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·11. September 2026
Protestnote im Sportpark Höhenberg

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·11. September 2026

Dritte Liga, Viktoria Köln gegen Hansa Rostock, in den ersten 30 Sekunden nach Anpfiff ruht der Ball - eine Protestaktion gegen die aktuelle Aufstiegsregelung. Matthias Esch war für Fever Pit'ch dabei.
Zum ersten Mal in meinem Leben besuche ich ein Heimspiel von Viktoria Köln, an diesem Freitag gegen Hansa Rostock. Das Stadionerlebnis ist schnell zusammengefasst. Ich fühle mich sofort wohl in dieser familiären Atmosphäre. Es gibt holzvertäfelte Wurstbuden und Kölsch, die Zuschauer bleiben in kleinen Trauben stehen und unterhalten sich. Es wirkt alles eher wie auf einem Dorffest.
Es nieselt. Als die Mannschaften einlaufen, stehen ca 20 Jugendliche auf dem Rasen und wedeln mit Viktoria-Fahnen. Keine Lichtshow, keine Sponsorenpräsentation, keine Böller. Knapp 6.000 Fans nehmen auf den Tribünen Platz, davon fast die Hälfte aus Rostock.
Der Fußball ist an diesem Abend genau so, wie wir alle ihn kennen und lieben gelernt haben. Die Menschen sind freundlich und entspannt.
Und dennoch geht es kurz vor Spielbeginn um Fußballpolitik. In den ersten 30 Sekunden nach Anpfiff ruht der Ball. Ein absolutes Novum. Die 22 Spieler lassen den Ball liegen. Als Protestaktion gegen die aktuelle Aufstiegsregelung in die 3. Liga. Seit Jahren gibt es in der Regionalliga fünf Ligen, aber nur vier Aufsteiger. Das macht genau gar keinen Sinn und muss sich endlich ändern.
Bernd Neuendorf, der DFB-Präsident, hat angekündigt, genau das zu tun. Am 18. Dezember soll der DFB in einer Sondersitzung darüber entscheiden. Natürlich sind wir immer noch in Deutschland, und es ist noch ein weiter Weg, bis die Beschlüsse kommen und es nicht mehr fünf Staffeln in der Regionalliga gibt, sondern eben nur die Regionalligen Ost, Süd, West und Nord. So wie es Sinn macht. Und dann jeder Meister in die 3. Liga aufsteigt. So wie es Sinn macht.
Dass dieses hochsensible Thema an diesem Freitag in die romantische Stimmung des Sportpark Höhenberg schwappt, stört den Ablauf dieses frühherbstlichen Abends nicht. Die Viktoria rasiert die Hansa und führt früh 2:0, am Ende steht sogar ein klares 4:0.
Und auch das ist die 3. Liga. Jeder kann jeder schlagen.
Nach dem Spiel stehen die Spieler beider Mannschaften oberkörperfrei auf der Rückseite der Tribüne und quatschen entspannt mit Familienangehörigen und Fans.
Keiner erwähnt in diesem Moment die so genannte "Kompassregelung", also die erwähnte Aufstiegsreform in Liga 3. Es geht nur um Fußball, um Gewinnen und Verlieren. Und für die Zuschauer um "Nimmste auch noch nen Kölsch?". Ein Abend, der auch für mich wie eine Wohltat ist in unserer schnelllebigen Zeit, in der selbst der eigentlich so simple Fußball so kompliziert geworden ist.
Wenn ich all dem beim nächsten Mal entfliehen will, komme ich wieder...in den Sportpark Höhenberg in Köln.







































