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·15. August 2026
Rani Khedira zum FC? Die sportliche Entwicklung wirft doch Fragen auf

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Erik Stalleicken
15 August, 2026
Schon lange suchen die Geißböcke einen erfahrenen Sechser, der die Mannschaft anführen soll. Ein Kandidat soll Rani Khedira von Union Berlin sein. Dabei kommt der tunesische Nationalspieler nicht aus seiner stärksten Saison.
Rani Khedira soll ein Kandidat beim 1. FC Köln sein (Foto: Ronny Hartmann/Getty Images)
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Der 1. FC Köln beschäftigt sich wohl mit einer Verpflichtung von Rani Khedira sowie wieder Ellyes Skhiri. Der 32-jährige Khedira könnte die Lücke in zentralen Mittelfeld schließen und mit seiner Erfahrung und Führungsstärke weiterhelfen. So trug der Unioner in dieser Saison regelmäßig die Binde, wenn Kapitän Christopher Trimmel auf der Bank Platz nehmen musste. Außerdem passt der tunesische Nationalspieler als defensiv orientierter Mittelfeldspieler grundlegend ins skizzierte FC-Profil für die Position des Sechsers. Ein Blick auf seine Entwicklung zeigt allerdings, dass seine Leistungen zuletzt nicht ans Niveau seiner ersten Spielzeiten in Köpenick kommen.
Besonders im Spiel mit dem Ball ist ein deutlicher Unterschied zu seinen ersten Union-Jahren erkennbar. In der Saison 2021/22 spielte Khedira noch 28,40 Pässe pro 90 Minuten und brachte davon 77,95 Prozent zum Mitspieler. In der abgelaufenen Saison waren es nur noch 19,72 Pässe mit einer Erfolgsquote von 68,80 Prozent. Auch bei den Vorwärtspässen ist ein Rückgang von 9,95 auf 8,36 pro 90 Minuten erkennbar, bei Pässen ins letzte Drittel fiel der Wert von 4,40 auf 3,06. Das bedeutet zwar nicht, dass Khedira keinen spielerischen Einfluss mehr einbringen kann. Sein Spiel war bereits zu früheren Zeiten nicht auf gestalterische Elemente ausgelegt. Für einen Sechser ist das dennoch ein auffälliger Negativtrend.
Spannend ist dabei der Vergleich mit Eric Martel. Denn auch beim Ex-Kölner sorgte die fehlende Progressivität immer wieder für Gesprächsstoff. Martel war nicht gerade dafür bekannt mit schnellen Pässen nach vorne das Offensivspiel zu beschleunigen. Auch seine Stärken liegen vor allem in der Defensive. Trotzdem kommt er in der abgelaufenen Saison auf 12,15 Vorwärtspässe und 3,60 Pässe ins letzte Drittel – jeweils mehr als Khedira. Noch größer ist der Abstand beim gesamten Passvolumen. Martel spielte mit einer Erfolgsquote von 89,11 Prozent 44,04 Pässe pro 90 Minuten und damit mehr als doppelt so viele im Vergleich zum gebürtigen Stuttgarter. Khedira ist damit deutlich seltener am Spiel mit Ball beteiligt. Das könnte auch am destruktiven Ansatz der Berliner liegen. Nichtsdestotrotz Werte, die, gerade unter Beachtung von Martels Limitationen mit Ball, alles andere als gut aussehen.
Und auch in seiner defensiven Kernkompetenz, wegen der ihn der FC eigentlich unter anderem auch holen würde, hat der Routinier etwas Qualität eingebüßt. 2021/22 gewann er noch 7,78 Defensivduelle pro 90 Minuten. In der abgelaufenen Saison lag dieser Wert nur noch bei 5,04. Auch bei den abgefangenen Bällen ist der Trend mit nun 3,58 pro 90 Minuten statt zuvor 4,12 rückläufig. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte. Mit 6,64 statt den früheren 8,43 Eroberungen pro 90 Minuten weist er in dieser Disziplin aber nach wie vor einen starken Wert vor.
Dabei lohnt sich eine genauere Betrachtung. Seine Erfolgsquote in den Defensivduellen ist von 56,57 auf 58,52 Prozent sogar leicht gestiegen. Khedira kommt also schlicht weniger in solche Duelle ohne zwangsläufig seine Zweikampfstärke verloren zu haben. Trotzdem lag Martel mit 5,55 gewonnen Defensivduellen und einer Erfolgsquote von 63,07 auch in diesen Statistiken vor dem Nationalspieler Tunesiens. Selbes gilt für die abgefangen Bälle (5,49 pro 90 Minuten) und die Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte (11,17 pro 90 Minuten). Durch Martels zusätzlicher Einsätze in der Innenverteidigung ist der direkte Vergleich jedoch eventuell nicht komplett aussagekräftig beziehungsweise leicht verzerrt. Der Vergleich mit Khediras Werten von vor einigen Jahren unterstreicht dennoch die Negativentwicklung.
Seine Leistungen in der tunesischen Nationalmannschaft bei der WM passen dabei ebenfalls nicht wirklich ins Bild eines stabilisierenden Sechsers. Khedira war Teil einer Mannschaft, die in der Gruppenphase defensiv massive Probleme hatte und nach drei Spielen und zwölf Gegentoren wieder die Heimreise antreten musste. Den Routinier kann man dafür natürlich nicht alleine verantwortlich machen. Dennoch ließt sich das Turnier nicht gerade wie ein Bewerbungsschreiben des 32-Jährigen. Khedira ist damit keineswegs plötzlich ein schlechter Spieler. Seine Stärken liegen nach wie vor genau in den Bereichen, die der FC fordert: Absicherung, Zweikämpfe und Erfahrung. Gleichzeitig belegen die Daten aber auch, dass sein Paket heute weniger komplett ist als noch vor einigen Jahren. Beim FC sollte also zumindest hinterfragt werden, ob der Transfermarkt nicht etwas spannendere Optionen bietet.
Zuletzt kam wieder Ellyes Skhiri ins Spiel. Aber auch der Ex-Kölner blickt bekanntlich nicht gerade auf seine beste Spielzeit zurück.
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Datenquelle: Wyscout







































