90PLUS
·1. Oktober 2026
Noch keine Strafe, schon ein Markt: Was an den Gerüchten um Foden, Sullivan und Álvarez dran ist

In partnership with
Yahoo sports90PLUS
·1. Oktober 2026

Die Premier League hat es am Dienstag offiziell gemacht: Manchester City ist in 114 von 115 Anklagepunkten schuldig – in allen Vorwürfen zu Finanzverstößen zwischen 2009 und 2018 und in allen außer einem zur mangelnden Kooperation. Ein Strafmaß gibt es noch nicht. Der Klub hat bis Freitag Zeit, Berufung einzulegen, und hat in einer offiziellen Stellungnahme angekündigt, alle Wege auszuschöpfen: Die Entscheidung enthalte „klare Fehler in Recht, Prinzip und Tatsachen“ und sei „unsicher“. Bis zu einer rechtskräftigen Sanktion können Monate vergehen, vielleicht Jahre.
Der Transfermarkt wartet nicht so lange. Innerhalb weniger Tage sind drei Gerüchte aufgetaucht, die alle eine Bedingung gemeinsam haben – und die man genau deshalb mit Vorsicht lesen sollte.
Die prominenteste Meldung stammt vom englischen Portal TEAMtalk. Der FC Bayern beobachte die Lage bei City genau und würde sich um Phil Foden bemühen, sollte der Klub durch harte Sanktionen gezwungen oder bereit sein zu verkaufen. Sports Mole ergänzt einen naheliegenden Nebengedanken: Bayern-Trainer Vincent Kompany war bei City Kapitän und spielte dort mit Foden zusammen.
Das ist die Meldung. Und das ist ihre Einschränkung: Es gibt weder ein Angebot noch eine formelle Anfrage. Alles hängt am Strafmaß. Caughtoffside bringt es auf den Punkt: Bleibt City in der Premier League und im Europapokal, gibt es kaum einen Grund, warum Foden gehen sollte.
Dazu kommt der Spieler selbst. Foden, 26, ist seit 2008 im Verein, kam mit neun Jahren in die Akademie, ist lebenslanger City-Fan – und hat erst in diesem Sommer bis 2030 verlängert. Arsenal, Chelsea und Tottenham hatten zuvor Interesse bekundet; City lehnte ab. Ein Wechsel nach München setzt also zwei Dinge voraus, die beide noch nicht eingetreten sind: eine Strafe, die den Klub sportlich trifft, und einen Spieler, der seinem Herzensklub den Rücken kehrt.
Einordnung: spekulativ, hypothetisch, Quelle mit überschaubarer Trefferquote. Interessant als Szenario, nicht als Nachricht.
Beim zweiten Gerücht ist der Mechanismus konkreter. Cavan Sullivan, US-amerikanisches Talent von Philadelphia Union, hat seit 2024 eine mündliche Vorabsprache, mit 18 zu Manchester City zu wechseln. Einen unterschriebenen Vertrag gibt es laut Sports Mole nicht. Die spanische Zeitung Sport berichtet, der FC Barcelona könne sein Interesse wiederbeleben – der Klub war schon vor der City-Absprache an dem Mittelfeldspieler dran, der in diesen Tagen 17 geworden ist.
Der Hebel wäre ein Transferverbot. Gehört es zu den Sanktionen, verliert eine unverbindliche Absprache an praktischem Wert, und ein Wechsel woandershin wäre laut Sports Mole 2027 oder 2028 denkbar. Ob es dazu kommt, weiß niemand. Ein Dementi aus dem Umfeld des Spielers oder der Klubs liegt uns nicht im Wortlaut vor.
Einordnung: eine plausible Kausalkette, aber eine mit einer Voraussetzung, die es noch nicht gibt.
Das dritte Thema wird gern in einem Atemzug genannt, hat aber eine eigene Geschichte. Julián Álvarez, 26, gilt seit dem Sommer als wechselwillig, Barcelona hat öffentlich um ihn geworben. Hansi Flick hatte sich einen echten Mittelstürmer gewünscht, nachdem Robert Lewandowski den Klub verlassen hatte; Raphinha füllt die Rolle seither mit acht Toren in den ersten fünf Spielen eher improvisiert aus.
Nach Angaben von Fabrizio Romano ist das Thema in Barcelona nicht vom Tisch, ein Wechsel aber eher für 2027 eine Option. Das passt zur Finanzlage: Laut Sports Illustrated überlegt Barça, den Spielraum im Winter bewusst nicht zu nutzen, um ihn auf die kommende Saison übertragen zu können.
Einordnung: das solideste der drei Gerüchte – weil es nicht von einem Urteil abhängt, sondern von einem Bedarf, der real ist.
Sie zeigen, wie schnell ein juristisches Verfahren zu einem sportlichen Narrativ wird. Ein Urteil ohne Strafmaß, eine angekündigte Berufung, ein Zeitrahmen, den niemand kennt – und trotzdem werden bereits Kader zerlegt. Andere Portale haben die Liste längst erweitert, um Torhüter Gianluigi Donnarumma etwa.
Belastbar ist an diesem Punkt nur, was in der Vergangenheit liegt: Foden hat bis 2030 unterschrieben, Sullivan hat keinen Vertrag mit City, Álvarez ist ein Barça-Kandidat seit Monaten. Alles andere ist ein „Falls“. Und ein „Falls“, das an eine Strafe gebunden ist, die es noch nicht gibt, ist ein Gerücht zweiter Ordnung.







































