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·16. April 2026

Real Madrid und die Schiedsrichterschelte: Jammern mit wenig Niveau

Artikelbild:Real Madrid und die Schiedsrichterschelte: Jammern mit wenig Niveau

Real Madrid hat am Mittwochabend dafür gesorgt, dass das Rückspiel in der Champions League gegen den FC Bayern noch einmal richtig spannend wurde. Am Ende siegte der Rekordmeister mit 4:3, im Mittelpunkt stand dabei auch der Schiedsrichter. 

Slavko Vincic war es nämlich in den Augen der Königlichen, der maßgeblichen Anteil am Sieg des Rekordmeisters hatte. Und zwar deswegen, weil dieser Eduardo Camavinga in der Schlussphase die Ampelkarte zeigte. Nach einem normalen Foul. Allerdings: Camavinga verzögerte auch die Spielfortsetzung und das nicht zum ersten Mal.


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Nun ließe sich argumentieren, dass ein wenig Fingerspitzengefühl ausgereicht hätte, um die Szene mit einer letzten Ermahnung zu bewerten. Allerdings war die Entscheidung nun auch nicht grundfalsch.

Real Madrid wütet gegen den Schiedsrichter

Nach dem Spiel sahen die Spieler und Verantwortlichen der Königlichen eben diese Szene aber als einen Grund, um die Schiedsrichterschelte auf die Spitze zu treiben. Arda Güler flog im Nachgang vom Feld, Alvaro Arbeloa suchte die Schuld komplett beim Schiedsrichter, Antonio Rüdiger sagte, man hätte „die Szene ja gesehen“ und könne sie selbst bewerten. Das ist richtig, das kann man. Ebenso wie das klare Foul Rüdigers in der Entstehung der 3:2-Führung durch Kylian Mbappé-

Artikelbild:Real Madrid und die Schiedsrichterschelte: Jammern mit wenig Niveau

Foto: Getty Images

Oder wie die glasklare Schwalbe von Brahim Diaz vor dem 2:1 durch Arda Güler, auf die Vincic hereingefallen ist. Dass Bayern im Hinspiel in der letzten Minute auch noch einen Elfmeter hätte bekommen können, vielleicht sogar müssen, spielt hier nicht einmal mehr eine Rolle. Real Madrid, das ist klar, kann sogar etwas vom FC Bayern lernen. Denn nach dem Hinspiel hatte Max Eberl noch verkündet, dass er jetzt gar nicht mehr über die Aktion in der Schlussphase reden will. Bayern hat gewonnen und fertig.

Real Madrid sieht das ganz anders. Vielleicht auch deswegen, weil die nervliche Anspannung extrem hoch war. Oder einfach, weil man es gar nicht kennt, sich ungerecht behandelt zu fühlen. Kurioserweise wurde man das aber nicht, sondern es gab über die 180 Minuten gesehen sogar mehr Entscheidungen für sich als gegen sich. Doch die Wut kannte trotzdem keine Grenzen. „Niemand versteht es. Es ist UNFAIR. Das Spiel endete dort. Ich denke, der Schiedsrichter hat NICHT mehr daran gedacht, dass er eine gelbe Karte hatte“, sagte Trainer Arbeloa nach der Partie.

Eines Spitzenklubs unwürdig

Real Madrid präsentierte sich auf dem Platz gallig, giftig, kampfbereit. Lieferte dem FC Bayern ein großes Spiel, lauerte auf Fehler, nutzte diese teilweise eiskalt aus. Man zeigte, dass man auf dem höchsten Niveau mithalten kann. Allerdings eben nicht über die 90 Minuten hinaus, denn die Art und Weise, wie Real nach dem Spiel auftrat, ist eines Spitzenklubs nicht würdig, ist vielmehr Gejammer auf einem sehr niedrigen Niveau. Dass die Nerven blank liegen, ist nicht unverständlich nach einer nun fix titellosen Saison, aber die größtmögliche Verschwörung zu sehen, ist absoluter Hohn. Keiner sprach über das Spiel, alle nur über die eine Szene.

Natürlich haben die Königlichen von den realnahen Zeitungen Rückendeckung bekommen, so zum Beispiel von der Marca. „Welch eine Ungerechtigkeit! Real Madrid verabschiedet sich mit Würde. Die Königlichen gehen mit 3:2 in Führung und halten bis zur 89. Minute gegen Bayern mit, nachdem Vinčić nach einem kindischen Foul Camavinga lächerlicherweise vom Platz stellt“, titelte das Blatt. Darüber lässt sich sicher streiten.

Außerhalb Spaniens respektive außerhalb der realnahen Medien wurde die Situation dann doch neutraler bewertet. Der englische Guardian fasste es sehr treffend zusammen: „Es ist erbärmlich und so unpassend, wenn Madrid – ein legendärer Verein – sich wie ein kleines Kind aufführt und die Opferrolle spielt.“ Und genau damit ist alles gesagt.

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