Barçawelt
·29. August 2026
Rechts, links, zentral: Hansi Flick formt sich seinen katalanischen Philipp Lahm

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·29. August 2026

Hansi Flick formt sich beim FC Barcelona seinen katalanischen Philipp Lahm. Den Vergleich zieht der Trainer sogar selbst, wenn er über Xavi Espart spricht. Inzwischen gehört sein Defensiv-Juwel fest zur Profi-Mannschaft.
Er war zwar wieder dabei, mittendrin dann aber erneut nicht. Sie hatte beim FC Barcelona kürzlich für Aufsehen gesorgt, die Situation von Alejandro Balde. Hansi Flick war aufgefallen, dass der in der Entwicklung stagnierende Linksverteidiger mit dem Kopf nicht so recht bei der Sache sei, ihm womöglich die Überzeugung fehle, sich dem Konkurrenzkampf zu stellen. Die Folge: eine kurzfristige Herausnahme aus dem Kader für den LaLiga-Auftakt gegen den FC Elche. „Ich sagte ihm: ‚Es ist besser, dass du auf klare Gedanken kommst. Mache dir Gedanken‘“, verriet Flick.
Gegen den Athletic Club berief der Trainer den 22-Jährigen schließlich in das Aufgebot. Baldes auffälligste Szene am Donnerstagabend: Der kurze Moment, als das Fernsehbild unter anderen ihn während des Aufwärmens an der Seitenlinie einfing. Das war es dann auch schon. Nach dem zweiten Pflichtspiel kommt er ebenso noch auf keine Spielminute. Das liegt unter anderm daran, dass gegen Bilbao stattdessen João Cancelo eingewechselt wurde – wie bereits in Elche.
Ein anderer Grund trägt einen Namen: Xavi Espart. Ein 19 Jahre alter Katalane, im Mai 2007 geboren in Barcelona, der sich aufmacht, so etwas wie der nächste Pau Cubarsí, Marc Bernal oder Lamine Yamal zu werden. Also einer, der aus La Masia stammt und dem es gelingt, sich in der ersten Mannschaft zu etablieren. Tatsächlich gehört Espart den Profis seit Donnerstag auch offiziell an. Er wurde entsprechend registriert, trägt nun die Nummer 12 statt 36.
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Wenige Stunden später lief er erstmals mit ihr auf. Flick sah trotz der Verfügbarkeiten von Cancelo und Balde keinen Grund, Espart aus der Startelf herauszunehmen. Der Youngster, der vergangene Saison seine ersten sechs Profi-Einsätze erhalten hatte, war auf der linken Abwehrseite erneut die erste Wahl – obwohl er eigentlich gar kein gelernter Linksverteidiger ist. Als Rechtsfuß kommt Espart für gewöhnlich rechts in der Kette zum Einsatz. Weil er abgesehen davon aber auch im zentralen Mittelfeld nützlich sein kann und dort zuletzt bei der Trofeo Joan Gamper neben Marc Bernal zum Zug kam, verglich Flick ihn unlängst mit einem gewissen Philipp Lahm.
Und Flick muss es wissen, immerhin kennt er den früheren Kapitän des FC Bayern München nur zu gut aus der langen gemeinsamen Zeit in der deutschen Nationalmannschaft. 2014 wurden sie zusammen in Brasilien Weltmeister. „Ich mag sein Selbstvertrauen am Ball sehr, das ist ein bisschen ähnlich zu Philipp Lahm. Er konnte auch als Sechser und als Rechtsverteidiger spielen. Und er kann das auch. Es ist großartig zu sehen, wie er mit, aber auch gegen den Ball spielt, wie er sich verhält. Für uns ist es gut, ihn zu haben“, so der 61 Jahre alte Heidelberger Anfang März.
Jetzt, ein knappes halbes Jahr später, wird er das umso besser finden. „Ich schätze sehr, was ich sehe. Ich bin überrascht, wie gut er auf der linken Seite spielt. Er ist sehr gut, ein Spieler mit einer herausragenden Technik, auch im Eins-gegen-eins – offensiv wie defensiv. Taktisch ist sein Niveau herausragend“, lobte der Coach das aufstrebende Eigengewächs nach der Partie gegen Athletic. Klingt nicht danach, als würde er seine Entwicklung zeitnah schon wieder bremsen wollen.
Espart überzeugte mit einer konzentrierten und fehlerfreien Vorstellung, brachte 77 Prozent seiner Pässe an den Mitspieler, verlor keinen Ball und gewann vier Bälle zurück. Offensiv setzte er mit einer herausgespielten Großchance sowie einem Schuss Akzente, während er defensiv zwei Bälle abfing und keinen seiner Gegenspieler im Dribbling passieren ließ.
Die Zeitung SPORT honorierte den abgeklärten Auftritt im Camp Nou ebenso wie Flick: „Es ist noch zu früh für eine endgültige Aussage, aber es macht den Eindruck, dass ihm der Platz als Linksverteidiger gehören könnte, wenn er sein Niveau hält. Gegen Athletic hat er erneut gezeigt, dass Barças Spiel für ihn keine Geheimnisse birgt.“ Ob sich Balde, dem eine Verbleib-Entscheidung nachgesagt wird, in der Endphase des Transfermarkts doch noch mal seine Gedanken macht?


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