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·24. September 2026

Paris Brunner: WM-Held, Sorgenkind, Hoffnungsträger

Artikelbild:Paris Brunner: WM-Held, Sorgenkind, Hoffnungsträger

Dem Ex-Dortmunder stand die Welt offen, aber er sorgte auch mit Disziplinlosigkeiten für Schlagzeilen. Trotzdem darf er zur U21-Auswahl

Als Paris Brunner vor der Reise zur deutschen U21 mal wieder nach seinem WM-Titel gefragt wurde, rollte er nur mit den Augen. "Ich bin nicht mehr 17, ich bin 20. Ich bin jetzt ein Mann", sagte der Stürmer der AS Monaco leicht genervt. Ein Mann, und, ganz nebenbei, inzwischen auch ein Fußball-Star. Denn in Frankreich liegen sie dem einstigen Sorgenkind von Borussia Dortmund nach einem starken Saisonstart zu Füßen.


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Sechs Tore hat Brunner schon erzielt, als Belohnung wird er am Samstag (18.00 Uhr/Sat.1 und Joyn) beim EM-Qualispiel in Lettland erstmals im Aufgebot der deutschen U21 stehen. Im DFB-Trikot hatte der Torjäger vor allem 2023 für Furore gesorgt. Mit der U17 holte er erst den EM- und dann den WM-Titel, bei beiden Turnieren wurde er zum besten Spieler gewählt - bei der EM vor einem gewissen Lamine Yamal.

Brunner stand die Welt offen, aber er sorgte auch mit Disziplinlosigkeiten für Schlagzeilen. Der BVB suspendierte ihn, im Sommer 2024 wechselte das Toptalent für vier Millionen Euro nach Monaco - ohne je ein Bundesligaspiel absolviert zu haben. Jetzt, zwei Jahre später, geht sein Stern auf. Hat Brunner also die Kurve gekriegt?

Ja, sagt Antonio Di Salvo. "Er trifft aktuell. Ich habe ihm gesagt, dass er sich von diesem Weg nicht abbringen lassen darf mit irgendwelchen anderen Dingen außerhalb des Platzes. Er hat gesagt, dass er dazugelernt hat", sagt der DFB-Trainer über Brunner, den Bundestrainer Jürgen Klopp zuletzt als "Riesentalent, seit Jahren" bezeichnet hatte.

Auf lange Sicht könnte Brunner durchaus einer für Klopp werden - wenn nicht die Demokratische Republik Kongo dazwischen funkt. Nationaltrainer Sébastien Desabre hat bereits mit Brunners Eltern gesprochen, und tatsächlich soll der Youngster zumindest ins Grübeln gekommen sein. Kulinarisch hat er sich bereits entschieden: Sein Lieblingsessen sei Pondu, ein afrikanisches Gericht mit Maniokblättern und Erdnusssauce, natürlich von seiner Mutter zubereitet.

Überhaupt, die Familie. Brunner, der privat gerne Klavier und Gitarre spielt, fühlt sich seinen Eltern stark verbunden. Jüngst feierte er ein Tor gegen Racing Straßburg vor dem gegnerischen Fanblock und imitierte dabei mit einer Handbewegung ein Messer, das die Kehle durchschneidet. Danach nannte er beleidigende Kommentare gegen seine Eltern als Grund für diese Geste. Und sowieso: "Was ich sagen wollte, war: ’Was für ein Tor, es ist vorbei.’"

Am Mittwoch folgte dennoch eine Sperre für zwei Ligaspiele. Für Schlagzeilen ist Brunner also noch immer gut, auf und neben dem Platz. In Deutschland läuft er trotzdem noch unter dem Radar, im Trikot der U21 könnte sich das nun ändern. "Seine Entwicklung ist gut, sonst hätten wir ihn nicht nominiert", sagt Di Salvo: "Ich bin sehr gespannt auf ihn."

Foto: IMAGO/ABACAPRESS

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