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·2. Oktober 2026
Portugal trifft viermal – und keiner fragt nach Ronaldo

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Vier Tore, vier verschiedene Schützen, zwei Vorlagen von Bruno Fernandes. Portugal gewinnt 4:2 in Kopenhagen – einen Tag, nachdem der Rekordtorschütze das Teamquartier verlassen hat. Vermisst hat ihn im Parken offenbar niemand.
João Cancelo nach Doppelpass mit Gonçalo Ramos (13.), Ramos selbst (25.), Vitinha per Kopf (67.), der eingewechselte João Félix kurz vor Schluss (87.). Dänemark glich durch Damsgaard und Højlund zweimal aus und stand am Ende trotzdem mit leeren Händen da. Bruno Fernandes legte zwei Treffer auf, Ramos und Vitinha kamen in der Auswertung von Sofascore jeweils auf die Note 7,7. Ramos gab sechs Schüsse ab. Sechs. So viele Abschlüsse bekommt ein Mittelstürmer nur, wenn die Mannschaft ihn sucht – und er sich finden lässt.
Drei Spiele unter Jorge Jesus, neun Punkte, sechs Zähler Vorsprung in Gruppe A4. Félix hat in jeder dieser Partien getroffen, Ramos in Oslo das Siegtor erzielt und in Kopenhagen Tor und Vorlage geliefert. Das liest sich wie ein Urteil. Nur: Zwei Partien ohne Ronaldo auf dem Platz sind keine Datenbasis, sondern eine Momentaufnahme.
Die belastbaren Zahlen sind älter. Im WM-Achtelfinale gegen Spanien kam Ronaldo in 90 Minuten auf 19 Ballkontakte. Bei der EM 2024 blieb er ohne Tor. Und schon 2022 ersetzte ihn ein gewisser Gonçalo Ramos in der K.-o.-Runde – und traf dreimal gegen die Schweiz. Wer das Thema erst seit dieser Woche diskutiert, hat vier Jahre verschlafen.
Der Auslöser war eine Pressekonferenz. Jesus stellte seinem Kapitän erneut keinen Startplatz in Aussicht und sagte einen Satz, der in Portugal lange niemand auszusprechen wagte: „Der Status verleiht keine Rechte.“ Ronaldo verließ das Trainingslager, flog nach Madrid und kündigte auf Instagram an, den Portugiesen zu gegebener Zeit die Wahrheit über seinen Abschied zu erzählen. 146 Tore in 234 Länderspielen stehen in seiner Akte. Die Nummer 7 ist bereits neu vergeben, in Kopenhagen trug sie Rafael Leão.
Die Frage ist nicht, ob Portugal ohne Ronaldo besser spielt. Die Frage ist, warum ein Kader mit Vitinha, João Neves, Bruno Fernandes und Nuno Mendes so lange um einen Fixpunkt im Strafraum herumgebaut wurde. In Kopenhagen lief der Ball schneller, die Wege waren variabler, die Tore kamen aus vier Richtungen.
Makellos war der Abend trotzdem nicht. Zwei Gegentore, zweimal der Ausgleich hergeschenkt – gegen Frankreich oder Spanien geht so etwas anders aus. Portugal hat am Donnerstag kein Problem gelöst, es hat eines abgegeben. Ein Denkmal stürzt man nicht mit einem 4:2. Man merkt nur irgendwann, dass man um es herumspielen kann.







































