu übersehen. Und genau deshalb wird es interessant, was passiert, wenn Jude Bellingham zurückkehrt.







































